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Fakten & Gerüchte in der EKD: Ein Anruf hätte genügt

16. Mai 2013 in Kommentar, 3 Lesermeinungen
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Es rumort in den Gremien der EKD, und es ist unglaublich schwierig, Auskunft über eigentlich selbstverständliche Dinge zu erhalten. Ein Kommentar von idea-Leiter Helmut Matthies.


Wetzlar (kath.net/idea) Ehen gehen auseinander – unter Kirchenrepräsentanten wie evangelikalen Predigern. Da sollte niemand richten. Die Beteiligten leiden in der Regel mehr als genug. Insofern ist es ein gutes ungeschriebenes Gesetz, dass über solche Fälle im Normalfall in der christlich orientierten Presse höchstens dann berichtet wird, nachdem es die säkulare – oftmals aufbauschende – getan hat.

Deshalb veröffentlichte idea über die angeblichen Affären des EKD-Bevollmächtigten bei der Politik in Berlin erst etwas, als es eine Pressemitteilung von „Bild“ gab (andere Blätter stiegen ein). Inzwischen lässt der Chef-Lobbyist der EKD sein Amt „zeitlich befristet ruhen“.

Die EKD hat Ende März ein – wie sie schreibt – „Ermittlungsverfahren“ eingeleitet. Alles sollte zügig geklärt werden, hieß es. Die betroffenen EKD-Mitarbeiterinnen, mit denen der verheiratete, aber getrennt lebende Prälat angeblich Liebesbeziehungen gehabt haben soll, sollen längst von einem bekannten Kirchenjuristen aus Hannover ebenso befragt worden sein wie der Kirchenmann. Doch bis heute ist noch kein Ergebnis bekanntgegeben worden.


Wenn idea gefragt wird …

So etwas lässt schnell dann auch anderes hochkochen. So wird in hohen Kirchenkreisen schon offen darüber gesprochen, dass eine EKD-Repräsentantin und ein EKD-Repräsentant sich angeblich von ihren Ehepartnern getrennt haben und eine Beziehung eingegangen sein sollen. Auch um dieses Gerücht weiß idea seit längerem. Doch die Privatsphäre ist uns wichtig.

Deshalb ist gar keine Berichterstattung geplant gewesen.

Doch was tun, wenn idea dann aus Kirche, Politik und Medien gefragt wird: Warum schweigt ihr als Evangelische Nachrichtenagentur? Und wenn ihr schon nichts bringen wollt, dann sagt uns als euren Kunden wenigstens, was Sache ist.

Gesagt, versucht. Wir fragen bei der EKD-Repräsentantin und ihrem Noch-Ehemann an, ob es stimme, dass sie getrennt leben würden. Die Frau lässt antworten. Doch auf diese konkrete Frage geht die E-Mail ebenso wenig ein wie die ihres Mannes. Nun suchen wir Rat beim vielgeplagten EKD-Pressesprecher. Er kann am Telefon nur äußern, wir bekämen vom Anwalt der EKD-Repräsentantin eine Antwort. Und die traf unverzüglich ein – per Mail, per Fax und schließlich auch als Brief.

… dann nachhakt und keine konkrete Antwort bekommt

Doch statt dass auf die konkrete Frage eingegangen worden wäre, gab es eine kräftige Drohung: Die EKD-Repräsentantin dulde keine Berichterstattung über ihre Privatsphäre. Dabei wäre alles so einfach und preiswert gewesen. Ein Anruf bei idea hätte genügt: Das Gerücht stimmt nicht!

Oder: Es ist richtig, aber aus diesem oder jenem Grunde bitten wir darum, nichts zu veröffentlichen. Warum gleich einen der prominentesten Medienanwälte einschalten? In den 80er und 90er Jahren wurden von der EKD bei brisanten Vorgängen der Kirche nahestehende Journalisten vertraulich vorab unterrichtet. Das wird nicht mehr praktiziert, obwohl nicht bekannt ist, dass so etwas je missbraucht worden wäre. Jetzt kommt gleich der drohende Spitzenanwalt. Handelt es sich demnach nicht um schlimme, sondern sogar um sehr schlimme Vorgänge?

Der Rat der EKD sollte nicht länger schweigen.

Graphik: (c) kath.net


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