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Kardinal warnt vor ‚subtilen Einschränkungen der Religionsfreiheit'

9. Mai 2013 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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75 Prozent der Weltbevölkerung leben in Ländern mit starken Einschränkungen der Religionsfreiheit. Auch in westlichen Demokratien ist die Religionsfreiheit bedroht, sagte Kardinal Ravasi, Präsident des Päpstlichen Rates für die Kultur.


Vatikan (kath.net/EWTN/jg)
Die Religionsfreiheit sei in vielen Teilen der Welt sowohl direkt als auch indirekt bedroht, sagte der Präsident des Päpstlichen Kulturrates, Kardinal Gianfranco Ravasi. Dieses Phänomen sei auch in den demokratischen Ländern des Westens zu beobachten, kritisierte er in seiner Rede bei der TEDx Konferenz zum Thema „Religionsfreiheit heute“, die im April im Vatikan stattfand.

In der modernen globalisierten Welt, in der die verschiedenen Kulturen und Religionen aufeinander träfen, sei die Religionsfreiheit kein Luxus, sondern ein Gebot für friedliches Zusammenleben und Fortschritt, stellte er fest.

Die Religionsfreiheit habe ihre tiefste Begründung in der menschlichen Person und ihrer Würde, fuhr Ravasi fort. Sie sei der staatlichen Autorität und den Gesetzen vor- und übergeordnet. Die Religionsfreiheit werde daher nicht vom Staat verliehen, sondern anerkannt und geschützt. „Die Grundlage für eine friedliche und harmonische Gesellschaft ist der Respekt für die menschliche Person“, sagte Kardinal Ravasi wörtlich. Daher seien die Suche jedes Menschen nach höheren Werten und sein Streben nach Höherem zu schützen, forderte er.


Etwa 75 Prozent der Weltbevölkerung leben in Ländern, in denen die Religionsfreiheit stark eingeschränkt ist, sagte der Kardinal. In manchen Ländern sei selbst die private Ausübung von Religionen verboten und werde verfolgt. Die Restriktionen reichen von staatlichen Verboten bestimmter religiöser Aktivitäten über Anti-Blasphemie-Gesetze bis zu fehlenden Schutzbestimmungen für religiöse Minderheiten, die das Ziel von Gewalt und Einschüchterung seien.

Doch auch in den demokratischen Staaten, die bis jetzt kaum Verletzungen der Religionsfreiheit kannten, gebe es mittlerweile Einschränkungen. „In modernen demokratischen Ländern gibt es sehr subtile Methoden, die gegen die Religionsfreiheit verstoßen“, sagte Ravasi wörtlich. Für medizinisches Personal werde es zunehmend schwer, sich aus Gewissensgründen gegen die Mitwirkung bei Abtreibungen zu entscheiden, kritisierte er. Ein anderes Beispiel sei eine Verordnung wie jene der USA, die religiöse Organisationen dazu zwinge, über die Krankenversicherung ihrer Mitarbeiter Verhütungsmittel, Sterilisationen und abtreibende Mittel zu bezahlen.

Diese Einschränkungen seien nicht nur eine Frage der rechtlichen oder politischen Meinung, sondern ein Verstoß gegen die Würde der Person. Religionsfreiheit sei ein „fundamentales Menschenrecht“ und deshalb von jedem Staat zu garantieren. „Die Freiheit ist in Gefahr, wenn wir nicht wachsam sind“, warnte Kardinal Ravasi.

Foto Kardinal Ravasi: (c) Catholic News Agency


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