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7. Mai 2013 in Chronik, 6 Lesermeinungen
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Die Forderungen von Homosexuellen und der Protest »mariage pour tous« - In der Zeitschrift »Débat« fragen zwei Psychoanalytiker nach Hintergründen. Von Lucetta Scaraffia


Vatikan (kath.net/Osservatore Romano) Warum hat die Forderung einer Minderheit unter den Homosexuellen – das heißt die Forderung nach der Ehe und der Möglichkeit der Adoption – in Frankreich die Unterstützung so vieler Politiker und Medien gefunden, zu einer Zeit, in der andere Fragen dringendst unsere wachsame Aufmerksamkeit fordern würden? Dass sich ein nicht unwesentlicher Teil der Politiker mit diesem Feldzug identifiziert, ist eine schwer verständliche Frage, schreiben Monette Vacquin und Jean-Pierre Winter, zwei französische Psychoanalytiker, in der letzten Nummer der Zeitschrift »Débat«, die zum Teil dem Thema der sogenannten »mariage pour tous« gewidmet ist.

Das ist im Grunde genommen die wahre Frage, die man sich stellen muss angesichts der Hartnäckigkeit, mit der man die Ehe von Homosexuellen billigen wollte – erinnern wir daran, dass in Frankreich die »Pacs« (Zivile Solidaritätspakte) auch für Personen desselben Geschlechts rechtlich anerkannt sind – sowie die Möglichkeit für die Partner als »Eltern« adoptierter oder durch künstliche Befruchtung geborener Kinder anerkannt zu werden.

In Frankreich hat die Debatte auch einen großen Teil der laizistischen Gesellschaft erfasst, die sich gegen das Gesetz gestellt und eine wirklich interessante Diskussion eröffnet hat. Die Antwort von Vacquin und Winter auf die anfangs gestellte Frage ist, dass diese Minderheit von Aktivisten, »die Sprache zu sprechen weiß, die man heute hören will«, das heißt jene des ideologischen Egalitarismus, Synonym für Unterscheidungslosigkeit – eine Sprache, die gut ankommt, auch wenn die Politiker, obwohl sie ohne Unterlass Transparenz und Wahrheit beschwören, in das Bürgerliche Gesetzbuch Behauptungen einschreiben, die in der Realität kein Fundament haben und deren Unzutreffendheit jeder verifizieren kann.


Das Problem ist also gerade die Sprache, aus der alle Begriffe eliminiert werden sollen, die den Unterschied zwischen Mann und Frau anzeigen, so dass eine neutrale Sprache entsteht, in der die Worte »Papa« und »Mama« durch »Eheleute« oder »Eltern« ersetzt werden sollen. Diese ideologische Maßnahme ist in der Lage , jahrhundertealte Bräuche umzustürzen und Worte abzuschaffen, die diejenigen bezeichnen, denen wir die Weitergabe des Lebens zu verdanken haben. Eine Maßnahme, die sich auf sehr alte und allgemein akzeptierte Ambivalenzen stützen muss, wenn sie so viel Begeisterung hervorgerufen hat, schreiben die beiden Psychoanalytiker.

Wir müssen also diesen Irrweg als ein Symptom und eine Offenbarung von etwas betrachten, das unsere Gesellschaften in Aufruhr versetzt und die Form der »politischen Korrektheit« annimmt: das heißt das pathetische Bekenntnis einer Welt, die nicht mehr zu empfangen weiß und auch nicht weiterzugeben, die weder zu denken noch hierarchische oder klassifizierende Ordnung aufzustellen weiß. Die nur Schluss zu machen und zu fordern weiß. Für unsere Generation scheint die Übung der Grenzüberschreitung oder die Zerstörung dessen, was diese Grenzen verkörpert, niemals zu Ende zu sein, statt dass wir den nachfolgenden Generationen etwas weitergeben.

Was bedeutet die Erbitterung unserer Zeit gegen alles, was weitergegeben wird? Sicherlich darin erahnt man einen Art Diktatur der Minderheiten. Aber in der Legalisierung der Homo-Ehe sieht man nicht, wie viele das geltend machen, die Ausweitung von Menschenrechten auf eine unterdrückte Minderheit, sondern vielmehr eine Neuauflage der Utopien des 20. Jahrhunderts, die sich bereits als zum Scheitern verurteilt erwiesen haben: die des Egalitarismus, der hier die grundlegende Differenzierung der Menschheit in männlich und weiblich auslöschen will, die der Befreiung von allen Hindernissen bei der Realisierung unserer Wünsche, auch der unmöglichen.

In Wirklichkeit gehören Homosexuelle und Heterosexuelle nicht verschiedenen Klassen an, wie das heute scheint, sondern sie teilen dieselbe Welt, und gemeinsam haben sie die Aufgabe, sich der Institutionen anzunehmen, die die Bindungen zwischen den Menschen und den Generationen strukturieren und organisieren. Aber sind sich, so fragt der Artikel der beiden Psychoanalytiker, die französischen Bürger, »eingelullt von den einschläfernden Reden über Liebe und Großherzigkeit und geblendet von vorgeblichen Experten, die behaupten, dass nichts Neues geschieht, der archaischen Gewalt bewusst geworden, die in der Auslöschung des Vaters und der Mutter und der Geburt in den Dokumenten, die unsere Identität bestimmen, am Werk ist?«

Die Wächter - friedlicher Widerstand in Frankreich gegen die Homoehe - FÜR DIE FAMILIE



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