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Nigeria: Wo die Politik versagt, springt die katholische Kirche ein

5. Mai 2013 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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John Kardinal Onaiyekan spricht vor Ausschuss des Europäischen Parlaments bei einer von „Kirche in Not“ koordinierten Präsentation


Brüssel (kath.net/KIN) „Zunehmende Korruption und religiöse Gewalt bringen den westafrikanischen Staat Nigeria in Gefahr.“ Dies sagte John Kardinal Onaiyekan, Erzbischof von Abuja, bei einer vom weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ koordinierten Präsentation vor dem Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten des Europäischen Parlaments in Brüssel.

Obwohl die Nigerianer ein Bruttoinlandsprodukt von 244 Milliarden US-Dollar erwirtschafteten, sei die Bevölkerung aufgrund von Korruption und Misswirtschaft verarmt, sagte Onaiyekan. Daher hegten die Bürger großes Misstrauen gegen ihre lokalen Regierungen.

Armut, Misstrauen und libysche Waffenlieferungen hätten die Spannungen im Land erhöht. „In vielen Fällen sind die Kriminellen besser bewaffnet als die nigerianischen Sicherheitskräfte“, beklagte der Kardinal.


Wo die Politik versage, springe die katholische Kirche mit karitativen Diensten ein. In den ärmsten Gebieten Nigerias betreibe sie zahlreiche Schulen, Krankenhäuser und Rechtshilfezentren, so der Kardinal. Hilfe leiste die Kirche unterschiedslos allen Bedürftigen unabhängig von deren religiösem Bekenntnis. Etwa die Hälfte der 170 Millionen Nigerianer sind Christen verschiedener Konfessionen, die andere Hälfte gehört verschiedenen Glaubensrichtungen des Islam an. „Weil wir Katholiken die größte Glaubensgemeinschaft im Land bilden, haben wir eine große Verantwortung“, bekräftigte Onaiyekan.

Begleitet wurde der Kardinal von Bischof Matthew Hassan Kukah von Sokoto, dem Vorsitzenden der Kommission für den Interreligiösen Dialog und die Ökumene der katholischen Bischofskonferenz in Nigeria. Dieser erklärte, dass es in Nordnigeria mit Gesundheit, Bildung und Einkommen so schlecht bestellt sei wie in kaum einer anderen afrikanischen Region südlich der Sahara. Kukah machte die muslimisch dominierten Lokalregierungen im Norden Nigerias für die soziale Misere verantwortlich. „Sie investieren nicht in Bildung und Volksgesundheit, sondern setzen bei der Verwendung von Bundesmitteln eigene Prioritäten, die nicht den Vorstellungen der UNESCO entsprechen“, unterstrich Kukah.

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„Kirche in Not“ hilft der Kirche in Nigeria bei ihrem Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden.
Weitere Infos und Spendenmöglichkeiten unter:

Kirche in Not Deutschland

Kirche in Not Österreich

Kirche in Not Schweiz

Foto John Kardinal Onaiyekan © KIRCHE IN NOT


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