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Verfolgung von 100 Millionen Christen muss ein Ende haben!

30. April 2013 in Österreich, 1 Lesermeinung
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Karlheinz Kopf, Klubobmann der ÖVP, richtet bei Eröffnung einer Konferenz über Christenverfolgung einen Appell an die Entführer der zwei syrischen Bischöfe: "Lassen sie die beiden frei!" - CDU und CSU Mitveranstalter der Tagung


Salzburg (kath.net/pm) "Erst wenn man sich vor Augen führt, dass hundert Millionen Christen wegen ihres Glaubens verfolgt werden, schätzt man ganz besonders, völlig unbehelligt die heilige Messe feiern zu können", sagte ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf heute, Mittwoch, anlässlich der Eröffnung der gemeinsam mit der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion veranstalteten Konferenz "Verfolgte Christen - Einsatz für die Religionsfreiheit". In vielen Ländern bedeute die öffentliche Ausübung der christlichen Religion Lebensgefahr für die Gläubigen. "Es ist notwendig, ein Zeichen zu setzen, Bewusstsein zu schaffen und gegen diese Intoleranz und engstirnige Geisteshaltung anzukämpfen", so Kopf, der darauf hinwies, dass statistisch gesehen alle fünf Minuten ein Christ wegen seines Glaubens getötet wird.

Diese Verbrechen passierten teils aus religiösem Fanatismus, aber auch als Teil einer verabscheuungswürdigen politischen Strategie. "Religionsfreiheit ist ein unteilbares Menschenrecht. Man darf bei dessen Einschränkung oder Bruch nicht wegschauen oder untätig bleiben, sondern soll den Fokus der Weltöffentlichkeit auf das erlittene Unrecht und die tiefe Unmenschlichkeit dieser Handlungen legen", so Kopf weiter. Jede noch so kleine Verbesserung für die in ihrer Religionsausübung beeinträchtigen Menschen rechtfertige jedes Bemühen, wie auch die heutige Konferenz. In weiterer Folge wies Kopf auf die entsprechende Schwerpunktbildung in der österreichischen Außenpolitik hin. So seien auf österreichische Initiative EU-Leitlinien zur Religionsfreiheit beschlossen und eine entsprechende Task Force eingerichtet worden.


Gerade die jüngste Entführung zweier orthodoxer Erzbischöfe in Syrien zeige die Brisanz dieses Themas. Abschließend richtete Kopf einen Appell an die Entführer: "Lassen sie die beiden Gefangenen frei und setzen sie damit ein Zeichen, dass Gewalt in dieser Welt keinen Platz haben darf. Setzen sie ein Zeichen für Menschlichkeit!"


Der Vorsitzende der Unions-Fraktion Volker Kauder erinnerte in seiner Rede daran, dass das Engagement für verfolgte Christen einen langen Atem benötige. Erfolge stellten sich nicht von heute auf morgen ein. Dennoch sei es gelungen, in den vergangenen vier Jahren in der deutschen Außenpolitik neue Akzente zu setzen. Gerade Politiker der Union - allen voran die Bundeskanzlerin - würden in den betreffenden Ländern die Lage der Christen immer zum Thema machen. "Das ist ein Teil unserer wertgeleiteten Außenpolitik"
Vor den Gästen hob Kauder hervor, dass es dabei nicht darum gehe, einzelne Religionen zu bewerten. Es gebe keine Diskussion über die Inhalte. Ziel sei die Sicherung der Freiheit der Religion für jeden einzelnen Menschen. Jeder müsse entscheiden können, welcher Religion er angehören möchte. Das Thema werde auch in Zukunft aktuell bleiben: "Wir dürfen nicht nachlassen. Wir dürfen nicht zurückschrecken."

Wie nötig das Eintreten für die Christen ist, zeigte der Bericht vom Geistlichen Obiora Ike aus Nigeria. Die radikal-islamische Sekte Boko Haram terrorisiert seit Jahren weite Teile des Landes. "Jeden Tag Mord", rief Ike den Teilnehmern des Kongresses zu. Über 600 Kirchen seien niedergebrannt worden. Millionen von Christen seien in dem Land auf der Flucht.

Am Rande des Kongresses berichtete ein Wissenschaftler, der sich seit langem mit den Christen in Syrien beschäftigt, über die Lage der Minderheit in dem vom Bürgerkrieg heimgesuchten Land. Von den einst eine Million Christen in Syrien sei mittlerweile wahrscheinlich schon ein Drittel aus dem Land geflohen, sagte Professor Aho Shemunkasho.

Er lehrt am "Institut für den Christlichen Osten" der Universität Salzburg. In dem Stadt Homs sind nach seinen Angaben längst nahezu alle Kirchen zerstört, das christliche Leben erloschen. "Die Menschen leben in ständiger Angst. Sie wissen nicht, ob sie ihre Kinder auf die Straße lassen können. Entführungen sind an der Tagesordnung." Auch die Bischöfe seien vermutlich von Banden ohne einen politischen Hintergrund gekidnappt worden. Die meisten Christen seien aus Syrien in den Libanon geflüchtet. Dort seien sie weitgehend sich selbst überlassen. Manche hätten verwandtschaftliche Beziehungen, viele aber auch nicht. "Ihre Lage ist schrecklich. Es fehlt an allem." Lösung brächte nur ein Friedensschluss der Bürgerkriegsparteien in Syrien.


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