Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  2. EWTN-Chefin Maria Montserrat Alvarado wird neue Kommunikationspräfektin
  3. ZDF hasst Katholiken
  4. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  5. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  6. Christus bleibt nicht im Tempel! Fronleichnam: Einladung für die Gegenwart
  7. Wahrheit ist heilsrelevant
  8. Es gibt keine zweite Chance mehr
  9. Papst Pius X.: ‚Was brauchen wir heute am meisten, um die Gesellschaft zu retten?
  10. 'Armutsindustrie' in der Kritik: Statistik misst Ungleichheit, nicht echte Not
  11. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  12. Technisch brillant, geistig obdachlos
  13. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  14. Großes Kardinalstreffen mit dem Papst - KI statt Liturgie
  15. Ritus, Zeichen und Symbol: Der Weg zum Mysterium

Ägyptische Christen: Polizei hat die Angreifer geschützt

17. April 2013 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Pressesprecher der ägyptischen katholischen Bischofskonferenz, Pater Rafik Greiche: Warum war die Polizei nicht vor der Kathedrale? Sie kam erst zwei Stunden später an, um dann die Angreifer zu schützen!


Wien/Kairo (kath.net/KIN) Nach Angriffen auf eine christliche Trauerfeier in der Kairoer Markuskathedrale erheben Vertreter der katholischen Kirche in Ägypten schwere Vorwürfe gegen die Behörden. Gegenüber dem internationalen katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ erklärte jetzt Pater Rafik Greiche, Medienverantwortlicher der ägyptischen katholischen Bischofskonferenz: „Als es am 6. April in Khusus zu schweren konfessionellen Unruhen gekommen war und vier Christen ums Leben kamen, drohten islamische Fundamentalisten, man werde die Kirche in Khusus angreifen, sollte es dort für die Toten eine Trauerfeier geben. Man hat sie deshalb in die Kathedrale nach Kairo verlegt. Die Polizei hätte also gewarnt sein müssen. Warum also war die Polizei nicht vor der Kathedrale? Sie kam erst zwei Stunden später an, um dann die Angreifer zu schützen.“

Am 7. April war es am Sitz des koptisch-orthodoxen Patriarchen zu Übergriffen auf koptische Christen gekommen, die ihre tags zuvor in Khasus nahe Kairo ums Leben gekommenen Glaubensbrüder zu Grabe trugen. Unbekannte hatten die Trauernden mit Steinen und Molotow-Cocktails angegriffen. Zwei Menschen waren getötet und mehr als 90 verletzt worden. Gegenüber „Kirche in Not“ verurteilte der koptisch-katholische Bischof von Asiut, Kyrillos Samaan, die Angriffe: „Niemand hätte sich jemals vorstellen können, dass man ein für alle Ägypter derart wichtiges Symbol, wie die Markuskathedrale in Kairo angreifen würde. Das ist schockierend. Wir werden aber das wahre Ziel dieser Angriffe nicht erfahren.“


Wenige Stunden nach den Angriffen hatte sich Staatspräsident Muhammad Mursi, der der Muslimbruderschaft angehört, dem koptisch-orthodoxen Patriarchen Tawadros II. gegenüber telefonisch solidarisch erklärt. Dazu Pater Greiche: „Was hat der Präsident denn getan, um die Christen zu schützen?“ Ermutigend ist nach den Worten von Pater Greiche die Solidarität und Anteilnahme moderater Muslime: „Alle unsere muslimischen Freunde sagten uns, dass sie angesichts der Ereignisse beschämt seien. Ich war kürzlich an der Azhar-Universität, der wichtigsten sunnitischen Institution. Scheichs, mit denen wir dort in Kontakt sind, versicherten uns, dass solche Übergriffe nicht mit dem Islam vereinbar sind.“ Weiter erklärte Pater Greiche: „Wir stehen permanent im Kontakt mit den protestantischen und orthodoxen Kirchen. Wir finden viel Übereinstimmung. Das ist ein Segen.“

Vor allem bedeutsam ist nach Darstellung von Pater Greiche die Annäherung zwischen der koptisch-orthodoxen und der koptisch-katholischen Kirche seit der Wahl Tawadros II. zum neuen koptisch-orthodoxen Patriarchen Anfang November 2012: „Die Atmosphäre zwischen Katholiken und orthodoxen Kopten hat sich völlig geändert. Tawadros ist sehr offen. Er hat etwa an der Inthronisation des neuen koptisch-katholischen Patriarchen Ibrahim Isaak teilgenommen. Das hat es noch nie gegeben. Vor allem aber will der koptische Papst den römischen Papst besuchen. Hier hat sich wirklich etwas geändert.“
________________________________________
KIRCHE IN NOT ist ein internationales katholisches Hilfswerk. Das Werk leistet weltweit geistliche und materielle Hilfe für Christen,
die wegen ihres Glaubens bedroht oder verfolgt werden.
Infos:
KIRCHE IN NOT, Hernalser Hauptstr. 55 /1/8, 1172 Wien
Tel: 01 / 405 25 53
E-Mail: [email protected]
Web: www.kircheinnot.at
Spendenkonto: Kirche in Not / Ostpriesterhilfe, PSK, Konto-Nr. 92.065.338, BLZ 60.000.
Online spenden: Kirche in Not: Spendenform

Foto: Begräbnis der Opfer nach Ausschreitungen © Kirche in Not


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Wischy 17. April 2013 
 

Erfreulich ist,

dass angesichts dieser skandalösen Vorgänge orthodox-koptische und katholisch-koptische Christen einander näher kommen, vor allem aber, dass es muslimische Freunde gibt, die sich solidarisieren und Scham empfinden angesichts der Aktionen terroristischer Betonköpfe und des Verhaltens der Polizei.


1
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ägypten

  1. Ägypten – Das Land, auf dem Gott sich offenbart hat
  2. Papst gedenkt der Opfer von Kirchenbrand in Ägypten
  3. Ägypten: Mindestens 41 Tote bei Brand in koptischer Kirche in Kairo
  4. Ägypten legalisiert 1.800 kirchliche Gebäude
  5. Ägypten: „Ich habe Mitleid mit den Tätern“
  6. Bedeutendes frühchristliches Heiligtum in Kairo restauriert
  7. Keine Angst vor Corona
  8. Ägypten: Wegen Pandemie keine öffentlichen Ostergottesdienste
  9. Ägypten: Bisher knapp 1.200 Kirchen "legalisiert"
  10. Katharinenkloster auf der Sinai-Halbinsel besser zu erreichen






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG noch bis 22. JUNI!
  2. ZDF hasst Katholiken
  3. EWTN-Chefin Maria Montserrat Alvarado wird neue Kommunikationspräfektin
  4. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  5. Schottischer Pfadfinderjunge verweigert Verbeugung vor Allah in der Moschee
  6. "Ich musste ihm unglücklicherweise ein paar Schläge verpassen"
  7. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  8. Warum haben alte Kirchen einen verborgenen Raum unter dem Altar?
  9. Papst kommt unpünktlich und scherzt auf Deutsch: "Ich bin Ausländer"
  10. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  11. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  12. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  13. Wahrheit ist heilsrelevant
  14. Eine katholische Heldin
  15. „Silere non possum“: „Die Führung dieses Dikasteriums war ein Desaster“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz