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Plagiataffäre: Rücktritt des Oberrabbiners, den Papst zitierte

14. April 2013 in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
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Israelitisches Zentralkonsistorium Frankreichs: Gilles Bernheim ab sofort „beurlaubt“.


Paris (www.kath.net/ KAP)
Der Oberrabbiner von Frankreich, Gilles Bernheim, legt sein Amt wegen Plagiatsvorwürfen nieder. Der höchste Vertreter des Judentums in Frankreich sei ab sofort "beurlaubt", teilte der Israelitische Zentralkonsistorium Frankreichs (Consistoire Central israélite de France) am Donnerstag in Paris mit. Bernheim hatte kürzlich eingestanden, in mehreren seiner Schriften andere Autoren kopiert zu haben. Er hatte außerdem zugegeben, einen hohen akademischen Titel in Philosophie, der in mehreren Biografien vermerkt war, gar nicht zu besitzen.


Ausgerechnet eines der Plagiate hatte der emeritierte Papst Benedikt XVI. - sogar unter ausdrücklicher Namensnennung Bernheims - bei seiner viel beachteten letzten Weihnachtsansprache an die römische Kurie als "Aufmacher" verwendet. Bernheim nannte dort philosophisch-anthropologische Begründungen, die gegen eine "Ehe" von gleichgeschlechtlichen Paaren sprechen, und Benedikt XVI. griff diese Begründungen in seinem langen Diskurs auf.

Bernheim war im Jahr 2008 zum Oberrabbiner Frankreichs gewählt worden. Seit Mitte März kursierten Plagiatsvorwürfe gegen ihn. Medienberichten zufolge gestand der Oberrabbiner am Donnerstag Fehler ein und entschuldigte sich bei den französischen Rabbinern.

Bis zur Wahl eines neuen Oberrabbiners übernehmen den Angaben zufolge der Direktor der Rabbinerschule, Rabbi Olivier Kaufmann, und der Großrabbiner von Paris, Michel Gugenheim, dessen Aufgaben.

Copyright 2013 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten.

Foto: © JSSNews.com


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Lesermeinungen

  15. April 2013 
 

Plagiat

@Ehrmann:
Die Autoren sind bekannt. Der ehemalige Oberrabiner Gilles Bernheim hat lange Passagen von den Autoren Jean-Francois Lyotard und Eli Wiesel abgeschrieben.
Ausserdem hat er einen akademischen Grad
im Fach Philosopie unrechtmäßig geführt.
@Rolando:
Es ist wohl keine Heldentat zu gestehen,
nachdem man des Betrugs überführt wurde.


1
 
 Fels 14. April 2013 

Peinlich für Rabbiner, nicht für Benedikt XVI.

Peinlich für den Rabbiner, aber die dort genennten "philosophisch-anthropologische Begründungen" bleiben ja trotzdem richtig.
Benedikt XVI. ist also isnsofern kein sachlicher Fehler unterlaufen.


2
 
 Ehrmann 14. April 2013 

Interessant wäre

Interessant wäre, zu wissen, von wem das -auch von Papst Benedikt verwndete und von ihm (hiemit irrtümlich)dem Oberrabiner zugeschriebene Zitat wirklich stammt - jetzt müßte es ja bekannt sein. Dem Erstautor ist Unrecht geschehen - und niemand denkt daran, es wieder gut zu machen. Besser als Zurücktreten wären solche Verbesserungen.


1
 
 Rolando 14. April 2013 
 

Aufmerksamer Rabbi

Er nam sich wohl Papst Franziskus Wort zu Herzen, daß das Leben kein "Make up" sein soll.
Alle Achtung vor diesem Rabbi, der das Gehörte in die Tat umsetzt und alle Kosequenzen auf sich nimmt.


1
 

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