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'Gefährlicher Glaube': Fernsehen macht Christenverfolgung zum Thema

2. April 2013 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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ZDF strahlte Dokumentation aus


Mainz (kath.net/idea) „Gefährlicher Glaube“ – unter diesem Titel hat das ZDF am Karfreitag eine 45-minütige Dokumentation über 2.000 Jahre Christenverfolgung ausgestrahlt. Der Beitrag von Andrea Oster schlug einen Bogen von der Unterdrückung der Christen im Römischen Reich bis zu den gegenwärtigen Übergriffen auf christliche Minderheiten im Nahen Osten. Gezeigt wurden Bilder von brennenden Kirchen in Ägypten und Sicherheitskräften, die mit Panzern in friedlich demonstrierende Christen rasen und auf sie schießen – so geschehen am 9. Oktober 2011 in Kairo. Damals wurden 27 Personen getötet. Zu Wort kamen unter anderem koptische Christen, die um getötete Angehörige trauern oder selbst verletzt wurden. Sie beklagten sich darüber, dass die Polizei Christen nicht vor Übergriffen schütze und es zulasse, dass Kirchen zerstört werden.


Der Sonderberichterstatter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit der Vereinten Nationen, Prof. Heiner Bielefeld (Erlangen), sagte in dem Beitrag zur Frage, ob man in Ägypten von Christenverfolgung sprechen könne: „Christen erleben, dass sie bedrängt und diskriminiert werden.“ Die Übergriffe reichten bis hin zu Tötungen und „Akten symbolischer Gewalt, wenn Kirchen abgefackelt werden“. Aber laut Bielefeld sollte man dennoch mit dem Begriff „Christenverfolgung“ „ein bisschen vorsichtig“ sein, weil er den Eindruck erwecke, „als würde hier systematisch von Staats wegen eine Ausrottungskampagne stattfinden“. Das sei in Ägypten keineswegs der Fall. In dem Beitrag kamen auch Christen aus Syrien vor, die in den Libanon geflüchtet sind. Nach ihren Angaben werden in Syrien christliche Geistliche gefoltert und getötet sowie Kinder von Christen entführt, um Lösegeld zu erpressen. Die in den Libanon geflüchtete Oberin vom Kloster des Heiligen Jakob, Agnes-Mariam de la Croix, berichtete, dass über 300.000 Christen das Land verlassen hätten.

Naher Osten: Gewalt an Christen geht vor allem von Islamisten aus

Der Sprecher der Weltweiten Evangelischen Allianz für Menschenrechte, der Religionssoziologe und Theologe Prof. Thomas Schirrmacher (Bonn), äußerte sich in der Dokumentation unter anderem zu der Frage, wer für die Gewalttaten verantwortlich ist. Nach seinen Worten gehen die meisten getöteten Christen im Nahen und Mittleren Osten „auf das Konto von Fundamentalisten, von gewaltbereiten Islamisten“. Die Christen und Muslime in den meisten Ländern wollten friedlich zusammenleben und hätten kein Interesse an einer Eskalation. Laut Schirrmacher handelt es sich bei den Tätern häufig um Gruppen, die in Trainingslagern ausgebildet werden und herumreisen. Sie tauchten gegenwärtig in Mali, Ägypten und Syrien auf, wo sie „die Situation oft enorm verschärfen“.

Verehrung der Märtyrer nach wie vor aktuell

Schirrmacher nahm auch zum Märtyrertum Stellung. Dass es als etwas Besonderes anzusehen ist, sei gerade in den Kirchen im Nahen und Mittleren Osten noch sehr präsent: „Historisch, indem die Märtyrer oft als Heilige verehrt werden, aber auch gegenwärtig. Das heißt, auch Menschen, die heute als Christen sterben, werden immer noch als Märtyrer bezeichnet und gelten eben als etwas ganz Besonderes.“ Der Theologe würdigte den ZDF-Beitrag als eine „gediegene und dem Sendetermin an Karfreitag angemessene Dokumentation“.


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