28 März 2013, 08:30
Zeitung: Argentiniens Regierung streute Vorwürfe gegen Papst
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Franziskus'
Behauptung einer mangelnden Unterstützung Bergoglios für 1976 verschleppte Priester laut "La Croix" von früherem argentinischen Botschafter in Rom verbreitet

Paris (kath.net/KAP) Die Anschuldigungen gegen Papst Franziskus wegen seines Handelns während der Militärdiktatur (1976-1983) sind nach Darstellung eines Opferanwalts von der argentinischen Regierung lanciert worden. Behauptungen, Jorge Bergoglio habe sich als Oberer der Jesuiten in Argentinien nicht genügend für zwei verschleppte Ordensmitglieder eingesetzt, seien von der Regierung - der aktuellen unter Cristina Fernandez de Kirchner und der ihres verstorbenen Mannes Nestor Kirchner (2003-2007) - gestreut worden, sagte der Anwalt Horacio Mendez Carreras laut der französischen Tageszeitung "La Croix", wie die deutsche katholische Nachrichtenagentur KNA am Mittwoch berichtet.

Werbung
christenverfolgung


"Um ihre Gegner zu diskreditieren, klagt sie diese der Komplizenschaft oder des Schweigens während der Diktatur an", so der Anwalt, der die Familien von zwei in der Diktatur ermordeten französischen Ordensfrauen vertritt. Die Vorwürfe gegen Papst Franziskus seien falsch. Nach Darstellung der Zeitung war das Verhältnis zwischen Bergoglio, der seit 1998 Erzbischof von Buenos Aires war, und den seit 2003 regierenden Nestor und Cristina Kirchner sehr angespannt. Grund sei, dass Bergoglio Armut und Korruption öffentlich beklagt und sich gegen Gesetze zur gleichgeschlechtlichen Ehe und zu Sterbehilfe ausgesprochen habe.

"La Croix" zitiert auch einen Mitbruder und Vertrauten eines der verschleppten Jesuiten, Juan Carlos Scannone. Bergoglio habe damals "alles getan", um die 1976 verschleppten Ordenspriester Orlando Yorio und Francisco Jalics zu finden und zu befreien, sagte Scannone. Zu diesem Zweck habe sich Bergoglio ungeachtet der Gefahr je zweimal mit Diktator Jorge Rafael Videla und mit Admiral Emilio Eduardo Massera getroffen.

"La Croix"-Recherchen zufolge wurde die Behauptung einer mangelnden Unterstützung Bergoglios für die beiden Priester von einem früheren argentinischen Botschafter in Rom verbreitet. Dabei habe Bergoglio nach der Freilassung Yorios dessen Ausreise nach Italien organisiert, so die Zeitung.

Medial wurden die Anschuldigungen gegen den damaligen Erzbischof von Buenos Aires vor allem von dem Journalisten und Direktor der regierungsnahen Tageszeitung "Pagina 12", Haracio Verbitsky, erhoben. Wichtige argentinische Menschenrechtsgruppen, die der kirchlichen Hierarchie grundsätzlich kritisch gegenüberständen, hätten diese dann aufgegriffen, so "La Croix".

Copyright 2013 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!










Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben


 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

"Terroristen sind Tiere, sie müssen erbarmungslos bestraft werden" (86)

Der Bischof von Basel braucht keine Sexualmoral der Kirche (69)

Wir Christen glauben das (33)

"Katholische Kirche hat mir 120.000 Euro Schweigegeld geboten" (27)

Sri Lanka: 290 Tote bei Explosionen in drei Kirchen (26)

Kniende Mundkommunion? In Chile offenbar nicht mehr erwünscht (19)

Päpstlicher Prediger im Petersdom: Ostern wandelt Leid der Welt (19)

„Wie wäre es, wenn wir Muslime für einen Tag #Kreuze tragen?“ (19)

Tobin verunglimpft Katechismus als "sehr unglückliche Sprache" (19)

„Ich stehe völlig allein in der brennenden Kathedrale Notre Dame“ (17)

Hillary Clinton: Attacken auf „Osterbetende“ (16)

Nur 15.000 Teilnehmer beim Kreuzweg am Kolosseum (15)

Ratzinger-Preisträger Heim: Kritik an Benedikt XVI. unangemessen (13)

Pater Wallner: „Dämonischer geht es wirklich nicht“ (13)

Panik bei Osternachtsmesse in München (12)