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Chaldäischer Patriarch lädt den Papst in den Irak ein

23. März 2013 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Papst Franziskus war bei Begegnung mit Louis Raphael I. Sako tief erschüttert über Situation der Christen im Zweistromland.


Wien-Rom (www.kath.net/ KAP)
Der chaldäisch-katholische Patriarch Louis Raphael Sako hat Papst Franziskus zu einem Besuch im Irak eingeladen. So wie Franz von Assisi vor 700 Jahren in Ägypten mit dem Sultan zusammengetroffen sei, "hoffen wir heute, dass Papst Franziskus in den Irak kommen kann, um die Christen im Glauben zu stärken und der kleinen Herde in der Heimat Abrahams Mut und Hoffnung zu geben", zitierte die Stiftung Pro Oriente am Freitag ein Interview Sakos für die römische Nachrichtenagentur "AsiaNews".

Er habe den Papst in den Irak eingeladen und Papst Franziskus habe daraufhin spontan seinen Wunsch ausgedrückt, das Zweistromland zu besuchen, von wo aus Abraham zu seinem Glaubensweg aufgebrochen sei, so der chaldäische Patriarch: "Ich habe ihn gebeten, wie der Heilige Franziskus auch mit den Muslimen zusammenzutreffen." Er sei sehr bewegt von der "Einfachheit und Spontaneität" von Papst Franziskus, so Sako: "Er ist ein Vater und Hirte erster Klasse."


Der Papst sei tief erschüttert gewesen, als er ihm bei einer Audienz am Mittwoch berichtete, dass es im Irak in den letzten zehn Jahren fast 1.000 christliche Märtyrer gegeben habe und 60 Kirchen angegriffen worden seien, sagte Sako: "Er hatte Tränen in den Augen und sagte, dass er den Schmerz der Christen im Irak fühle". Wenn aber das Oberhaupt der katholischen Kirche zur islamischen Welt spreche, "werden wir Christen respektiert".

Bereits unmittelbar nach der Wahl des neuen Papstes hatte Sako betont, diese Wahl sei ein "wichtiges Ereignis für die chaldäische Kirche, für alle Christen im Nahen Osten und für die Länder, die den sogenannten 'Arabischen Frühling' erlebt haben". Das Zeugnis des neuen Papstes werde die orientalischen Christen aus dem derzeitigen "Winter" zu einem wahren "Frühling" führen. Papst Franziskus habe erlebt, was die Gewalt im Leben eines Landes anrichten kann und werde die Menschen ermutigen, auf positive Veränderungen zu setzen und sich nicht von der Verzweiflung überwältigen zu lassen.

Papst Franziskus bringe durch seine Begegnungen mit Juden und Muslimen als Erzbischof von Buenos Aires auch viele Erfahrungen des interreligiösen Dialogs mit. Er sei offensichtlich ein Mensch des Dialogs und der Begegnung, der Freundschaft über alle Grenzen hinweg.

In einem Interview mit "Radio Vatikan" kündigte der chaldäisch-katholische Patriarch an, dass er die Heilige Woche und das Osterfest in Bagdad feiern werde. Es sei zutreffend, dass die Christen in Bagdad mehr Angst haben als die Christen in Kirkuk oder in der kurdischen Region. Umso mehr wolle er sich bemühen, ihnen ganz nahe zu sein.

Sako möchte zu Ostern auch eine Versöhnungsinitiative präsentieren. Derzeit fürchte er vor allem zwei Dinge: Eine Teilung des Landes sowie das Fehlen von Freiheit und Sicherheit. Die Leute hätten das Vertrauen in die Zukunft und in die Verantwortungsträger verloren. Wenn dies so weiter gehe, würden viele Christen weg wollen. Die internationale Gemeinschaft habe in diesem Zusammenhang eine große Verantwortung gegenüber allen Nahost-Staaten. Im Irak brauche es einen "mutigen und ehrlichen Dialog zwischen den politischen Gruppen".

Copyright 2013 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
(www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten.

Foto: © Rome Reports (Screenshot)


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