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Wo ein katholischer Priester etwas total Exotisches ist

19. März 2013 in Familie, keine Lesermeinung
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Ich bin dankbar für die drei Priester, die sich in die Welt der Profimusiker und des Showbusiness gewagt haben, um auch den Menschen eine erste Begegnung mit Jesus zu ermöglichen, die diesen Weg anders ev. nicht so leicht finden würden. Von Linda Noé


Wegscheid (kath.net/ln) Wegscheid, eine 5500-Seelen-Gemeinde im niederbayrischen Landkreis Passau, die riesige Pfarrkirche fasst mehr als 500 Menschen, und sie wird heute Abend bis zum letzten Platz gefüllt sein! „Die Priester“ sind auf Tournee – das sind Abt Rhabanus Petri OSB, Pater Vianney Meister OSB und der Diözesanpriester Andreas Schätzle aus Wien, der auch Programmdirektor von „Radio Maria Österreich“ ist. 2011 veröffentlichten die drei singenden Priester ihr erstes Album und erreichten damit in Österreich und Deutschland Goldstatus, 2012 folgte eine CD mit dem Titel „Rex Gloriae“, mit dieser sind die drei nun auf Tour. Die singenden Priester wurden mit ihrem (lateinischen) Marienlied beim Vorentscheid zum deutschen Songcontest bei über 3 Millionen Fernsehzuschauern auf Platz 4 von 12 gewählt.

Wir dürfen die Priester bereits vor dem Konzert zu einem Videointerview treffen, sprechen mit ihnen über die Papstwahl und den weißen Rauch kurz bevor sie am Mittwochabend auf die Bühne mussten. Aber auch über das Priestersein mitten im Showbusiness und ihre Begegnung auch mit vielen Menschen, für die ein katholischer Priester etwas total Exotisches ist, und von dessen Existenz man gerade noch vom Hörensagen weiß.

Das ganze Team rund um die Priester besteht aus Profis, vom Tourleiter bis zum Lichttechniker, ebenso die 4 Musiker und 2 Backgroundsängerinnen, die mit dabei sind. Es ist eine etwas andere Welt, in die die drei katholischen Geistlichen mit ihrem Projekt und ihrer Botschaft über den „Rex Gloriae“ hineinreichen.

Ab 19 Uhr sind die Türen der Pfarrkirche geöffnet und wir staunen darüber, dass die Kirche, die sich sozusagen irgendwo im ländlichen „Nirgendwo“ befindet, sich so schnell mit über 500 Menschen füllt. Das Konzert beginnt mit dem ersten Titel und Namensgeber des zweiten Studioalbums, „Rex Gloriae“ – auf der CD nicht unbedingt mein Lieblingstitel (es gibt viele schöne zur Auswahl), vielleicht auch aufgrund der Profistimme, die den Psalm vom guten Hirten hineinspricht – live allerdings bin ich sofort mitgerissen, und man spürt sofort: ja, die Priester sind ECHT.


Es ist eine Bühnenshow mit aller bereits erwähnter Professionalität, aber getragen von der echten Lebenshingabe der drei Priester an ihren „Rex Gloriae“ – eine besondere Mischung, die gleichermaßen Widerspruch, Erstaunen und Begeisterung auslöst. Die Priester stellen sich vor, es folgen „Adoro te devote“ und das triumphierende „Tochter Zion“. Vor dem nächsten Titel erinnert sich der Abt an seine eigene ewige Profess: „Nimm mich auf oh Herr, und ich werde leben“ – diese Worte seiner Lebenshingabe hat P. Vianney in „Domine“ wunderschön mit einem Musikstück von Vangelis verbunden.

„Hallelujah“von Leonard Cohen – ein ganz offensichtlicher Lieblingstitel des Publikums auch schon in der Basilika St. Anna in Altötting während der Tour im letzten Jahr, langsam beginnt sich das Publikum merklich zu erwärmen und vereinzelt wird bereits auch mit geklatscht.

„Ave Maris Stella“, der Titel für den Songcontest, hier gemeinsam gesungen mit der Sopranistin aus der Schweiz, Andreas Schätzle erzählt von der Bedeutung der Muttergottes für die Priester als Orientierungspunkt auf stürmischer See – dies sei mehr als Konzert und Show, und von der zweiten Backgroundsängerin, die ein Kind unter dem Herzen trägt – herzlicher Zwischenapplaus aus dem Publikum.

Anschließend ergreift der Programmdirektor von Radio Maria Österreich zur Gitarre und singt sein selbstgeschriebenes Lied „Licht des Himmels“. Weitere Höhepunkte ist die Eigenkomposition des Cellisten aus Kambodscha sowie das minutenlange Solostück am Schlagwerk, das besonders beklatscht wird.

Die Priester bedanken sich bei allen Mitarbeitern der Tour namentlich, bevor sie dann zu einer Eigenkomposition ihres Musical Directors den Zuhörern etwas besonderes Mitgeben: Abt Rhabanus lädt alle ein, auf Jesus zu vertrauen, sich als geliebter Sohn und geliebte Tochter Gottes anzunehmen, P. Vianney erzählt von der Hoffnung, die Christus schenkt, und die er im letzten Jahr so oft gespürt habe, auch durch die Begegnung mit vielen Menschen als Reaktion auf die Musik von „Die Priester“, und Andreas Schätzle macht den Namen „Wegscheid“ zum Ausgangspunkt seiner kurzen Betrachtung über das Loslassen von geliebten Menschen, und vom Heiligen Geist, der zusammenführt und heilt, was verwundet ist. Als Abschluss dieses Teiles segnen die drei Priester alle Anwesenden.

Der letzte Programmpunkt hat merklich neues Feuer entzündet, denn als „Glorificamus te“ erklingt, wird mit geklatscht und gesungen, ich sehe strahlende Gesichter und es gibt nach jeder einzelnen der folgenden Zugaben erneut Standing Ovations und minutenlang begeisterte Jubelrufe von allen Seiten.

Beim Hinausgehen nehmen noch viele Menschen die Gelegenheit war, kurz mit einem der Priester ein paar Worte zu wechseln oder sich ein Autogramm zu holen, einen Schweikelberger Geist aus dem Klosterladenangebot mitzunehmen oder ein Büchlein von Radio Maria Österreich mit Zeugnissen über die priesterliche Berufung.

Wieder draußen in der kalten Nachtluft wirkt das warme Licht aus der Kirche noch längere Zeit in meinem Herzen nach, und ich bin dankbar über die drei Priester, die sich in die Welt der großen Plattenfirmen, Profimusiker und des Showbusiness gewagt haben, um eine erste Begegnung mit Jesus auch den Menschen zu ermöglichen, die diesen Weg vielleicht ansonsten nicht so leicht finden würden – habe ich doch meine eigene erste Begegnung mit Christus vor etwas mehr als zehn Jahren ähnlich und über die Musik erlebt. Aber das ist eine andere Geschichte.

KATH.NET-Videoinnterview mit "Die Priester" - 16. März 2013



Musikalischer Auszug vom Konzert



Foto: Linda Noé interviewt "Die Priester" © kath.net


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