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Persönlichkeiten des Konklaves: Kardinal Odilo Pedro Scherer9. März 2013 in Weltkirche, 18 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Erzbischof von Sao Paulo, der größten katholischen Stadt der Welt: Trotz ihrer Verdienste ist die Zeit der Befreiungstheologe vorbei, gefährliche Tendenz, den Glauben auf politische Ideologie zu verkürzen - prangert mit Benedikt XVI Relativismus an
Rom (kath.net/KAP) Der Kardinal der größten katholischen Stadt der Welt wird nicht nur in lateinamerikanischen Medien, sondern längst auch in der italienischen "Repubblica" als "Papabile" gehandelt: Der Name Odilo Pedro Scherer (63), seit 2007 Erzbischof von Sao Paulo, größter Ballungsraum in ganz Lateinamerika, findet sich in allen Favoritenlisten und Aufzählungen möglicher Top-Kandidaten des Konklaves an den vordersten Stellen. Der sprachgewandte Kardinal aus Brasilien gilt als bestens vernetzt und verfügt über starke Rückendeckung im Vatikan. Er wird zum konservativen Flügel der brasilianischen Kirche gezählt. Odilo Pedro Scherer wurde am 21. September 1949 im Bundesstaat Rio Grande do Sul als eines von elf Kindern geboren. Seine Vorfahren wanderten in den 1880er Jahren aus dem Saarland nach Brasilien aus. Die Kardinalswürde scheint ihm in die Wiege gelegt zu sein: Onkel Alfredo Vicente, gestorben 1996, war Erzbischof von Porto Alegre und wurde von Papst Paul VI. im Jahr 1969 in das Kardinalskollegium aufgenommen. Weltbekannt wurde das Familienmitglied des jetzigen "Papabile" im Zuge seiner Entführung im Jahr 1980, aus der weitgehend unbeschadet wieder frei kam. 
Odilo Scherer nahm sich den Lebenslauf seines Onkels offenbar zum Vorbild: Er studierte katholische Theologie, Philosophie und Bildungswissenschaften. 1976 wurde er zum Priester geweiht. Es folgten vertiefende philosophische Studien an der Gregoriana in Rom, am Päpstlichen Brasilianischen Pius-Kolleg promovierte er außerdem zum Doktor der Theologie. Sein Wissensdrang führte Scherer an weitere Universitäten in Brasilien, Deutschland, Frankreich und England. Scherer spricht neben seiner Muttersprache Portugiesisch fließend Englisch, Italienisch und Deutsch. Damit schien eine Professorenlaufbahn vorausprogrammiert: Scherer wurde Rektor und Professor am Priesterseminar in Cascavel im brasilianischen Bundesstaat Parana, dann am Diözesanseminar in Toledo, wo er von 1985 bis 1988 auch als Seelsorger arbeitete, sowie wiederum in Cascavel am Theologischen Zentrum. Lehrtätigkeiten an philosophischen und theologischen Fakultäten komplettierten das breite Wirken Scherers auf der Hochschulebene. Von 1994 bis 2001 arbeitete Scherer an der Bischofskongregation im Vatikan. Papst Johannes Paul II. ernannte Scherer am 28. November 2001 zum Weihbischof von Sao Paulo und zum Titularbischof von Novi; im Februar des nächsten Jahres erfolgte die Bischofsweihe. Bischof Scherer war von 2003 bis 2007 Generalsekretär der brasilianischen Bischofskonferenz. Papst Benedikt XVI. ernannte ihn am 21. März 2007 zum Erzbischof von Sao Paulo. Am 24. November desselben Jahres wurde er in das Kardinalskollegium aufgenommen. Einsatz für gerechte Landreform Odilo Pedro Scherer setzt in der 15-Millionen-Metropole Sao Paulo - mit dem Umland ist der multikulturelle Ballungsraum Heimat von 20 Millionen Menschen - auf junge charismatische geistliche Gemeinschaften. Immer wieder prangert der Erzbischof von Sao Paulo Menschenrechtsverletzungen, Korruption in der Politik und Sklavenarbeit an. Als eine Ursache für die anhaltende Gewalt in ländlichen Regionen weist Scherer immer wieder auf Ungerechtigkeiten bei der Landvergabe und -verteilung hin. Er gilt als entschlossener Fürsprecher für eine gerechte Landreform. Der Einsatz für soziale Gerechtigkeit und Solidarität im Namen des Evangeliums ist für Scherer das positive Verdienst der Befreiungstheologie. Dennoch sei - wie er meint - die Zeit der Befreiungstheologe vorüber. Sie beinhaltet für Scherer eine gefährliche Tendenz, wenn der Glaube auf eine politische Ideologie verkürzt werde. Ganz im Sinne Papst Benedikts XVI. prangert Kardinal Scherer immer wieder den "Werterelativismus" an; Korrektiv gegen eine von ihm sogenannte "Kultur des totalen Subjektivismus" müsse die katholische Soziallehre sein. Copyright 2013 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich. Alle Rechte vorbehalten. Foto: Kardinalsblog www2.fiu.edu/~mirandas/gallery-conclave2013.htm
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Lesermeinungen| | Kathole 11. März 2013 | | | | @Wuna: Unterirdisch und infam, Ihr Beitrag! Schämen Sie sich! Ich habe hier ausschließlich zum Kardinal Stellung bezogen, von dem im Artikel oben die Rede ist. Hierzu habe ich zwei weitere Artikel mit Hinweisen verlinkt, die sich direkt oder auf diesen beziehen. Keines der Argumente, die ich direkt oder indirekt angeführt habe, betrafen einen Verwandten desselben, sondern nur ihn selbst, sei es daß er Gegenstand einer massiven Pressure-Kampagne seiner Bischofskonferenz im Hinblick auf das Konklavegewesen ist, ohne sich davon distanziert zu haben, oder sei es in Form seiner eigenen liturgischen Praxis.
Den Namen des kanadischen Kardinals haben hier ausschließlich Sie ins Spiel gebracht, und das gleich auf eine absolut unterirdische Weise, wie es dies nicht einmal das -stark säkularistische- kanadische Fernsehen getan hat, in dem Sie infame Andeutungen machen, die keinerlei Grundlage in Person und Amt des Kardinals haben. Schämen Sie sich! |  1
| | | | | Wuna 11. März 2013 | | | | @kathole Sie haben hier hinreichend klar gestellt, wer Ihr Favorit ist. Lassen Sie uns halt auch unseren. Wir müssen ja gottlob nicht wählen - aber Kardinal Scherer wäre mein Kandidat.
Wie viele andere Menschen, bin ich der Meinung, der nächste Papst sollte auf keinen Fall ein Kurienkardinal sein.
Kardinal Ouellet scheint ein Problem in seiner Familie zu haben - FALLS die Presseberichte stimmen. Das spricht nicht gegen ihn, dürfte aber seine Chance mindern.
Lg |  4
| | | | | Kathole 11. März 2013 | | | | Sehr verdächtig auch das Lob von ADVENIAT in Richtung Brasilien O-Ton ADVENIAT: "Die Kirche in Brasilien ist ihren eigenen Weg gegangen, immer in Gemeinschaft mit Rom, stellt aber auch öfter kritische Anfragen nach Rom, was die pastoralen Anforderungen betrifft. [...] Er muss sehr weltoffen sein [...]". Brasilien scheint sich als Projektionsfläche für deutsche Kirchenwünsche besser zu eignen als etwa Mexiko.
ADVENIAT ist in den letzten beiden Jahrzehnten ja ganz auf befreiungstheologischen Kurs eingeschwenkt, gerade als diese stark ideologisch geprägte Strömung in Lateinamerika immer mehr an Boden zu verlieren begann. Dieses Schwinden hat einerseits mit dem klärenden Wirken Joseph Ratzingers an der Spitze der CDF zu tun gehabt, andererseits mit dem Scheitern des Sowjetimperiums, aber auch damit, daß die von den klerikalen Ideologen und Soziologen mit ihrem Hunger nach Gott alleingelassenen Menschen sich von der Katholischen Kirche abwandten und zu den protestantischen und insbesondere pfingstkirchlichen Gemeinschaften wechselten. www.domradio.de/themen/konklave/2013-03-04/adveniat-lateinamerikaner-hoffen-auf-papst-vom-eigenen-kontinent |  2
| | | | | Kathole 11. März 2013 | | | | Problempunkt scheinbar Mangel an Ehrfurcht und Sorgfalt bei der liturgischen Zelebration Während das seltsame massive "Pushen" der Kandidatur Kardinal Scherers durch die brasilianische Bischofskonferenz, in der nach wie vor auch Sympathisanten und Protektoren von Strömungen zweifelhafter Orthodoxie vertreten sind, erst einmal großes Mißtrauen weckt, obwohl in seinen Aussagen so schnell nichts Kompromittierendes zu finden ist, scheint ein Symptom seiner Variante der "Liberalität" der Mangel an Ehrfurcht und Sorgfalt bei der liturgischen Zelebration der Eucharistie zu sein, welche eines der Kernanliegen Bendikt XVI. gewesen ist.
Mehr als fraglich ist, ob das, was "Messa in Latino" darüber berichtet, wirklich zum wünschenswerten Nachfolger des großen Liturgen Benedikt XVI. paßt: Man könne Scherers „modus celebrandi nur als nachlässig und an der kanonischen Grenze zum Mißbrauch“ bezeichnen. „Zum Beispiel die Kommunionspendung ohne Patene, obwohl diese auch in den Rubriken des Novus ordo vorgeschrieben wäre." Nicht ohne Folgen ... www.katholisches.info/2013/03/11/scherer-last-hostie-zu-boden-fallen-scola-legt-bekenntnis-zu-hermeneutik-der-kontinuitat-ab/ |  2
| | | | | Dominik Pallenberg 10. März 2013 | |  | @Rolando Zitat: „ … denn Denjenigen, den der Herr haben will den setzt er ein und gibt ihm die erforderliche Gnade dazu. Es erübrigen sich jegliche Spekulationen und Ängste wegen eines zu modernen Papstes. Der Hl. Geist wird ALLES RICHTIG machen, vertrauen wir darauf, es klappt schon über 2000 Jahre.“
Mit Verlaub, mein Herr, das ist doch reichlich naiv und läßt jegliche Kenntnis der Kirchengeschichte vermissen. |  1
| | | | | 10. März 2013 | | | | Belege @GMM? Wie schon an anderer Stelle hier gesagt, manche führen sich hier auf, als wäre ein Dorfbürgermeister zu wählen. "Er soll ...", "Der hat gesagt ...", "in der Zeitung steht ..."
Mir ist dieses ganze Kampagnisieren hier mittlerweile derart zuwider, dass ich mir vorgenommen habe, zu einzelnen Kardinälen überhaupt nichts mehr zu sagen.
Schönen Dank an jeden, der es genauso macht :-) |  5
| | | | | GMM 10. März 2013 | |  | Kardinal Scherer soll ein Gegner der alten Messe sein. Das macht ihn mir unheimlich. |  3
| | | | | GMM 10. März 2013 | |  | Die Grenze zwischen dem Rhein- und Moselfränkischen, die dat-wat/das-was-Grenze, geht quer durch das Saarland hindurch. |  2
| | | | | Catholicus Thuringius 9. März 2013 | |  | Liberal oder doch nicht? Jaja die Spekulationen treiben seltsame Blüten. Einige (so zB in einem auch hier zitierten Artikel auf katholisches.info) sehen in Scherer einen Kandidaten der "Progessiven", der einen Anti-Benedikt-Kurs verfolgen soll. Die DBK-Seite katholisch.de schätzt Scherer dagegen als "Kandidaten der Kurie" ein, dem der angeblich "romferne" Angelo Scola gegenüber stehen soll. Sicher: Solche Spekulationen mögen interessant zu lesen sein, informativ im eigentlichen Sinne sind sie aber nicht. |  1
| | | | | Rolando 9. März 2013 | | | | Amtsgnade Es ist nicht von Bedeutung ob der zukünftige Papst ein Liberaler oder ein Konservativer Kardinal ist, denn Denjenigen, den der Herr haben will den setzt er ein und gibt ihm die erforderliche Gnade dazu. Es erübrigen sich jegliche Spekulationen und Ängste wegen eines zu modernen Papstes. Der Hl. Geist wird ALLES RICHTIG machen, vertrauen wir darauf, es klappt schon über 2000 Jahre. |  4
| | | | | willibald reichert 9. März 2013 | | | | jean-louis Asu eigener Erfahrung bei Aufenthalten in
Rio Grande do Sul spricht man dort
hunsrickisch, da die meisten deutschen An-
kömmlinge einst aus dem heutigen Rheinland
Pfalz mit dem Schwerpunkt Hunsrück sowie den angrenzenden Regionen kamen. Die hochdeutsche Sprache wird dagegen nur von relativ wenigen Leuten
praktiziert. Die Sprachgrenze zwischen dem Rheinfränkischen und dem Mosel-
fränkischen kann man in etwa mit dem
Verlauf der Hunsrückhöhenstraße ab-
grenzen. |  2
| | | | | SierraVictor 9. März 2013 | |  | @gloria olivae So gesehen wäre vor 8 Jahren ein deutscher Papst unmöglich gewesen. |  5
| | | | | 9. März 2013 | | | | Mission erfüllt II Genau wie Calimero es ausdrückt, ist die Realität. Der Katholizismus in Brasilien befindet sich im freien Fall. Protestantische Gemeinschaften haben starken Zulauf. |  6
| | | | | Fröhlich 9. März 2013 | |  | otto scherer ist ein sehr guter kardinal! schlicht lächerlich, wenn einige "experten" diesen profilierten theologen in eine liberale ecke drängen wollen. |  6
| | | | | jean-louis 9. März 2013 | | | | Na ja! Man beachte die Nuancen: Kardinal Scherer beklagt de "Werterelativismus", betont das aber nur im Zusammenhang mit der Soziallehre. Ansonsten dürfte er durchaus ein Liberaler sein, und sicher kein Freund der Tradition.
@Victor
Streng genommen, spricht man im Saarland einen moselfränkischen Dialekt, aber vielleicht ist das auch nur eine andere Bezeichnung für das Gleiche. |  6
| | | | | Kathole 9. März 2013 | | | | Der "konservativ" wirkende Kardinal als "Plan B" der "liberalen" bis "progressiven" Kräfte? Vieles hört sich nicht schlecht an. Man könnte auch noch die jüngst demonstrativ gezeigte Rückendeckung für die rechtmäßige Rektorin der Päpstilchen Katholischen Universität von Sao Paulo nennen, einer Universität, die sich in Lehrkörper und Lehrinhalten ähnlich weit von der Katholischen Kirche und ihrer Lehre entfernt hat, wie ihre Entsprechung in Lima (Peru), der deshalb die Berechtigung entzogen worden war, die Titel "katholisch" und "päpstlich" zu führen.
Mißtrauisch macht aber insbesondere die Art und Weise, wie er auch von Sektoren mit zweifelhafter Orthodoxie gegenwärtig mit aller Macht zum angeblichen lateinamerikanischen Wunschkandidaten hochgejubelt wird. Dazu zählt auch ein Beschluß der Brasilianischen Bischofskonferenz, der sogar das Gewissen der brasilianischen Kardinäle beim Konklave binden möchte und die heimischen Medien offen zur Unterstützung der Kandidatur Scherers auffordert, als eine Art "Plan B" der "liberalen" bis "progressiven" Kräfte. www.katholisches.info/2013/03/08/apostasie-im-innern-der-kirche-bekampfen-appell-traditionsverbundener-katholiken-an-nachsten-papst/ |  10
| | | | | 9. März 2013 | | | | Kleine Korrektur Die Muttersprache des Kardinals ist Deutsch bzw. das Rheinfränkische der Heimat seiner Ahnen. Das war die gesprochene, alltäglich verwendete Sprache- väterlicher- wie mütterlicherseits. Und er wurde als Otto Peter getauft.
Potugiesisch ist die Zweitsprache. |  1
| | | | | Calimero 9. März 2013 | | | | Mission erfüllt "die Zeit der Befreiungstheologie vorüber"
Wer wollte das bezweifeln.
Das katholische Südamerika ist als Ganzes strukturell nach links gerückt. Überall demokratisch legitimierte Links- oder Mittelinksregierungen.
Mission erfüllt. |  5
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