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Persönlichkeiten des Konklaves: Kardinal John Onaiyekan

8. März 2013 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
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Der Erzbischof von Abuja in Nigeria ist schon viele Jahre im interreligiösen Dialog engagiert - Kardinalsblog mit vergangenen und allen aktuellen Kardinälen


Rom (kath.net/KAP) John Olorunfeni Onaiyekan (69) ist nach Francis Arinze der zweite Kardinal aus Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas. Der Süden des Landes ist vorwiegend christlich geprägt, und die Katholiken - rund 30 Millionen - bilden in einigen Regionen die Mehrheit.

Dort liegen auch die großen Hoffnungsgebiete für die Zukunft der Weltkirche. Denn an Nigerias Priesterseminaren studieren mehr als 5.000 künftige Welt- und Ordenspriester. Allein das größte Priesterseminar der Welt, das "Bigard Memorial Seminary" in Südnigeria, zählt 1.000 Alumnen.

Onaiyekan, ein Bibelwissenschaftler, unterrichtete als junger Priester an verschiedenen der großen Priesterausbildungsstätten seiner Heimat. Er war erst 36, als ihn Johannes Paul II. 1980 in die Internationale Theologenkommission holte, wo er in der Folge auch eng mit Christoph Schönborn zusammenarbeitete.


1983 wurde Onaiyekan zum Bischof geweiht. Seit 1990 leitet er die Hauptstadtdiözese Abuja, seit 1999 ist er Vorsitzender der Nigerianischen Bischofskonferenz. Im Konsistorium von November 2012 erhielt er von Benedikt XVI. die Kardinalswürde.

Unmittelbar vor seiner Abreise nach Rom sprach Onaiyekan bei einer UNO-Tagung in Wien über die Notwendigkeit des interreligiösen Dialogs. Der Nigerianer wurde auch deshalb eingealden, weil die Christen seiner Heimat vom blutigen Terror der islamistischen Boko-Haram-Sekte betroffen sind.

Kardinal Onaiykan ist schon viele Jahre im interreligiösen Dialog engagiert - mit dem Ziel, den extremistischen, Gewalt und Hass schürenden Kräften den Nährboden zu entziehen. Der Kardinal aus Nigeria war sogar einer der prominentesten Diskussionsteilnehmer am UN-Gipfel der "Allianz der Zivilisationen". Er nahm seinen Auftritt in Wien zum Anlass, die Grundbedingungen für eine auf Respekt und Verständnis aufbauende multireligiöse Koexistenz zu definieren.

Onaiyekan bewertet die Globalisierung grundsätzlich positiv; diese dürfe jedoch nicht in Richtung einer Marginalisierung und Ausklammerung der Religion gehen. Auch einem allzu vereinfachenden Schablonendenken im Blick auf angebliche Modernität des Westens und angebliche Rückständigkeit des Orients bzw. Afrikas erteilt der Erzbischof von Abuja eine Absage. Damit werde man auch "der Vielfalt der Schöpfung nicht gerecht", betonte er mehrfach.

Der 1944 im zentralnigerianischen Kabba geborene Kirchenmann war bereits bei der ersten Afrika-Bischofssynode 1994 in Rom aufgefallen, als er eine viel beachtete Rede hielt. Als er 18 Jahre später zum Kardinal erhoben wurde, folgten ihm Hunderte Landsleute und reisten zu den Feiern in die Ewige Stadt an. Beim Empfang in der "Sala Ducale" steckte Onaiyekan die "heiligen Hallen" des Vatikan mit seinem Lachen an. "Nigeria ist ein sehr fröhliches und ein sehr religiöses Land. In der Welt wird es aber so gesehen, als würden hier Fanatismus, religiöse Intoleranz und die Ermordung von Unschuldigen vorherrschen", sagte der Kardinal in Anspielung auf die islamistische Terrorgruppe Boko Haram.

Eine Lebensbeschreibung mit Foto aller Kardinäle findet sich auf dem privaten Blog www2.fiu.edu/~mirandas/gallery-conclave2013.

Copyright 2013 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich. Alle Rechte vorbehalten.

Foto: © Kardinalsblog www2.fiu.edu/~mirandas/gallery-conclave2013.htm


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Lesermeinungen

 girsberg74 9. März 2013 
 

@ Kathole

Danke für die Information.
Was Kardinal Onaiyekan sagt, hat nicht nur Bedeutung für die DBK, für diese aber ganz sicher eine Anwendung.
Ob das in Deutschland wahrgenommen wird?


1
 
 Kathole 9. März 2013 
 

Kardinal Onaiyekan kritisiert das Bemühen in der Kirche um Beliebtheit gegenüber den Medien

Der nigerianische nigerianische Kardinal John Olorunfemi Onaiyekan nahm jüngst das Bedürfnis einiger Kirchenleute -ich denke hier besonders an die DBK- aufs Korn, die sogenannte "Glaubwürdigkeit" der Kirche zu steigern, worunter sie aber meist die Beliebtheit bei Medien und Meinungsumfragen meinen.

„Da gibt es Leute, für die wird meine Botschaft nie glaubwürdig sein, weil sie mir nie glauben werden, weil sie nicht (an Gott) glauben“.

„Man kann nicht für jedermann glaubwürdig sein. Authentisch, das ja, aber authentisch meint eine Botschaft, die sich so eng wie möglich an die Botschaft Jesu anlehnt; das ist, worüber ich mir Sorgen mache“.

„Die Kirche kann natürlich nicht umherlaufen und die ganze Zeit versuchen, beliebt zu sein, akzeptabel zu sein“ für die Sichtweisen, Positionen und Meinungen von Journalisten und dem herrschenden Zeitgeist, sagte er.

www.catholicnews.com/data/stories/cns/1301038.htm


2
 
  9. März 2013 
 

Besten Dank - eines der interessantesten Portraits bisher

Ganz unabhängig vom Konklave:
Nigeria ist eines der "Schlüsselländer" des 21. Jahrhunderts und steht vor ungeheuren Herausforderungen. (Vorsicht: Ins Fernsehen schaffen es meistens nur die 'bad news')

Im bevölkerungsreichsten Land Afrikas gibt es eine Vielfalt von Sprachen, Völkern, Religionen. Unter diesen Vorbedingungen versucht man nach Jahrzehnten der Militärdiktatur gerade die Demokratie einzuüben. .

Ein ganz großes Thema auch der kirchlichen Arbeit ist dort die "good governance" und was die Christen dazu beitragen können. Es ist eine sehr lebendige Kirche, im Aufbau und im Aufbruch.

Ein anderer Aspekt:Offenbar hat die gemeinsame Arbeit in Rom einen tragfähigen Kontakt zwischen Nigeria und Österreich hergestellt. So soll das sein - auch dafür ist "Rom" da!


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