06 März 2013, 08:45
Konklave: Wird ein Ordensmann neuer Papst?
 
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Seit 167 Jahren saß kein Ordensangehöriger mehr auf dem Stuhl Petri - Das könnte sich nun bald ändern

Vatikanstadt (kath.net/KAP) Seit 167 Jahren stand kein Ordensmann mehr an der Spitze der katholischen Kirche. Diese lange Zeitspanne könnte nun ein Ende nehmen. Von den voraussichtlich 115 Papstwählern sind immerhin 17 Ordensmänner - verteilt auf Lateinamerika (4), Nordamerika (3), Westeuropa (5), Mittel- und Osteuropa (3), Asien und Afrika (je 1). Diese Quote von 14,8 Prozent "Ordens-Kardinälen" ist höher als der Anteil an "Ordens-Päpsten" in der Kirchengeschichte: Von den rund 260 regulären Petrus-Nachfolgern kamen maximal 30 aus Ordensgemeinschaften. Immerhin sind aber unter den derzeitigen "Ordens-Kardinälen" auch einige, die als "papabile" gelten.

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Die meisten Päpste stellte der älteste, der Benediktinerorden, der bis 1119 quasi ein Ordensmonopol besaß und es auf insgesamt 10 bis 15 Pontifikate bringt - leider sind die historischen Quellen für eine nähere Präzisierung nicht ausreichend genau. Doch unter den Benediktiner-Päpsten sind so namhafte wie Gregor der Große (590-604, Ordensmitgliedschaft nicht gesichert), Gregor VII.(1073-1085) und Urban II.(1088-1099) vertreten. Auch ein deutscher Papst folgte ursprünglich der Regel des heiligen Benedikt: Stephan IX.(1057/58).

Die größte Zeit der Ordenspäpste ist zugleich die größte Blütezeit der Orden schlechthin: Im elften und zwölften Jahrhundert kamen insgesamt 13 Päpste aus Männerorden. Auffällig ist allerdings, dass kaum einer der damals tonangebenden Orden heute noch namhaft im Kardinalskollegium vertreten ist: kein Benediktiner, kein Augustiner-Chorherr (immerhin fünf Päpste), kein Zisterzienser - dafür aber mehrere weniger "prominente" wie die Scalabriner, die Sulpizianer oder die Lazaristen.

Einzig die Franziskaner, die in der Kirchengeschichte drei Päpste stellten, sind auch heute noch stark und auf drei Kontinenten vertreten: Wilfrid Napier (72, Südafrika), Carlos Amigo Vallejo (78, Spanien) und Claudio Hummes (78, Brasilien). Freilich bedeuten drei Franziskaner-Kardinäle nicht notwendig eine "Fraktionsbildung". Ordensbrüder sind ebenso wenig zwangsläufig einer Meinung wie die Kardinäle eines Landes - und in ihrer Funktion als Bischof vertreten sie auch nicht unbedingt immer die Position und Wünsche ihrer Ordensleitung.

Die Dominikaner, historisch mächtiger eher als mittelalterliche Inquisitoren denn als Päpste, bringen es auf nur zwei Kandidaten: den Wiener Kardinal Christoph Schönborn (68) und den Prager Dominik Duka (69). Im Aufwind sind die global aufgestellten Salesianer Don Boscos mit vier Wählern: Tarcisio Bertone (78), Angelo Amato (75) und Raffaele Farina (79, alle Italien) sowie Oscar Andres Rodriguez Maradiaga (70, Honduras).

Kein Jesuit ist bislang jemals Papst geworden: Auch eine Folge traditionellen Misstrauens der Regierungen mit Veto-Recht gegen jene globalen "Romtreuen", denen zugleich immer auch das massive Verfolgen politischer Eigeninteressen nachgesagt wurde. Unter den Wahlberechtigten hätten diesmal zwei Mitglieder der "Gesellschaft Jesu" sein können: Julius Riyadi Darmaatmadja (78) aus Indonesien - der jedoch wegen Krankheit fernbleibt - und Jorge Mario Bergoglio (76) aus Argentinien. Letzterer gilt erneut als "papabile" - zumindest bei seinen Landsleuten.

Der bislang letzte Ordensmann auf dem Stuhl Petri war Gregor XVI. Dieser einzige Kamaldulenser in der Nachfolge des heiligen Petrus wurde 1831 gewählt - und starb 1846, vor 167 Jahren: die wahrscheinlich längste Lücke, seit es das abendländische Mönchtum gibt. Klappt es auch diesmal nicht, werden sich die Aussichten auf einen Papst aus den Reihen der Orden eher verdüstern: 10 der 18 derzeitigen Ordensmitglieder und Kardinäle unter 80 Jahren verlieren bis 2017 ihr Stimmrecht beim Konklave.

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