04 März 2013, 12:30
'Wir sind total überwältigt und sehen die Größe Gottes'
 
Hildegard13
 
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Eine Gebetsinitiative verbreitet sich in atemberaubendem Tempo: „Adopt a cardinal“ lädt ein, sich für das kommende Konklave einen Kardinal zur Gebetsbegleitung zuteilen zu lassen. Julia Kleinheinz berichtet im kath.net-Interview. Von Petra Lorleberg

Pfaffenhofen (kath.net/pl) „Inzwischen gibt es um den kompletten Globus Beter. Das bedeutet, es ist sozusagen ein 24- Stunden-Gebet, in dem wir uns ohne Unterbrechung in der Fürbitte für die Kardinäle und in der Anbetung nach dem Himmel ausstrecken für ein geistgeleitetes Konklave.“ Das sagt die 27-jährige Julia Kleinheinz aus Rettenberg (Allgäu) über die Gebetsinitiative „Adopt a cardinal“. Frau Kleinheinz, im Hauptberuf in der Marketingkommunikation und ehrenamtlich in der Leitung von „Jugend 2000“ sowohl in der Diözese Augsburg wie auch auf Bundesebene aktiv, gibt im kath.net-Interview Auskunft über die Gebetsinitiative, deren rasanter Unterschriftenzuwachs zwischendurch sogar die Website von „Adopt a cardinal“ an die Grenze der technischen Belastbarkeit geführt hatte. Nach nur anderthalb Wochen beteiligen sich bereits über 220.000 Menschen mit ihrem Gebet, der Boom ist völlig ungebrochen.

kath.net: Könnte man sagen, Frau Kleinheinz, dass die „Jugend 2000“ mit der Gebetsinitiative „Adopt a cardinal“ einen Schneeball geworfen und eine Lawine ausgelöst hat? Hatte Sie mit einer derartigen Beteiligung gerechnet?

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Julia Kleinheinz:
Als wir gestartet sind, hatten wir kein Endziel oder keine konkrete Absicht, was damit passieren soll. Unser Impuls war einfach, dass die Kardinäle unser konkretes Gebet benötigen, wir eine Plattform dazu schaffen und unsere Familie, Freunde, Bekannte und befreundete Gemeinschaften und Bewegungen einladen mitzubeten. Im Endeffekt ist es das geblieben, nur hat es sich auf die weltweite Großfamilie von Brüdern und Schwestern im Glauben ausgeweitet. ;-)

Wir sind im Team davon total überwältigt und sehen die Größe Gottes. Es lässt uns wirklich neu die Dimension von universaler Kirche erahnen, die keine Ländergrenzen kennt, die alle Lebensstände einschließt, von jung bis alt Begeisterung auslöst und mit Freude erfüllt.

kath.net: Welchen Kardinal haben Sie selbst „adoptiert“?

Kleinheinz:
Ich selber habe Kardinal Polycarp Pengo, Erzbischof von Dar es Salaam in Tansania adoptiert. Er steht mittlerweile als Name an meiner großen 3,5 m langen Gebetswand und ich schließe ihn täglich in mein Gebet mit ein.

Ich habe mit Gott zusätzlich zwei Vereinbarungen getroffen. Wann immer Kardinal Polycarp während dem Tag ein schnelles konkretes Gebet benötigt, soll Gott mir dazu einen kleinen Impuls geben. Das klappt wunderbar. Ich denke häufig an ihn, und in diesen Momenten halte ich kurz inne und spreche in aller Schlichtheit ein Gebet für ihn und schicke ihm den mütterlichen Segen Mariens.

Meine zweite anstrengendere Vereinbarung mit Gott ist, dass ich die täglichen kleinen Verzichte und Liebesopfer für meinen Kardinal annehmen möchte. Gott nimmt mich hier manchmal sehr beim Wort, denn die Möglichkeiten dazu haben schlagartig zugenommen. ;-)

Dadurch darf ich mich „meinem“ Kardinal aber auch sehr nahe fühlen und ihm eine echte geistliche Stütze sein.

kath.net: Welche Rückmeldungen bekommen Sie von anderen „Adoptiveltern“ der Kardinäle?

Kleinheinz:
Die Rückmeldungen sind überwältigend! Wir sitzen häufig vor unseren Computern und können es nicht fassen. Ganze Familien adoptieren Kardinäle, manche verwenden das Bild ihres Kardinals als Hintergrundbild bei ihren Smartphones, ganze Schulklassen adoptieren und beten gemeinsam für die Kardinäle.

Sogar bis in die verschiedenen Orden ist es gedrungen. Die Außenschwestern adoptieren für alle Schwestern im Kloster einen Kardinal oder Pfarrer erhalten von den Alten und Kranken in der Pfarrei den Auftrag, einen Kardinal für sie zu ziehen. Gestern erhielten wir die Aufforderung eines Pfarramtes, deren Limit für die Adoption bitte baldmöglichst hochzusetzen, weil die Pfarrmitglieder ihnen sprichwörtlich „die Bude“ einrennen um zu adoptieren. Unglaublich!

Besonders beeindruckt hat uns ein schönes Zeugnis einer Frau die uns gedankt hat, da sie nun einen „neuen Sohn“ hat, für den sie ihr Leben lang beten möchte.

Viele schreiben uns, dass sich ihr Blick und ihr Herz gewandelt haben von „die Kardinäle“ hin zu „unser/mein Kardinal“. Auf dem Nährboden von machtvollem Gebet, brennenden Herzen, echtem Mitgefühl, unglaublicher Leidenschaft und bedingungslose Hingabe für die Kardinäle entsteht eine unglaubliche Kraft und Bewegung in der Kirche - eine hochexplosive Mischung für den Hl. Geist!

kath.net: Wie kam es zu dieser Idee?

Kleinheinz:
Jemand von uns hat einen Zeitungsartikel gelesen in welchem alle Kardinäle kurz mit Bild vorgestellt wurden. In diesem Moment war der Impuls da „Bete für meine Kardinäle“ und auch das Schlagwort „adopt a cardinal“. Nachdem wir in einem kleinen Kreis von Leuten darüber gebetet haben, hat es sich bei allen bestätigt bzw. der Impuls wurde stärker.

Wir haben einfach noch ein paar Leute angesprochen und begonnen. Nach acht Tagen mit viel Gebet, Leidenschaft und Nachtschichten hatten wir alles startklar und gingen am 22. Februar um 18 Uhr online.

kath.net: Warum fühlen Sie sich für das Konklave und für die Wahl des zukünftigen Papstes mitverantwortlich?

Kleinheinz:
Weil wir alle Leib Christi sind und unsere Kirche lieben. Diese Kirche befindet sich in meinen Augen in einer ihrer schwierigsten Zeiten. Die Kardinäle sind in diesen Tagen einer ganz besonderen Last und Angriffen ausgesetzt. Die Last wollen wir mittragen durch unser Gebet. Es ist ein Gebet, dass mittlerweile nicht mehr abbricht.

Inzwischen gibt es um den kompletten Globus Beter. Das bedeutet, es ist sozusagen ein 24- Stunden-Gebet, in dem wir uns ohne Unterbrechung in der Fürbitte für die Kardinäle und in der Anbetung nach dem Himmel ausstrecken für ein geistgeleitetes Konklave. Das ist wirklich biblisch wie beim Gebet des Mose auf dem Berg, als Josua im Kampf gegen Amalek war.

Egal welche Gedanken und Mächte Einfluss nehmen möchten, dieses ununterbrochene Gebet ist stärker und wird nicht abklingen. In vielen Zeugnissen lesen wir, dass sich viele ganz neu ermutigt fühlen, durch ihr Gebet und Fasten den Hl. Geist für die Kardinäle herabzurufen. In einer Gemeinschaft von tausenden Betern wird dies nicht wirkungslos bleiben.

kath.net: Glauben Sie daran, dass Gott auf dieses Konklave konkret Einfluss nehmen wird und der neue Papst unter der Leitung des Heiligen Geistes gewählt wird?

Kleinheinz:
JA!!! Denn wäre ich nicht davon überzeugt, würde ich ja glauben, dass Gott an seiner Kirche und damit auch an mir als lebendiges Glied dieser Kirche kein Interesse hat. Alles was ich über das Wesen Gottes und seiner Liebe zu uns persönlich erfahren habe, würde einen solchen Gedanken niemals zulassen.

Wenn ich vielleicht auch nicht immer alles verstehe, so hab ich doch das tiefe Vertrauen, dass sich an allem der Wille Gottes vollzieht und es in einen ultimativ-genialen Heilsplan gipfeln wird. Gottes Wille vollzieht sich in seiner Kirche, die zu seiner Verherrlichung bestimmt ist, wie es in Eph 3, 20-21 steht: „Er aber, der durch die Macht, die in uns wirkt, unendlich viel mehr tun kann, als wir erbitten oder uns ausdenken können, er werde verherrlicht durch die Kirche und durch Christus Jesus in allen Generationen, für ewige Zeiten. Amen.“

kath.net: Was hat Ihnen der bisherige Papst, Benedikt XVI., bedeutet?

Kleinheinz:
Ich bin groß geworden mit Johannes Paul II. Er legte mir eine Vision ins Herz von einem radikalen Leben mit Jesus. Eine Vision von erfüllender Freude und einem Mut, der wahren Berufung in Gott zu folgen.

Benedikt XVI. hat es nun auf unglaubliche Weise verstanden, dem oben Beschriebenen durch sein Zeugnis und seine Worte ein geistiges Fundament zu geben, es im Glauben zu verankern, damit es stark wird in Gott!

Zusammen mit Freunden haben wir für uns festgestellt, dass Benedikt XVI. durch seine Botschaft an den entscheidenden Stellen unseres Glaubens die Weichen mit gestellt hat, die uns in der Liebe zu Gott weitergebracht haben. Er hat damit entscheidend die Biografie unseres Lebens mit gestaltet.

Das, was Johannes Paul II in meinem Herzen gesät hat, hat Benedikt XVI. liebevoll gepflegt, genährt und zum Erblühen gebracht.

Sie möchten mitbeten? Hier ist der Link zu „Adopt a cardinal“





Einladung zum Jugendtreffen von ´Jugend 2000´ am Palmsonntag, 24.3.2013, in München mit Kardinal Marx




Foto: (c) kath.net/Julia Kleinheinz/Adopt a cardinal






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