02 März 2013, 11:00
'Im Konklave entdecken, wen Gott berufen hat'
 
Hildegard13
 
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Hirtenwort von Kardinal Marx zum Ende des Pontifikats von Benedikt XVI. und zur Sedisvakanz
„Es geht nicht um ein Bewerbungs- und Auswahlverfahren“, sondern „es ist ein geistliches Geschehen“

Rom/München (kath.net/pem) Anlässlich des Endes des Pontifikats von Papst Benedikt XVI. und des nun bevorstehenden Konklave mit der Wahl eines neuen Oberhauptes der katholischen Kirche wendet sich der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, in einem Hirtenwort an die Gläubigen. Das vom 28. Februar, dem letzten Tag der Amtszeit des Heiligen Vaters, datierte Schreiben wird in den Pfarreien des Erzbistums bekannt gemacht, zum Beispiel durch Verlesung in den Gottesdiensten. Kardinal Marx ruft die Gläubigen in dem Hirtenwort zum Gebet für Papst Benedikt XVI. auf, der aus dem Erzbistum stamme und auf vielfältige Weise mit den Menschen und dem Land verbunden sei: „Lassen Sie ihn spüren, dass er auch bei diesem mutigen und ungewöhnlichen Schritt nicht allein ist und die Menschen seiner Heimat ihn im Gebet begleiten.“ Kardinal Marx hält sich seit Dienstag dieser Woche in Rom auf, wo er nun an der Vorbereitung des Konklave teilnimmt.

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Die Entscheidung zum Rücktritt habe Papst Benedikt XVI. „für das Wohl der Kirche“ getroffen, so der Kardinal: „In diesem Schritt zeigt sich seine Demut und geistliche Freiheit, die all jene schon immer erleben konnten, die ihm begegnet sind.“ Bereits bei seinem Besuch in Bayern im Jahr 2006 habe Benedikt XVI. in einer Predigt vor dem Klerus des Erzbistums auf die Erfahrung von Begrenzungen im priesterlichen Dienst und das Vertrauen in Gottes Kraft und Wirken hingewiesen. „Diese Begrenzung zu erkennen und anzunehmen verlangt Demut und dann die Bereitschaft, im Vertrauen auf Gottes Geleit, zu tun, was jedem möglich ist“, erläutert Kardinal Marx.

Papst Benedikt XVI. habe die Gläubigen auf den liebenden Gott verwiesen, nicht nur durch seine erste Enzyklika „Gott ist die Liebe“, sondern durch seine ganze Verkündigung, betont der Erzbischof weiter. „Mit seinem persönlichen Leben und seiner theologischen Weisheit“ habe Papst Benedikt XVI. sich dem Gebot, Gott zu lieben, gestellt. „Der postmodernen Beliebigkeit hat er die vom Glauben erleuchtete Vernunft und die anspruchsvolle Durchdringung des christlichen Glaubens gegenübergestellt“, so Kardinal Marx: „In seinen Predigten, Katechesen und nicht zuletzt in seinen Büchern hat er die Botschaft des Evangeliums den Menschen in intellektueller Klarheit und in verständlicher Sprache nahe gebracht.“

Kardinal Marx weist die Gläubigen darauf hin, dass das „ganze Leben der Kirche nun in eine wichtige Phase getreten“ sei und bittet sie, sich in der Zeit der Sedisvakanz und der Wahl eines neues Papstes „in besonderer Weise zum Gebet und zur Feier des Gottesdienstes zu versammeln“: „Wenn das Konklave beginnt, soll deutlich werden, dass die ganze Kirche – die Kardinäle in der Sixtinischen Kapelle und das Volk Gottes überall auf der Welt – verbunden ist im Gebet um einen guten Nachfolger für Papst Benedikt XVI.“ Es gehe bei der Wahl des neuen Papstes nicht um ein Bewerbungs- und Auswahlverfahren wie sonst in der Welt, betont der Erzbischof: „Es ist ein geistliches Geschehen, weil es zu entdecken gilt, wen Gott berufen hat, seine Kirche zu leiten und das Petrusamt in ihr auszuüben.“ Die Kirche versammle sich daher, „wie es ihrem innersten Wesen entspricht“, zum Gebet und zur Feier des Gottesdienstes, so Kardinal Marx: „Sie hört auf das Wort Gottes und bedenkt ihre Aufgabe im Licht der Glaubensgeschichte und der Herausforderungen der Welt von heute.“

Foto Kardinal Marx: (c) Erzbistum M?nchen






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