
Lima (kath.net/CNA/jg)
Der Rücktritt Benedikts XVI. sei ein Verlust für das kulturelle und spirituelle Leben der Welt, sagt der peruanische Schriftsteller Mario Vargas Llosa. In einem Gastbeitrag in der spanischen Zeitung "El Pais" lobte der Literaturnobelpreisträger, der sich selbst als Atheist bezeichnet, die geistige und intellektuelle Größe des scheidenden Pontifex.
Die "fundierten und einmaligen Reflexionen" des scheidenden Papstes seien aus dessen großen theologischen, philosophischen, historischen und literarischen Wissen erwachsen, das er sich in einem Dutzend klassischer und moderner Sprachen angeeignet habe, schreibt Vargas Llosa. Seine Bücher und Enzykliken seien oft über rein dogmatische Aussagen hinausgegangen und hätten "neue und kühne Reflexionen" auf die moralischen, kulturellen und existentiellen Probleme unserer Zeit umfasst.
Benedikt XVI. sei in eine der schwierigsten Phasen gefallen, welche das Christentum in den 2000 Jahren seines Bestehens zu ertragen habe. "Die Säkularisierung der Gesellschaft schreitet schnell voran", schreibt Vargas Llosa wörtlich. Dies betreffe insbesondere die Länder des Westens, die bis vor wenigen Jahrzehnten "eine Zitadelle der Kirche" gewesen seien, fährt er fort.
Der Schriftsteller lobt die Maßnahmen Benedikts XVI. zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der Kirche. Er habe Opfer persönlich getroffen und für den Missbrauch in katholischen Schulen und Seminaren um Entschuldigung gebeten. Weiters habe er klare Regeln aufgestellt, die weitere Missbrauchsfälle verhindern sollen, schreibt Vargas Llosa.
Es sei daher ein Fehler, den Rücktritt des Papstes als "Sieg für Fortschritt und Freiheit" zu feiern.
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