24 Februar 2013, 12:11
Der letzte Angelus des Pontifikats Benedikts XVI.
 
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Benedikt XVI. auf dem Berg Tabor: Der Herr ruft mich, den ‚Berg hinaufzusteigen’, mich noch mehr dem Gebet und der Betrachtung zu widmen. Doch dies bedeutet nicht, die Kirche zu verlassen, im Gegenteil. Der Tweet des Tages. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) 24. Februar 2013: ein Sonntag, der in die Geschichte eingehen wird. Zum letzten Mal in seinem Pontifikat grüßte Papst Benedikt XVI. die auf dem Petersplatz versammelten Gläubigen. Bis zum ersten Angelusgebet des neuen Papstes wird das berühmteste Fenster der Welt verschlossen bleiben. Trotz unbeständiger und kalter Witterung - während dann die Sonne den Platz wärmte - waren diesmal rund 200.000 Menschen gekommen, um der Katechese des Heiligen Vaters zu folgen und vielleicht auch ein unerwartetes Wort zu hören. Für Rom bildete dieser Sonntag außerdem eine Generalprobe.

Für die kommende und letzte Mittwochsaudienz Benedikts XVI. werden nach vorsichtigen Schätzungen mittlerweile mindestens 250.000 Pilger aus Italien und der ganzen Welt erwartet. Der Kardinalvikar für das Bistum Rom hat alle Katholiken der Stadt aufgefordert, zahlreich zu kommen, um sich von ihrem Bischof zu verabschieden. Sicherheitskräfte und ehrenamtliche Helfer sind aktiviert. Acht Ambulanzen standen heute bereit, der Zivilschutz und viele andere Vereinigungen kümmerten sich um einen reibungslosen Ablauf und das Wohl der Pilger.

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200.000 Gläubige lenkten den Heiligen Vater nicht ab. In seiner Ansprache setzte er sich mit dem Evangelium vom 2. Fastensonntag über die Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor auseinander. Das Gebet Jesu bringe eine tiefe Erfahrung der Beziehung zum Vater während einer Art „geistlichen Einkehr“ zum Ausdruck. Nachdem der Herr seinen Jüngern sein Sterben und seine Auferstehung angekündigt habe, biete er ihnen eine Vorwegnahme seiner Herrlichkeit. Die Gegenwart von Mose und Elijas – Vertreter des Gesetzes und der Propheten – sei mehr denn je bedeutsam: die gesamte Geschichte des Bundes „ist auf ihn, den Messias, ausgerichtet, der einen neuen ‚Exodus’ vollbringt“. Das Eingreifen Petri repräsentiere den unmöglichen Versuch, diese mystische Erfahrung festzuhalten.

Die Lehre, die sich aus der Betrachtung dieses Evangeliums ergebe, lasse vor allem den Primat des Gebets erkennen, ohne das die Nächstenliebe zum Aktivismus werde. In der Fastenzeit lerne der Christ, dem Gebet die rechte Zeit zu geben. Des weiteren bedeute Beten nicht, sich von der Welt zu isolieren, wie dies Petrus auf dem Berg Tabor tun wollte. Das Gebet „führt auf den Weg zurück, zum Handeln“. Das christliche Leben – so Benedikt in der Botschaft für die Fastenzeit 2013 – bestehe darin, "den Berg der Begegnung mit Gott immer wieder hinaufzusteigen, um dann, bereichert durch die Liebe und die Kraft, die sie uns schenkt, wieder hinabzusteigen und unseren Brüdern und Schwestern mit der gleichen Liebe Gottes zu dienen" (Nr. 3).

„Liebe Brüder und Schwestern, ich fühle, wie dieses Wort Gottes in diesem besonderen Augenblick meines Lebens besonders an mich ergeht. Der Herr ruft mich, den ‚Berg hinaufzusteigen’, mich noch mehr dem Gebet und der Betrachtung zu widmen. Doch dies bedeutet nicht, die Kirche zu verlassen, im Gegenteil. Wenn Gott dies von mir fordert, so gerade deshalb, damit ich fortfahren kann, ihr zu dienen, mit derselben Hingabe und mit derselben Liebe, mit denen ich es bis jetzt versucht habe, aber in einer Weise, die meinem Alter und meinen Kräften angemessener ist.“

Die Pilger aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Ein herzliches „Grüß Gott“ sage ich allen Pilgern und Gästen deutscher Sprache. Das Wort an die Apostel im heutigen Evangelium von der Verklärung des Herrn gilt auch uns: „Dies ist mein auserwählter Sohn. Auf ihn sollt ihr hören“ (Lk 9,35). Die Fastenzeit lädt uns neu ein, auf Christus zu hören. Und ihn bitten wir, uns mit seinem Wort zu nähren und die Augen unseres Geistes zu reinigen, damit wir fähig werden, ihn zu sehen und in allen Traurigkeiten der Welt seine Herrlichkeit zu erkennen (vgl. Tagesgebet). So will der Herr uns umwandeln in das wirkliche Leben hinein, das nur er schenken kann, weil er selber es ist. Allen danke ich für die vielen Zeichen der Nähe und Zuneigung, vor allem für das Gebet, das ich in dieser Zeit besonders empfangen habe. Der Herr stärke uns alle mit seinem Wort und mit seiner Gnade.

Der Tweet des Tages:

In diesen besonderen Tagen bitte ich euch, für mich und für die Kirche zu beten und wie immer der Vorsehung Gottes zu vertrauen.

Obsecro unico hoc temporis puncto ego vos obtestor Deo ut pro me preces moveatis et omni Ecclesia dum eidem Domino fidimus provido cuncti.

Historisches VIDEO auf kathTube: Der letzte Angelus vom 24.2.2013





ACHTUNG: Kurzfristig noch 2 Doppelzimmer bei ROMREISE zur letzten Generalaudienz mit Papst Benedikt XVI. frei: 26. bis 28. Februar. Busfahrt ab Linz, Salzburg und Innsbruck. Mehr Infos hier: http://www.kath.net/detail.php?id=40069 Bitte rasch per E-mail melden!









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