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Vatikan setzt Piusbrüdern angeblich Frist bis Samstag

18. Februar 2013 in Weltkirche, 24 Lesermeinungen
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Die Piusbruderschaft soll inoffiziellen Informationen zufolge nur noch bis Samstag Zeit für eine Aussöhnung mit Rom haben.


Vatikanstadt (kath.net/KNA) Die traditionalistischen Piusbrüder sollen inoffiziellen Informationen zufolge nur noch bis Samstag Zeit für eine Aussöhnung mit Rom haben. Die jüngste Aufforderung zu einer Antwort auf das vom Vatikan formulierte Einigungsangebot setze eine Frist zum 22. Februar, schreibt der italienische Vatikan-Journalist Andrea Tornielli in seinem Blog (Montag). Im Fall einer Zustimmung der Piusbrüder würde vermutlich mit dem gleichen Datum eine sogenannte Personalprälatur für die «Priesterbruderschaft St. Pius X.» errichtet.

Die katholische Kirche begeht den 22. Februar als Fest der «Kathedra Petri». Es erinnert an die Übernahme des römischen Bischofssitzes durch den Apostel Petrus und an dessen Berufung zum Leitungsamt. Papst Benedikt XVI., der die Einigung mit der von Rom getrennten Traditionalistenvereinigung sehr vorangetrieben hatte, will am 28. Februar sein Amt abgeben.


Bislang war bekannt, dass die Glaubenskongregation den Generaloberen der Piusbrüder, Bernard Fellay, nochmals zum Jahresbeginn zu einer Antwort gedrängt hatte. Wie Tornielli unter Berufung auf französische Beobachter schreibt, enthält der von Erzbischof Gerhard Ludwig Müller als Präfekt unterzeichnete Brief vom 8. Januar ein Ultimatum zum 22. Februar.

Falls bis dahin keine verbindliche Stellungnahme der Piusbrüder eingehe, könne sich Rom möglicherweise an die Mitglieder der Bruderschaft einzeln wenden, um sie zu einer Rückkehr zur Gemeinschaft mit dem Papst zu bewegen, so Tornielli unter Verweis auf französische Medien.

Die «Piusbruderschaft St. Pius X.» entstand 1969 in Absetzung zu den Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Streitpunkte sind vor allem Liturgie, Religionsfreiheit und Ökumene. Der Gründer der Bruderschaft, der französische Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-1991), vollzog durch die vom Papst nicht erlaubte Weihe von Bischöfen 1988 den Bruch mit Rom.

Im Bemühen um Einigung ließ Benedikt XVI. 2007 die bis zum Konzil alleinige tridentinische Messform wieder zu. 2009 hob er die Exkommunikation gegen die vier von Lefebvre geweihten Bischöfe auf. Daran schloss sich ein eineinhalbjähriger Dialog zwischen Experten des Vatikan und der Priesterbruderschaft an.

Im September 2011 legte der Vatikan den Piusbrüdern eine «Präambel» zur Unterschrift vor, die eine Verpflichtung auf das vollständige kirchliche Lehramt enthält. Nach einer Antwort Fellays im April 2012 und einer Aussprache im Vatikan erhielt Fellay die Aufforderung, offene Fragen zu klären.

(C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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