11 Februar 2013, 12:01
Papst Benedikt XVI. tritt am 28. Februar zurück!
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'BenediktXVI'
Schock in der katholischen Welt: Papst Benedikt XVI. tritt zurück. Konklave zur nächsten Papstwahl noch im März. Neuer Papst zu Ostern? Ansprache von Papst Benedikt als VIDEO + Video Pressekonf. Lombardi

Vatikanstadt (kath.net/KAP) Schock in der katholischen Welt! Papst Benedikt XVI. will am 28. Februar von seinem Amt zurücktreten. Das kündigte er am Montag vor Kardinälen in Rom an. Nähere Einzelheiten werden in Kürze im Rahmen einer Pressekonferenz des Vatikanischen Presseamtes bekanntgegeben werden. Inzwischen haben Vatikankreise und auch Sprecher von vers. Kardinälen diese Meldung gegenüber kath.net bestätigt. Georg Ratzinger hat dann gegenüber der "Welt" mitgeteilt: "Ich war eingeweiht." Er habe seit Monaten von den Rücktrittsplänen seines Bruders gewusst.

Benedikt XVI. erklärte seinen bevorstehenden Amtsverzicht in seiner in lateinischer Sprache gehaltenen Ansprache vor den zum Konsistorium versammelten Kardinälen:

Fratres carissimi

Non solum propter tres canonizationes ad hoc Consistorium vos convocavi, sed etiam ut vobis decisionem magni momenti pro Ecclesiae vita communicem. Conscientia mea iterum atque iterum coram Deo explorata ad cognitionem certam perveni vires meas ingravescente aetate non iam aptas esse ad munus Petrinum aeque administrandum.

Bene conscius sum hoc munus secundum suam essentiam spiritualem non solum agendo et loquendo exsequi debere, sed non minus patiendo et orando. Attamen in mundo nostri temporis rapidis mutationibus subiecto et quaestionibus magni ponderis pro vita fidei perturbato ad navem Sancti Petri gubernandam et ad annuntiandum Evangelium etiam vigor quidam corporis et animae necessarius est, qui ultimis mensibus in me modo tali minuitur, ut incapacitatem meam ad ministerium mihi commissum bene administrandum agnoscere debeam. Quapropter bene conscius ponderis huius actus plena libertate declaro me ministerio Episcopi Romae, Successoris Sancti Petri, mihi per manus Cardinalium die 19 aprilis MMV commissum renuntiare ita ut a die 28 februarii MMXIII, hora 20, sedes Romae, sedes Sancti Petri vacet et Conclave ad eligendum novum Summum Pontificem ab his quibus competit convocandum esse.

Werbung
irak


Fratres carissimi, ex toto corde gratias ago vobis pro omni amore et labore, quo mecum pondus ministerii mei portastis et veniam peto pro omnibus defectibus meis. Nunc autem Sanctam Dei Ecclesiam curae Summi eius Pastoris, Domini nostri Iesu Christi confidimus sanctamque eius Matrem Mariam imploramus, ut patribus Cardinalibus in eligendo novo Summo Pontifice materna sua bonitate assistat. Quod ad me attinet etiam in futuro vita orationi dedicata Sanctae Ecclesiae Dei toto ex corde servire velim.

Ex Aedibus Vaticanis, die 10 mensis februarii MMXIII

BENEDICTUS PP XVI

kath.net dokumentiert seine Ansprache an die zum Konsistorium in Rom versammelten Kardinäle in der Übersetzung des Vatikans :

Liebe Mitbrüder!

Ich habe euch zu diesem Konsistorium nicht nur wegen drei Heiligsprechungen zusammengerufen, sondern auch um euch eine Entscheidung von großer Wichtigkeit für das Leben der Kirche mitzuteilen. Nachdem ich wiederholt mein Gewissen vor Gott geprüft habe, bin ich zur Gewissheit gelangt, dass meine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben.

Ich bin mir sehr bewusst, dass dieser Dienst wegen seines geistlichen Wesens nicht nur durch Taten und Worte ausgeübt werden darf, sondern nicht weniger durch Leiden und durch Gebet. Aber die Welt, die sich so schnell verändert, wird heute durch Fragen, die für das Leben des Glaubens von großer Bedeutung sind, hin- und hergeworfen. Um trotzdem das Schifflein Petri zu steuern und das Evangelium zu verkünden, ist sowohl die Kraft des Körpers als auch die Kraft des Geistes notwendig, eine Kraft, die in den vergangenen Monaten in mir derart abgenommen hat, dass ich mein Unvermögen erkennen muss, den mir anvertrauten Dienst weiter gut auszuführen.

Im Bewusstsein des Ernstes dieses Aktes erkläre ich daher mit voller Freiheit, auf das Amt des Bischofs von Rom, des Nachfolgers Petri, das mir durch die Hand der Kardinäle am 19. April 2005 anvertraut wurde, zu verzichten, so dass ab dem 28. Februar 2013, um 20.00 Uhr, der Bischofssitz von Rom, der Stuhl des heiligen Petrus, vakant sein wird und von denen, in deren Zuständigkeit es fällt, das Konklave zur Wahl des neuen Papstes zusammengerufen werden muss.

Liebe Mitbrüder, ich danke euch von ganzem Herzen für alle Liebe und Arbeit, womit ihr mit mir die Last meines Amtes getragen habt, und ich bitte euch um Verzeihung für alle meine Fehler. Nun wollen wir die Heilige Kirche der Sorge des höchsten Hirten, unseres Herrn Jesus Christus, anempfehlen. Und bitten wir seine heilige Mutter Maria, damit sie den Kardinälen bei der Wahl des neuen Papstes mit ihrer mütterlichen Güte beistehe. Was mich selbst betrifft, so möchte ich auch in Zukunft der Heiligen Kirche Gottes mit ganzem Herzen durch ein Leben im Gebet dienen.

UPDATE: Konklave zur nächsten Papstwahl noch im März

Spätestens am 20. Tag nach dem Tod oder Rücktritt eines Papstes müssen die Kardinäle zur Wahl eines Nachfolgers zusammentreten

Vatikanstadt (kath.net/KAP) Nach dem Rücktritt von Benedikt XVI. zum 28. Februar dürfte die Wahl eines neuen Papstes vermutlich im Laufe des März erfolgen, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi am Montag vor Journalisten. Nach den geltenden Bestimmungen muss das Konklave zwischen dem 15. und 20. Tag nach Beginn der Sedisvakanz beginnen.

Frühestens am 15. und spätestens am 20. Tag nach dem Tod eines Papstes müssen die Kardinäle zur Wahl eines Nachfolgers zusammentreten. Dieses Prozedere tritt auch mit dem Abend des 28. Februar 2013 um 20:00 Uhr ein, wenn der Rücktritt von Benedikt XVI. gültig wird.

Nach seinem Amtsverzicht will Benedikt XVI. in das bisherige Karmel-Kloster innerhalb der Vatikanmauern ziehen. Bis die notwendigen Umbauarbeiten abgeschlossen seien, werde der Papst im Sommersitz Castel Gandolfo wohnen.

Zum Konklave werden die Kardinäle vom Dekan des Kardinalskollegiums, Kardinal Angelo Sodano, einberufen. An der am Montag beginnenden Wahl dürfen jedoch nur die derzeit 118 Purpurträger teilnehmen, die das 80. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Der Begriff Konklave stammt aus dem klassischen Latein und bedeutet "verschlossener Raum". Denn während des Wahlvorgangs sind die Kardinäle von der Außenwelt abgeschlossen.

Wahlort und Stätte der Beratungen ist die Sixtinische Kapelle. Jeder Kontakt nach außen, die Benutzung von Aufnahme- und Übermittlungsgeräten oder von Zeitungen, Radios und Fernsehen, ist den Papstwählern untersagt. Die Kardinäle wohnen im neuen Gästehaus Santa Marta auf dem Gelände des Vatikanstaates. Zugelassen sind auch einige Helfer, darunter Ärzte, die, wie zuvor die Kardinäle, absolute Geheimhaltung schwören müssen.

Zum Papst gewählt ist, wer zwei Drittel der Wählerstimmen auf sich vereinigt. Frühere Wahlmodi, etwa per Akklamation oder durch die Bestimmung von Wahlmännern, hat Johannes Paul II. (1978-2005) in seiner Papstwahlverordnung von 1996 abgeschafft. Die Wahl erfolgt per Stimmzettel, die anschließend bis zu zwei Mal täglich samt Unterlagen verbrannt werden. Traditionell wird dabei "schwarzer oder weißer Rauch" als Signal für die Öffentlichkeit erzeugt.

Bleibt die Wahl nach drei Tagen ohne Ergebnis - vorgesehen sind, außer am Eröffnungstag, je zwei Wahlgänge vormittags und nachmittags -, wird eine eintägige Gebets- und Denkpause eingelegt. Es folgen drei weitere Abschnitte von jeweils sieben Urnengängen. Erst wenn auch diese erfolglos waren, können sich die Wähler auf einen Modus mit absoluter Mehrheit einigen.

Nach erfolgter Wahl fragt der Kardinaldekan den Gewählten, ob er die Wahl annimmt und welchen Namen er sich gibt. Darüber fertigt der Päpstliche Zeremoniar eine Urkunde aus. Danach teilt der Kardinal-Protodiakon den auf dem Petersplatz wartenden Menschen mit den Worten "Habemus Papam" (Wir haben einen Papst) die Wahl sowie den Namen des neuen Papstes mit. Dieser spendet dann seinen ersten Segen "urbi et orbi".

Die Ansprache von Papst Benedikt XVI. von heute als VIDEO




Pressekonferenz von P. Lombardi in voller Länge






Habemus Papam 2005








Copyright 2013 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.







kath.net ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.

Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
meist kommentierte Artikel

Vatikan: Ehrung für Pro-Abtreibungs-Politiker ist keine Unterstützung (67)

Verunglückter Papstwitz: „Arzt? Ich gehe zur Hexe!“ (62)

Papst traut Paar während seines Flugs in Chile (44)

Bischof Oster: Firmung erst mit 16 Jahren? (40)

Diakoninnen leicht gemacht (33)

Donald Trump kündigt Live-Rede beim Marsch für das Leben an (23)

Henckel-Donnersmarck: Westen darf Muslime nicht verletzen (22)

Rheinische Kirche will Muslime nicht mehr bekehren (20)

Ausschließende Dogmatismen ablegen und sich dem Gemeinwohl öffnen (14)

Haben wir zu kämpfen verlernt? (14)

Gegen Großstadt-Smog wehrt man sich – und gegen Smog in der Kirche? (14)

„Ich werde bewirken, dass alle Deutschen zum Islam konvertieren“ (14)

Chile-Flug: Papst verteilt an Korrespondenten Nagasaki-Foto (13)

Verfahren gegen Asylbewerber - Richter lässt Kreuz abhängen (12)

Heiliger Irenäus soll zum Kirchenvater proklamiert werden (12)