Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. ZDF hasst Katholiken
  2. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  3. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  4. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  5. Christus bleibt nicht im Tempel! Fronleichnam: Einladung für die Gegenwart
  6. Es gibt keine zweite Chance mehr
  7. 'Armutsindustrie' in der Kritik: Statistik misst Ungleichheit, nicht echte Not
  8. Papst Pius X.: ‚Was brauchen wir heute am meisten, um die Gesellschaft zu retten?
  9. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  10. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  11. Technisch brillant, geistig obdachlos
  12. Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst
  13. Ritus, Zeichen und Symbol: Der Weg zum Mysterium
  14. Großes Kardinalstreffen mit dem Papst - KI statt Liturgie
  15. "Ich glaube, dass ich glaube"

Wie steht es mit uns? Sind wir entschlossen, wach zu werden?

24. Februar 2013 in Spirituelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Dass wir das Taufversprechen in der Osternacht wirklich bewusst erneuern und das Credo mit großer Freude und Innigkeit sprechen können, dazu könnte auch eine gute, aufrichtige Beichte helfen. Von Bischof Klaus Küng


St. Pölten (kath.net/dsp) kath.net dokumentiert das Fastenhirtenwort des St. Pöltener Bischofs Dr. Klaus Küng:

Liebe Mitchristen!
Wir befinden uns bereits mitten im Jahr des Glaubens und ich freue mich über alles, was in diesen Wochen der Fastenzeit in den Pfarren geschieht, um sich mit unserem Glauben auseinander zu setzen und zu einer möglichst bewussten Erneuerung des Taufversprechens in der Osternacht hinzuführen.

In diesem Zusammenhang bitte ich Euch, auf die Botschaft zu achten, die wir gerade an diesem 2. Fastensonntag von der Liturgie her empfangen.

Das Evangelium beginnt mit der Aussage: „In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Johannes und Jakobus beiseite und stieg mit ihnen auf einen Berg, um zu beten.“ Das scheint mir der erste wichtige Hinweis, den wir alle beachten sollten, um das Jahr des Glaubens fruchtbar zu machen: Zusammen mit Jesus und seinen Jüngern auf den Berg der Nähe zu Gott steigen, um uns mit unserem Leben Gott gewissermaßen auszusetzen, mit der festen Absicht, auf ihn, auf Jesus, seinen geliebten Sohn, zu hören und zu tun, was er uns sagt.

Als zweiten wichtigen Hinweis halte ich für unerlässlich, gut wahrzunehmen, was die Jünger auf dem Berg erleben: Einerseits „veränderte sich das Aussehen seines Gesichtes und sein Gewand wurde leuchtend weiß.“ In der gesamten Lehrtradition der Kirche wurde das als Offenbarwerden der Gottheit Jesu verstanden. Und das ist von größter Bedeutung. Wir sind alle aufgefordert, den Glauben zu erwecken: Jesus Christus ist nicht nur wahrer Mensch, uns in allem gleich außer in der Sünde (vgl. Heb 4,15), er ist auch wahrer Gott. Das gehört zum Kern unseres Glaubensbekenntnisses.


Andererseits kommt es auf dem Berg zu einer visionären Begegnung mit den großen Propheten des Alten Bundes Moses und Elijah. „Sie erschienen in strahlendem Licht“, heißt es. Und worüber reden sie? „Sie sprachen von seinem Ende, das sich in Jerusalem erfüllen sollte.“ Diesen Aspekt dürfen wir nicht ausklammern: weder aus dem Leben Jesu noch aus unserem eigenen Leben.

Der heilige Paulus gibt in seinem Brief an die Philipper den besten Kommentar dazu. Er schreibt: „Denn viele – von denen ich oft zu Euch gesprochen habe, doch jetzt unter Tränen spreche – leben als Feinde des Kreuzes Christi.“ Dann folgen Worte, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lassen: „Ihr Ende ist das Verderben, ihr Gott der Bauch; ihr Ruhm besteht in ihrer Schande; Irdisches haben sie im Sinn“ (2. Lesung).

Jetzt werden sicher manche sagen: Das ist Drohbotschaft. Es ist nicht Drohbotschaft. Das Geheimnis des Kreuzes im Leben Jesu hängt mit der Unendlichkeit der Liebe Gottes zusammen. Jesus selbst hat gelehrt: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer für seine Freunde das Leben hingibt“ (Joh 15,13). Aber auch das, was Sünde ist und was sie bewirkt, hat damit zu tun: Der Mensch kann die Sünde, durch die er den unendlich großen, guten Gott beleidigt hat, aus eigener Kraft nicht überwinden. Nur Jesus kann es, weil er – als Sohn – Gott so kennt, wie er ist, und ihn entsprechend zu lieben vermag, weil er selbst Gott ist. Und als wahrer Mensch kann er an unsere Stelle treten und so Himmel und Erde versöhnen durch sein Blut (vgl. Kol 1,20).

Daher ist es wichtig, auf dieses sein „Ende in Jerusalem“ zu schauen und es nicht aus dem Blick zu verlieren, denn im Kreuz ist Heil (Karfreitagsliturgie), ohne zu vergessen, dass auf den Karfreitag das Osterfest folgt, das die große Hoffnung für den Christen darstellt.

Unsererseits ist aber schon auch Umkehr nötig. Es darf uns nicht verwundern, dass wir eine gewisse Scheu und einen inneren Widerstand vor dem Kreuz empfinden, und dazu neigen, unsere eigene Schwäche, ja Sündhaftigkeit beiseite zu schieben. Es ist ja interessant, dass Petrus und seine Begleiter bei jener Vision eingeschlafen sind, auch von Abraham lesen wir, dass ihn bei seiner Begegnung mit Gott plötzlich „ein tiefer Schlaf“ und „eine große, unheimliche Angst“ (1. Lesung) befielen, aber sowohl Abraham als auch die Jünger sind wach geworden und haben wohl nie mehr vergessen, was sie erleben durften. Wie steht es mit uns? Sind wir entschlossen, wach zu werden?

Paulus schreibt: „Unsere Heimat aber ist im Himmel. Von dort her erwarten wir auch Jesus Christus, den Herrn, als Retter, der unseren armseligen Leib verwandeln wird“ (2. Lesung).

Liebe Brüder und Schwestern, es lohnt sich, Augen, Ohren und das Herz zu öffnen. Wie steht es mit uns? Sind wir entschlossen, wach zu werden?

Durch die Kirche hat er uns die Früchte seiner Heilstat anvertraut. So sind wir durch die Taufe in sein Leiden und Sterben am Kreuz eingetaucht worden, um zu einem Leben verbunden mit ihm befähigt zu werden. Die Sünde und die Neigung zu ihr sind aber dadurch noch nicht endgültig aus unserem Leben verbannt; Wir sind noch nicht verwandelt. Daher ist es notwendig, aufmerksam auf ihn zu hören, in uns zu gehen und uns zu besinnen: Gibt es etwas, das unseren Glauben stört, unserer Hoffnung untergräbt, unsere Liebe vermindert oder gar zunichte macht? Die Fastenzeit ladet dazu ein, das Jahr des Glaubens und seine Impulse in unsere Herzen aufzunehmen. Eine gute, aufrichtige Beichte mit dem Verlangen nach Vergebung und einem ehrlichen Wunsch nach Besserung könnte eine ganz wichtige Voraussetzung dafür schaffen, dass wir das Taufversprechen in der Osternacht dieses Jahr wirklich bewusst erneuern und das Credo mit großer Freude und Innigkeit sprechen können. Das wünsche ich Ihnen allen und auch mir selbst.

Mit herzlichen Segensgrüßen

Foto Bischof Küng: (c) Diözese St. Pölten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Fastenzeit

  1. „Laetare Jerusalem“ – Freude mitten in der Bußzeit
  2. Bischof Erik Varden bei Fastenexerzitien des Vatikans: „Hoffnung vermitteln“
  3. „Je besser die zentralen Ämter der Kirche geführt werden, desto größer der Nutzen für die Kirche“
  4. Bischof Erik Varden bei Fastenexerzitien im Vatikan: „Bernhard der Realist“
  5. „Eine Begegnung mit einem Engel ist immer persönlich, nicht ersetzbar durch Download oder Chatbot“
  6. Varden: „Als Jesus erklärte, was es bedeutet, bei ihm zu bleiben und in das Reich Gottes einzugehen…
  7. Bischof Erik Varden bei Fastenexerzitien im Vatikan: „Tausende fallen“
  8. „Es ist verlockend aber zweifelhaft zu glauben, wir müssten mit den Moden der Welt Schritt halten“
  9. „Sich einer christlichen Freiheitsvorstellung zu verschreiben, bedeutet, Leid in Kauf zu nehmen“
  10. Bischof Varden: „Gottes Hilfe ist kein Notdienst, den wir ab und zu rufen“






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG noch bis 22. JUNI!
  2. ZDF hasst Katholiken
  3. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  4. Schottischer Pfadfinderjunge verweigert Verbeugung vor Allah in der Moschee
  5. "Ich musste ihm unglücklicherweise ein paar Schläge verpassen"
  6. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  7. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  8. Warum haben alte Kirchen einen verborgenen Raum unter dem Altar?
  9. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  10. Papst kommt unpünktlich und scherzt auf Deutsch: "Ich bin Ausländer"
  11. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  12. Das Beichtgeheimnis: Festgeschrieben für die Ewigkeit?
  13. „Silere non possum“: „Die Führung dieses Dikasteriums war ein Desaster“
  14. Eine katholische Heldin
  15. 'Armutsindustrie' in der Kritik: Statistik misst Ungleichheit, nicht echte Not

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz