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Die ganz normalen Irrlehren in Pfarrblättern der Diözese Linz

8. Februar 2013 in Kommentar, 22 Lesermeinungen
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In einigen Pfarrblättern der Diözese Linz finden sich immer wieder bemerkenswerte Ansichten über die Kirche, die alles sind, nur nicht katholisch. Ein Kommentar von Johannes Graf.


Linz (kath.net/jg)
Beim Rundblick in die Pfarrblätter der Diözese Linz findet man immer wieder interessante Aussagen über die katholische Kirche und ihren Glauben. Hier einige Beispiele:

Die Pastoralassistentin der Pfarre St. Magdalena in Linz ist der Ansicht, „unsere (!) Kirche“ habe „vor 50 Jahren im II. Vatikanischen Konzil eine Neugeburt erfahren“. Das damals Beschlossene werde nun erst vollständig sichtbar. Daher seien die Gläubigen „angehalten, dieser neuen, im II. Vatikanum grundgelegten Kirche den Weg zu bereiten.“ Hat das Papst Benedikt XVI. noch nicht verstanden? Er verlangt für die richtige Interpretation des II. Vatikanischen Konzils immer noch eine „Hermeneutik der Kontinuität“ und erteilt einer „Hermeneutik der Diskontinuität und des Bruchs“ eine klare Absage.

Wie die „erneuerte Kirche für morgen“ aussehen könnte, kann man im Pfarrblatt der Pfarre Leonding nachlesen, das dazu einen Beitrag aus der Zeitschrift „Kirche In“ übernommen hat. Peter Paul Kaspar, Akademiker- und Künstlerseelsorger der Diözese Linz und Vorstandsmitglied in Helmut Schüllers Pfarrerinitiative hofft „auf eine menschliche und geschwisterliche Kirche – ohne falsche Herrschaftsformen und ohne Diskriminierung der Frauen“. Unter dem Titel „Ein notwendiger Wandel“ fordert er dreimal das Ende für seiner Ansicht nach überkommene Formen „des Katholizismus“.


Das „Ende des Katholizismus als Männerreligion“ mit ihren „männlichen Hierarchien“, ihrer „männlich geprägten Theologie“ und ihrem „männlichkeitsfixierten Priesterbild“ ist sein erstes Anliegen. Das führt ihn gleich zum nächsten Punkt, zum „Ende des Katholizismus als Priesterreligion“. Kleriker allein würden noch keine Kirche bilden, stellt er fest und fordert: „Die Amtsträger sind für das Kirchenvolk da – und nicht umgekehrt.“ Letzteres ist allerdings keine neue Entdeckung Peter Paul Kaspars. Das Weihepriestertum ist immer als Dienst an den Gläubigen verstanden worden.

Zur Verwirklichung seiner „erneuerten Kirche für morgen“ fordert Kaspar schließlich das „Ende des Katholizismus als Dogmenreligion“. Der Glaube an Dogmen sei „intellektuell fragwürdig“. Der Christ glaube schließlich an Gott, nicht jedoch an Sätze, Formeln, Definitionen und Gesetze. Formulierungen seien zwar notwendig aber zeitgebunden und würden irgendwann „den Tod der Buchstaben“ erleiden.

Wer nun befürchte, dieser Wandel würde die Kirche beschädigen oder zerstören, der verwechsle die Form mit dem Inhalt, ist Kaspar überzeugt. Denn: „Die Gestalt der Kirche hat sich seit ihrem Bestehen immer wieder verändert.“ Das sei gut, denn die eigentliche Gefahr „bestünde in der Weigerung, die Gestalt zu ändern. Erstarrung führt zum Tod. Lebendigkeit erweist sich am Wandel“, fährt Kaspar fort. Und damit der Leser auch gleich weiß, wo die Gefahr für „den Katholizismus“ sitzt, ist beim Artikel ein Bild des Petersdoms im Rom zu sehen. Die Bildunterschrift lautet: „Vatikan. Der notwendige Wandel in der Kirche wird hier gebremst.“

Doch wie will Kaspar den Inhalt bewahren, wenn es keine Dogmen mehr gibt? Und warum ist die Kirche oft dort am lebendigsten, wo sie sich zu all dem bekennt, was Kaspar ablehnt, nämlich in den jungen Erneuerungsbewegungen, in neuen Gemeinschaften und Orden?

Mit dem Wandel setzen sich auch die Pfarrkirchner und Althofener Pfarrnachrichten auseinander. In einem Interview gibt der Pfarrer Auskunft darüber, was vor 25 Jahren, als er die Pfarre übernommen hat, anders war. „Damals war es noch üblich, beichten zu gehen. Das hat sich ziemlich aufgehört“, sagt er. Doch er kann dieser Entwicklung viel Positives abgewinnen: „Ich trauere dieser Form der Beichte nicht unbedingt nach, denn Vergebung kann auch ohne Priester geschehen.“ Er erklärt auch gleich, wie das geht: „Wenn sich Leute Schuld zugeben, sich verzeihen und wieder versöhnen, ist das auch Beichte.“ Der Unterschied zwischen dem Sakrament der Versöhnung und der rein menschlichen Versöhnung scheint ihm hier entgangen zu sein.

Kontakt Bischof Ludwig Schwarz


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