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Votivkirche: Heftige Schönborn-Kritik an Aktivisten

28. Jänner 2013 in Österreich, 16 Lesermeinungen
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Kardinal: "Not der Flüchtlinge wird für Ideologie missbraucht" - Enttäuscht, dass Hilfsangebote nicht angenommen werden


Wien (kath.net/KAP) Heftige Kritik an jenen Aktivisten, "die die Not der Flüchtlinge in der Votivkirche für ihre Ideologie missbrauchen", hat Kardinal Christoph Schönborn geübt. Diese Aktivisten wollten "eine Änderung des Systems um jeden Preis", koste es auch die Gesundheit der Flüchtlinge. Schönborn wörtlich: "Diese Ideologen scheuen vor nichts zurück." Das sei erschütternd.

Bei den sogenannten Aktivisten handle sich um Personen, "denen es sehr gut geht und die sich nicht die Finger schmutzig machen wollen", so der Wiener Erzbischof. Konkrete Hilfsdienste würden sie nicht leisten. Vielmehr würden sich Caritas, Johanniter und viele Menschen in der Pfarre seit über einen Monat ganz konkret für die Flüchtlinge einsetzen und sie betreuen. Schönborn: "Das ist konkrete gelebte Nächstenliebe." Das sei eine große Belastung und koste - "nebenbei gesagt" - auch sehr viel Geld.


Noch vor einer Woche habe es so ausgesehen, "als ob uns die Flüchtlinge vertrauen" und bereit seien, in ordentliche Quartiere zu übersiedeln, wo man ihnen auch den Schutz des Innenministeriums zugesichert hatte, zeigte sich der Kardinal ob der aktuellen Situation enttäuscht.

Der Wiener Erzbischof äußerte sich am Sonntag in seiner Predigt beim Festgottesdienst in der Kapelle der Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis in Wien aus Anlass des Ein-Jahr-Jubiläums der Seligsprechung von Hildegard Burjan, der Gründerin der Caritas Socialis.

Copyright 2013 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.
Foto Kardinal Schönborn (c) Erzdiözese Wien


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Lesermeinungen

 Philosophus 29. Jänner 2013 
 

@Morwen

Warum rechnen Sie nach der wünschenswerten Räumung der Votivkirche mit einem \"Kirchenbashing\"? Das wird es nicht geben. Die Kirche täte nur das, was der Staat schon längst getan hat (Räumung des Freudparks vor der Kirche!).


2
 
 Morwen 29. Jänner 2013 

Und? Wann folgt jetzt die Räumung? Teil3

Für alle, die vielleicht noch meinen, Gebet bzw. Gottes Eingreifen könnte in der verfahrenen Situation noch helfen: Gott kann meine Meinung nach dort nicht helfen, wo ein grundsätzlicher, unauflöslicher Widerspruch in sich besteht. Die Votivkirchengeschichte ist aber voll von Widersprüchen. Zum Beispiel: einerseits wird auf die Hilfsbedürftigkeit der Flüchtlinge verwiesen, andererseits wollen sie Hilfe nicht annehmen, weil sie ja Forderungen stellen, die sie erfüllt sehen wollen. Sie beanspruchen also durchaus Stärke (und eben nicht Hilfsbedürftigkeit) für sich. Gott hilft sicher, wenn jemand Hilfe braucht, aber in diesem Fall, glaube ich nicht, dass er eingreifen würde.
Also fällt auch diese letzte Hoffnung weg, die eine Räumung ersparen könnte.


4
 
 Morwen 29. Jänner 2013 

Und? Wann folgt jetzt die Räumung? Teil2

Es bleibt leider nur eins: Augen zu und durch. Also Räumung und das nachfolgende mediale Kirchenbashing aussitzen. Das dauert meist ja nur kurz. Und der Ruf ist sowieso schon lang ruiniert. Also lebt sich`s besser ungeniert. Das heißt für die Zukunft: kein Anbiedern an irgendeine weltliche Ideologie mehr - komme sie auch unter einer noch so sozialen, angeblich humanen Maske daher - sondern Konsolidierung (Schutz, Solidarität, Hilfe) nach innen, schützende „Mauern“ (katholisches Selbstbewusstsein) nach außen. Dazu gehört dann auch, dass ein Kirchenraum nie mehr für politische Aktionen benutzt werden darf.


5
 
 Morwen 29. Jänner 2013 

Und? Wann folgt jetzt die Räumung? Teil1

Sicher, sobald diese abgewickelt sein wird, fallen alle sofort über die böse, grausame Kirche her, sowohl von links als auch FPÖ. Aber eine unangenehme Sache wird nicht leichter, wenn man sie vor sich herschiebt. Im Gegenteil, je länger die Geschichte andauert, desto größer der Schaden für alle Beteiligten. Auch wenn die FPÖ-Demo vor der Votivkirche für diesmal abgesagt wurde, irgendwann kommt die Keilerei zwischen rechts und links vor der Kirchentür bestimmt. Und dann? Und im Sommer? Nächstes Jahr? ...? Immer noch Sicherheits-, Reinigungs- und Rettungsdienste bezahlen müssen? Geht das Geld dafür nicht irgendwann aus? Worauf hofft man noch? Auf gesetzliche Verbesserungen für Flüchtlinge ausgerechnet im Wahljahr etwa? Oder gar darauf, dass sich SLP und Autonome freiwillig zurückziehen, aus kluger Einsicht oder womöglich um ihre ganz speziellen Freunde - die Kirche - zu schonen?
Jedes Kind weiß, dass nichts dergleichen Positives eintreten wird.


4
 
  28. Jänner 2013 
 

ausgeräumt

Lieber @Adson von Melk!
Ich hatte Sie tatsächlich falsch verstanden und Ihre Worte dahingehend interpretiert, dass Sie die Kritiker der Aktion und die um den sakralen Kirchenraum Besorgten rechts einordnen wollten.
Das hatte mich nämlich verwundert, doch nun habe ich verstanden, dass Sie in der Hauptsache die FPÖ gemeint haben.
Parteien bedienen sich ja nur allzu gern bestimmter Ereignisse, um für sich Kapital herauszuschlagen.
Schön, dass sich das Missverständnis aufgeklärt hat.


1
 
 Willigis 28. Jänner 2013 
 

@ Marcus

Schönborn hat sich nicht gegen die Besetzer gewandt, sondern gegen Aktivisten. Wieso also sollte er die Räumung \"anordnen\"?


1
 
 virda99 28. Jänner 2013 

ergänzung...

@Karmelpilger:
pius´sche bischofsweihen gehören unbedingt dazu ;)

@kreuz:
da gibt es nichts zu ergänzen.

@Richelius:
starkes zeugnis.


0
 
  28. Jänner 2013 
 

@Marienzweig: Wie immer eine bedenkenswerte Antwort!

Nur hatte ich es genau umgekehrt gemeint: Ich ordne keineswegs alle, die sich durch die Kirchenbesetzung in ihrer Religionsausübung gestört fühlen, dem rechten Lager zu. Vor allem die Pfarrmitglieder der Votivkirche haben alles Recht der Welt, sich ihre Kirche zurückzuwünschen.

Nur muss man vielleicht wissen, dass die FPÖ gerade in Wien Nachfolgerin des sehr antiklerikalen deutschnationalen Lagers ist.

Das \"christliche Abendland\" ist für diese Partei nur ein Kampfbegriff, Auch mit Kardinal Schönborn geht sie, wie Sie hier lesen konnten, nicht zimperlich um, wenn er sich für Flüchtlinge oder Zuwanderer einsetzt.

Wenn sich daher Vertreter gerade dieser Partei plötzlich für den Schutz des Sakralen stark machen, glaube ich ihnen das nicht.


1
 
  28. Jänner 2013 
 

Ist es so einfach?

@Adson von Melk
Ich bin mir nicht sicher, ob die Menschen, die den Sakralraum der Kirche durch die Belagerung entheiligt sehen, so ohne weiteres dem rechten Lager zuzuordnen sind.
Ist dies nicht etwas voreilig gedacht und evtl. darum ungerecht?
Von Gott her gesehen ist der Innenraum dieser Kirche sicher (und hoffentlich) immer noch genau so heilig wie vordem. Immerhin sollte er ja einem guten Zweck dienen.
Dass es aber Leute gibt, die dies anders sehen,
kann ich auch verstehen.
Wäre es ausschließlich um die Asylgewährung total Verzweifelter gegangen, hätte wohl kaum jemand etwas dagegen eingewendet.
Da es aber zur politischen Aktion genutzt wurde und man sich in gewisser Weise des Kirchenraums bemächtigt hat, ist vielleicht die Reaktion darauf doch etwas anders zu bewerten.
Dies möchte ich zu bedenken geben.


2
 
 kreuz 28. Jänner 2013 

@Richelius

Parasiten, Gesindel...
ein Kandidat für die Favoritenliste

www.kathtube.com/player.php?id=30028


1
 
 Richelius 28. Jänner 2013 
 

Flüchtlinge und Aktivisten

Jetzt stehen wir also vor dem Problem, daß (wieder einmal) ein paar Parasiten die Not von Menschen für ihre Interessen ausnützen. Wenn man jetzt - wie einige fordern - die Kirche räumt, dann verschwindet dieses Gesindel selbstverständlich wieder und übrig bleiben die echten Hilfesuchenden mit ihren Nöten und ohne Hilfe.

@ Marcus:
Eine Neueinweihung der Kirche ist nicht notwendig, dazu müßte viel mehr passieren!


5
 
  28. Jänner 2013 
 

@Marienzweig: Ich glaube, Sie beantworten die Frage \"Warum\" schon

Der Kardinal ist - wohl bewusst - das Risiko eingegangen, dass der gute Wille guter Menschen ausgenutzt werden kann. Das ist einerseits das Berufsrisiko von Christen, außerdem wäre im anderen Fall - Asylverweigerung und/oder Räumung - der Schaden noch größer gewesen.

Man beachte, dass der Kardinal sich sowohl gegen die linken Aktivisten verwahrt, die verzweifelte Menschen nur benutzen, um die eigene Agenda zu pushen, als auch gegen die ganz neu entdeckte Sorge des rechten Lagers um den \"Sakralraum\". (Heuchelei auf beiden Seiten, wenn Sie mich fragen.)

Aber: Mitmenschen. Auch Wirtschafts-Flüchtlinge, die nach Konvention nicht anerkannt werden, befinden sich nicht auf Vergnügungreise.

Die Frage \"Und nun?\" bleibt uns leider noch eine Weile erhalten.


2
 
 Karmelpilger 28. Jänner 2013 
 

Längst entweiht

Aus meiner Sicht ist die Votivkirche spätestens seit dem Tag entweiht als (vor ca. 2 oder 3 Jahren) die muslimischen Sufis ihren Derwisch-Tanz darin abgehalten haben. Neuweihe also ohnehin sehr empfehlenswert. Oder - im Rahmen der \"Gesundschrumpfungs-Strukturreform\" der erzdiözese Wien - wird sie als \"Event-Zentrum\" neugewidmet. In buntem Nebeneinander könnte dann alles möglich sein: Flüchtlingsbesetzung, islamische Tänze, feministische FreundInnen-Rituale, Pfarrer-Initiativ-Workshops, Find-Fight-Follow- sowie Western-Messen. Die Ironie ist hoffentlich zwischen den Zeilen zu erahnen ...


4
 
  28. Jänner 2013 
 

Und nun?

Es ist zu vermuten, dass Kardinal Schönborns gute Absicht, den Flüchtlingen Asyl zu bieten, von ganz anderen Kräften und von Anfang an in schamloser und kalkulierter Weise ausgenutzt wurde.
Dieser Umstand scheint ihm allmählich bewusst geworden zu sein.
Warum aber mit solcher Verspätung - wo doch schon vor Wochen genau über diese Möglichkeit lebhaft diskutiert wurde?
Allerdings, wäre den Belagerern das Asyl verweigert werden, wäre auch das wieder ein Grund gewesen, auf die Kirche einzuprügeln.


2
 
  28. Jänner 2013 
 

Eminenz, dann ordnen Sie die Räumung der Votivkirche und

ihre Neueinweihung an.


6
 
 Xegir 28. Jänner 2013 
 

Ein herzliches Vergelt\'s Gott...

... für die klaren Worte, Eure Eminenz!

Jetzt sollte diesen Worten auch entsprechende Taten folgen und dem politischen Mißbrauch dieses Hauses Gottes durch die gottfernen links-linken Aktivisten ein schnelles Ende bereitet werden.


4
 

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