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Literaturpreis 2013 der Konrad-Adenauer-Stiftung für Martin Mosebach

25. Jänner 2013 in Deutschland, 6 Lesermeinungen
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Martin Mosebach wird der Literaturpreisträger 2013 der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS). Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert.


Berlin (kath.net/pl) Martin Mosebach wird der Literaturpreisträger 2013 der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS). Dies teilte die Stiftung am Freitag in einer Pressemeldung mit. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis wird ihm am 23. Juni in Weimar verliehen werden. In der Begründung erläuterte Michael Braun für die Konrad-Adenauer-Stiftung, „was die Kritik an Mosebachs Romanen immer wieder hervorhebt“. Nämlich „das ‚Vertrauen in die groteske Wendung und das Auge fürs sprechende Detail‘ (Felicitas von Lovenberg)“, „die Satzbaukunst, die von ‚formvollendetem Stil‘ zeuge (Andrea Köhler)“ und „die ‚federnd wohlgefügten Satzperioden‘ (Ijoma Mangold)“. Solche Stilkunst, die „durch Eleganz, geistreiche Ironie, Anmut und Kühnheit“ überzeuge, sei „freilich keine artistische Selbstfeier“, vielmehr diene „jedes Wort, welches das Gewöhnliche ins Kostbare“ ziehe, „der Durchleuchtung einer sprachverwahrlosten Gegenwart“.

„Staunen ist der Anfang des Denkens“, erläuterte Braun weiter und nennt Martin Mosebachs Werke „eine elegante Schule des Selbst-Denkens“. Fortschritt und Zeitgeist hätten darin durchaus ihren Platz, „sofern sie nicht historisch bewährte Grundwerte – wie die Verantwortung für die Freiheit des Wortes – gefährden“. Auf diese Weise gemahne Mosebach daran, dass der Mensch „nicht nur eine politische und ästhetische Existenz“ habe, sondern „auch von Geschichte und Tradition“ abhänge. Man müsse keine Krawatte tragen, um ein passabler Bürger zu sein, aber man müsse wissen, „dass jede bürgerliche Freiheit an Wert verliert und verflacht, wenn sie sich nicht an den Werten orientiert, aus denen sie in oft schwierigen Prozessen erwachsen ist“. Die Devise des bürgerlichen Schriftstellers Martin Mosebach sei „also nicht die Rückkehr zur Vergangenheit“, vielmehr die Bewahrung des Bewahrenswerten: „Hände weg vom Status quo“. Dies sei auch „eine intellektuelle Herausforderung“, eine „Einladung zur Diskussion um bürgerliche Werte“.


In seinem Buch „Die Häresie der Formlosigkeit“ (2002, Neuauflage 2007) trete der gläubige Katholik Mosebach „für die vorkonziliare Liturgie“ ein und kritisiere „die Reformen des Zweiten Vatikanums als ‚Akt der Tyrannis‘, ausgeübt von ‚Modernisierern und Fortschrittsgläubigen‘. Der zukünftige Literaturpreisträger richte seine Kritik gegen eine Kirche, „in der man die „Altäre gedeckt sieht wie Couchtische“, wie Felicitas von Lovenberg schreibt“.

Mosebach plädierte, erinnerte Braun, für einen Gottesbezug in der europäischen Verfassung: „Mit Gott in der Verfassung bekennt der entstehende Riesenstaat, daß er nicht perfekt ist und nicht perfekt sein kann“ (in: „Die Welt“, Juni 2004). „Nicht selten“ habe er auch „mit kontroversen Thesen“ polarisiert.

kath.net-Lesetipps
Häresie der Formlosigkeit. Die römische Liturgie und ihr Feind
Martin Mosebach
248 Seiten; 191 mm x 120 mm
2012 Dtv
ISBN 978-3-423-14147-5
10.20 EUR


Der Ultramontane. Alle Wege führen nach Rom
Martin Mosebach
160 Seiten;
2012 Sankt Ulrich Verlag
ISBN 978-3-86744-215-2
Preis: 17.50 EUR

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Foto von Martin Mosebach: (c) Paul Badde


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