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Prager Kardinal Miloslav Vlk ruft zur Wahl Schwarzenbergs auf

23. Jänner 2013 in Chronik, 11 Lesermeinungen
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Der Prager Kardinal Miloslav Vlk hat dazu aufgerufen, in der Stichwahl um das tschechische Präsidentenamt den bürgerlichen Kandidaten, Außenminister Karel Schwarzenberg, zu wählen.


Prag (kath.net/KNA) Der Prager Kardinal Miloslav Vlk hat dazu aufgerufen, in der Stichwahl um das tschechische Präsidentenamt den bürgerlichen Kandidaten, Außenminister Karel Schwarzenberg, zu wählen. In einer auf der Internetseite der Tschechischen Bischofskonferenz veröffentlichten Erklärung kritisierte er die «schmutzige Kampagne von Halbwahrheiten und Lügen» gegen Schwarzenberg. Diese Kampagne erleichtere die Entscheidung an der Urne. Zur Wahl Schwarzenbergs gebe es keine Alternative. so der Kardinal. Am Donnerstag und Freitag wählen die Tschechen in einer Stichwahl den zukünftigen Präsidenten des Landes.


Vlk kritisierte, dass sich Schwarzenbergs Gegenkandidat, der frühere sozialdemokratische Ministerpräsident Milos Zeman, der Unterstützung der «letzten Vertreter des totalitären Regimes der fünfziger und späterer Jahre» versichere, die «viel Böses verursacht» hätten. Der emeritierte Prager Erzbischof betonte, er setze bei der Wahl insbesondere auf die tschechische Jugend. Diese habe sich schon 1989 als eine echte revolutionäre Kraft erwiesen. Jetzt gehe es darum, den damals begonnenen Kampf «zum siegreichen Ende» zu führen.

(C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Foto: (c) wikipedia/Pastorius;
Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license


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Lesermeinungen

 scopos 24. Jänner 2013 
 

@Marcus: Der \"bürgerliche\" Kandidat

Nun wird vermutlich auch in Tschechien schon lange der Adelsstand abgeschafft sein, insofern ist auch Schwarzenberg \"nur\" ein Bürger, aber hier soll das \"bürgerlich\" nicht ein Aussage zu seiner Person sein, sondern zu jener politischen Gemeinschaft, die er vertritt (so wie sein Konkurrent Zeman, Kandidat der Linken ist).


1
 
 Theodor69 24. Jänner 2013 
 

@Marcus

Warum kann jemand mit dem Namen Schwarzenberg nicht \"bürgerlich\" sein? Dürfen seine Kinder, Enkelkinder \"bürgerlich\" sein, oder müssen sie erst durch Heirat einen anderen Namen annehmen.

Darf sich eigentlich Bischof Marx \"katholisch\" nennen. :-)


0
 
  24. Jänner 2013 
 

Etwas witzig, den Fürsten Schwarzenberg als \"bürgerlichen\" Kandidaten zu bezeichnen.

Er wird - vermutlich - nicht die Monarchie in Böhmen restaurieren, insofern ist er ein \"bürgerlicher\" Kandidat. Aber etwas mehr Geschichtsbewußtsein gegenüber einem alten Adelsgeschlecht wäre sicher angebracht.


2
 
 Vit 24. Jänner 2013 
 

@Josepha-Maria

Der Wahlkampf in Tschechien weist schon eine Besonderheit auf, nämlich den giftigen Nationalismus, der als Waffe gegen Schwarzenberg von seinen Gegnern geschürt wird. Hätte die Kirche in Ihren Augen vor 70 Jahren auch nur schweigen sollen?
Die tiefe Spaltung der tschechischen Gesellschaft erkennt man übrigens auch daran, dass nicht nur Kardinal Vlk, sondern auch die tschechischen Grünen und die dortigen Homosexuellenverbände sich offen für Schwarzenberg ausgesprochen haben (selbst wenn er klar gegen die Homo-Ehe ist).

Sehr empfehlenswert ist das aktuelle Buch von Barbara Tóth über Karl Fürst zu Schwarzenberg. Titel: \"Unterschätzen Sie nicht meine Boshaftigkeit\"


1
 
 Chris2 24. Jänner 2013 
 

@redaktion

Ohne Liveticker läuft alles problemlos...


0
 
  24. Jänner 2013 
 

Quo vadis Tschechien?

Die Wahl Schwarzenbergs wäre eine wichtige Voraussetzung für die innere Gesundung des Landes. Tschechische Psychtherapeuten berichten von den immer noch wirkenden Traumata in der Gesellschaft, die aus der Nachkriegszeit herrühren, der sich jetzt erst eine jüngere Generation langsam stellt. Dazu gehört auch der 80% ige Abfall vom christlichen Glauben, vor allem vom katholischen, sowie von der gemeinsamen tschechisch-altösterreichischen Vergangenheit von 1278-1918, welche die Sozialisten bis heute als kulturbildendes Grundelement des heutigen Tschechiens leugnen. Nicht zu vergessen die Kolonisationsleistung der Nachbarländer Bayern und Sachsen in Böhmen und Mähren noch vor 1278. Die Tiefe dieser europäischen Traditionen verkörpert Fürst Schwarzenberg. Während sein Gegenkandidat für das sozialistische Tschechien der jüngeren Vergangenheit steht. EB Vlk hat zu Recht seine Stimme gegen die Schmutzkampagne der Zeman-Leute erhoben, um Tschechien endlich in Europa ankommen zu lassen.


4
 
 Philosophus 24. Jänner 2013 
 

Die Wahlempfehlung eines Kardinals

stellt lediglich dessen Privatmeinung dar, die er natürlich einbringen darf. Sie stellt niemals eine verbindliche Aussage dar.
Persönlich wünsche ich dieser Empfehlung jedoch viel Gehör, da ein praktizierender Katholik als Staatsoberhaupt in der EU sicher kein Nachteil wäre!


2
 
 Josepha-Maria 23. Jänner 2013 
 

@Historiker: Das sehe ich auch so

Ich kann mich den Worten des Generalvikars aus Chur nur anschließen. Ich denke nicht dass es gut ist wenn die Kirchen so KONKRETE Stellung zu einem Politiker nehmen.


2
 
 Vit 23. Jänner 2013 
 

@Historiker

Wenn Sie sich schon \"Historiker\" nennen, wird Ihnen der Werdegang des Prager Altkardinals Vlk im totalitäten Regime der damaligen Tschechoslowakei bestens bekannt sein. Für alle anderen, hier kann man es nachlesen:

http://www.apha.cz/lebenslauf-des-kardinals-miloslav-vlk/

Ein Mann wie Kardinal Vlk, der unter einem totalitären Regime lieber acht Jahre als Fensterputzer gearbeitet hat, als sich den damals herrschenden politischen Normen zu beugen, verdient es, gehört zu werden.

Sein aktuelles Wort zur Wahl ist alles andere als Effekthascheirei, sondern der Ausdruck einer tiefen sorge um sein Land. Wer sich nicht vor holperigen Übersetzungen des Browsers ins Deutsche fürchtet, mag sich selbst überzeugen:

http://www.kardinal.cz/index.php?cmd=article&articleID=676


2
 
 myschkin 23. Jänner 2013 
 

Vlk hat Recht!

Es ist die Wahl zwischen Lüge und Wahrheit, zwischen Provinzialität und Weltoffenheit, zwischen Korruption und Anständigkeit, zwischen Demagogie und Intellektualität, zwischen Rückschritt und Fortschritt.


2
 
 Historiker 23. Jänner 2013 
 

aus einem anderen Kath.net-Artikel

Martin Grichting, der Generalvikar des Bistums Chur, meinte zu den politischen Stellungnahmen des Abtes: \"Die Kirche, vor allem die Leitung, sollte Gläubige nicht politisch vereinnahmen. Wir haben die Aufgabe, den Glauben zu verkünden, und nicht, Politik zu machen.\"

http://www.kath.net/detail.php?id=39779

Was für Äbte gilt, sollte auch für Kardinäle gelten.


3
 

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