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Schönborn: Flüchtlinge in Votivkirche 'sind unsere Mitmenschen'

20. Jänner 2013 in Österreich, 11 Lesermeinungen
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Kardinal distanziert sich in "heute"-Kolumne scharf von "unsäglichem Inserat der FPÖ": Helfer sind keine "Beitragstäter"


Wien (kath.net/KAP) Die Kirche wird weiter solidarisch mit den notleidenden Flüchtlingen in der Votivkirche sein und bei der Asylpolitik "auf notwendige Verbesserungen der Gesetze drängen". Das betonte Kardinal Christoph Schönborn in seiner Freitags-Kolumne für die Gratiszeitung "heute". Die Flüchtlinge seien "keine Verbrecher", stellte er klar. "Sie sind einfach Menschen in Not. Sie sind unsere Mitmenschen." Menschen in echter Not und Gefahr dürften von der Kirche nicht allein gelassen werden, betonte der Wiener Erzbischof. "Das fordert von uns die schlichte Menschlichkeit und das Evangelium Jesu."

Zugleich distanzierte sich Kardinal Schönborn scharf von einem "unsäglichen Inserat der FPÖ" in demselben Blatt, in dem den Flüchtlingen "Asylbetrug" vorgeworfen und deren Helfern "Beitragstäterschaft" unterstellt wird und als "Lösung" des Konflikte "Schubhaft, zwangsernähren und abschieben" gefordert wird. Dagegen "verwehre ich mich hier ausdrücklich", so der Erzbischof, der die teilweise hungerstreikenden Asylwerber in der Votivkirche kurz vor dem Jahreswechsel selbst besucht hatte und sich kontinuierlich über deren Zustand informieren lässt.


Rund 40 Betroffene harrten dort seit einem Monat aus. "Wissen Sie, wie kalt es in dieser riesigen Kirche ist?", fragte der Kardinal die "heute"-Leser. Viele würden dazu laut Schönborn sagen: "Dann sollen die doch endlich die Kirche räumen! Es werden ihnen ja normale Quartiere angeboten! Warum holt Ihr von der Votivkirche nicht die Polizei?" Dem hielt Kardinal Schönborn entgegen, dass der Protest der Flüchtlinge aus Verzweiflung erfolge und kein Verbrechen sei.

Zur Haltung der Kirche wolle er "nochmals klarstellen", so Schönborn: "Wir stehen auf dem Boden der österreichischen Gesetze und machen das auch den Flüchtlingen klar. Wir versuchen, ihnen den Hungerstreik auszureden und sie dazu zu bewegen, die angebotenen Quartiere zu beziehen. Und wir haben uns energisch gegen alle gewendet, die politisches Kapital daraus ziehen wollen, indem sie die Flüchtlinge aufstacheln."

Der Kardinal unterstrich die Absicht der Kirche, weiter mit allen Beteiligten - den Flüchtlingen, der Regierung, den Helfern und "der sehr belasteten Pfarre" - einen "gerechten und menschlichen Weg" zu suchen. Alle, die seit einem Monat zu helfen versuchen, seien keine "Beitragstäter", so Schönborn. Er danke allen, die mit viel Geduld an einer guten Lösung mitarbeiteten. "Und ich bin zuversichtlich: Wir werden einen gerechten Ausweg aus einer Situation finden, hinter der echte menschliche Tragödien stehen."

Copyright 2013 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.
Foto Kardinal Schönborn: © Erzdiözese Wien


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Lesermeinungen

 Scotus 21. Jänner 2013 

Als Christ ist man zuerst einmal ein Mensch, der lebt

Wir können nicht mehr unterscheiden zwischen bios und zoé, zwischen unserem biologischen Leben und unserer politischen Existenz, zwischen dem, was nicht mitteilbar und stumm ist und dem, was sagbar und mitteilbar ist. \"Wir sind\" wie Foucault einmal geschrieben hat, \"Tiere in deren Politik unser Leben als Lebewesen auf dem Spiel steht.\"


0
 
 Willigis 20. Jänner 2013 
 

@ Reichert

\"Hat man beispielsweise vom Kar-
dinal einmal gehört, daß er sich für den
ehemaligen Muslim in Spanien, den man
wieder in sein Herkunftsland Pakistan ab-
schieben will, wo ihm sehr wahrscheinlich
wegen Glaubensabfall der Tod droht, ein-
gesetzt hätte?\"

Was soll das denn? Schönborn ist der Erzbischof von WIEN. Er hat sich zunächst einmal um Wiener Angelegenheiten zu kümmern. Er kann nicht zum ganzen Weltgeschehen Stellung nehmen. Das dürfte ja nun einsichtig sein.

Dass diese Leute nicht nach Traiskirchen gehen wollen verwundert kaum. Dort interessiert sich ja die Öffentlichkeit nicht mehr für sie.


1
 
 Anfaenger 20. Jänner 2013 

Kirchenasyl

Man lese einmal Jos 20,9:
\"Das waren die Asylstädte für alle Israeliten und für die Fremden, die sich bei ihnen aufhielten. Dorthin konnte jeder, der ohne Vorsatz einen Menschen erschlagen hatte, fliehen, um nicht durch die Hand des Bluträchers zu sterben, bevor er vor der Gemeinde gestanden hätte.\"

Das ist der biblische Sinn des Kirchenasyls. In wie weit er für die aktuelle Situation herangezogen werden kann, oder ob das, was in letzter Zeit daraus gemacht wurde nicht eine Zweckentfremdung ist, wage ich nicht zu beruteilen. Immerhin, das alttestamentliche Asyl schützte niemanden vor dem Urteil der Gemeinde, selbst wenn dieses vielleicht nicht gerecht war.


1
 
 willibald reichert 20. Jänner 2013 
 

Philosophus

Bin ganz Ihrer Meinung. Ich finde es unange-
bracht, daß instrumentalisierte Asylbewerber
trotz vorhandener Unterkunftsmöglichkeiten
und angeblicher schlechter Asylbedingungen
uneinsichtig bleiben und dafür auch noch
von Schönborn und der Caritas unterstützt
werden. Hat man beispielsweise vom Kar-
dinal einmal gehört, daß er sich für den
ehemaligen Muslim in Spanien, den man
wieder in sein Herkunftsland Pakistan ab-
schieben will, wo ihm sehr wahrscheinlich
wegen Glaubensabfall der Tod droht, ein-
gesetzt hätte? Vor lauter politischer Correct-
ness bewegt Schönborn sich wie ein
Schilfrohr und man fragt sich, wem er als
nächstes devot großes Verständnis entgegenbringt. Im großen und ganzen
leiht er denen das Ohr, die sich für ihre
Anliegen der säkularen Unterstützung
sicher sein können.Es ist mir daher unvor-
stellbar, daß er bereit wäre, sein Leben
für den Glauben zu riskieren.


4
 
  20. Jänner 2013 
 

@alter fuchs

sind die auch in eine eiskalten Kirche im Hungerstreik - oder vergleichen Sie da Äpfel mit Zwetschken?


1
 
 kreuz 20. Jänner 2013 

soviel FPÖ-fans

unter den österr Christen?


3
 
 Philosophus 20. Jänner 2013 
 

In Traiskirchen

oder in den ihnen angebotenen Caritasquartieren hätten diese Kirchenbesetzer weder Hunger noch Kälte zu ertragen.
Der Hungerstreik ist absolut sinnlos, das österreichische Asylrecht wird sich deshalb um keinen Millimeter verändern!
Wenn ein erwachsener Mensch Nahrung und ein warmes Quartier verweigert, ist er für die Konsequenzen selbst verantwortlich!


4
 
 kreuz 20. Jänner 2013 

da bin ich mal froh um meinen blanken Balken

\"Zugleich distanzierte sich Kardinal Schönborn scharf von einem \"unsäglichen Inserat der FPÖ\" in demselben Blatt, in dem den Flüchtlingen \"Asylbetrug\" vorgeworfen und deren Helfern \"Beitragstäterschaft\" unterstellt wird und als \"Lösung\" des Konflikte \"Schubhaft, zwangsernähren und abschieben\" gefordert wird.\" (K.Schönborn)

der Unterschied zur \"mainstream\"-Meinung darf und soll bestehen bleiben.

www.kathtube.com/player.php?id=19263


2
 
  20. Jänner 2013 
 

Flüchtlinge in Votivkirche \'sind unsere Mitmenschen\':

Gilt diese Mitmenschlichkeit auch für katholische Priester? Ich denken da an die Pfarrer von Kopfing, Stützenhofen, Bischof Krenn usw.?


7
 
  20. Jänner 2013 
 

Wenn die Temperaturen

in der Votivkirche gesundheitsgefährdend niedrig sind, bin ich als \"Quartiergeber\" für die Erkrankung verantwortlich. Wäre das ein Argument, um einzulenken, doch die bereitstehenden Quartiere anzunehmen? Wie ist ein Hungerstreikender zu behandeln, wenn er das Bewußtsein verliert? Die Verantwortlichen der Pfarre brauchen unsere Gebetsbegleitung, um Entscheidungen im Sinne der Nächstenliebe treffen zu können ...


3
 
 kreuz 20. Jänner 2013 

Barmherzigkeit gehört zu den zentralen

Merkmalen der Christen. ob das für einen \"Jupp\" ist oder für die Flüchtlinge.
katholisch ist in der Mitte und orientiert sich weder links noch recht(außen), Herr Strache!

www.kathtube.com/player.php?id=29971


2
 

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