Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  2. EWTN-Chefin Maria Montserrat Alvarado wird neue Kommunikationspräfektin
  3. ZDF hasst Katholiken
  4. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  5. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  6. Christus bleibt nicht im Tempel! Fronleichnam: Einladung für die Gegenwart
  7. Wahrheit ist heilsrelevant
  8. Es gibt keine zweite Chance mehr
  9. Papst Pius X.: ‚Was brauchen wir heute am meisten, um die Gesellschaft zu retten?
  10. 'Armutsindustrie' in der Kritik: Statistik misst Ungleichheit, nicht echte Not
  11. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  12. Technisch brillant, geistig obdachlos
  13. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  14. Großes Kardinalstreffen mit dem Papst - KI statt Liturgie
  15. Ritus, Zeichen und Symbol: Der Weg zum Mysterium

Führungskräftekongress: Europa ist Sklave seiner Schulden geworden

18. Jänner 2013 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Chefvolkswirt: Politiker müssen tun, was die Märkte von ihnen verlangen


Leipzig (kath.net/idea) Die europäischen Staaten sind Sklaven ihrer Schulden geworden. Die Politiker müssen tun, was die Märkte von ihnen verlangen. Diese Ansicht vertrat der Hochschullehrer und Chefvolkswirt der tschechischen Handelsbank AG, TomᚠSedlácek (Prag), beim Kongress christlicher Führungskräfte, der vom 17. bis 19. Januar 2013 in Leipzig stattfindet. Sedlácek zufolge ist die Staatsverschuldung eine verführerische Macht. Sie vergrößere zunächst das Ausmaß an Freiheit. Indem der Staat Schulden aufnehme, könne er in Infrastruktur und Bildung investieren, und die Wirtschaft wachse schneller. Zunehmend würden die Staaten jedoch Sklaven ihrer Schulden und verlören ihre Freiheit.

Was die Bibel zur Finanzkrise sagt

Als „ersten Wirtschaftszyklus der Menschheit“ bezeichnete Sedlácek die Geschichte von Josef in Ägypten (1. Mose 41). Er habe als Statthalter des Pharaos in den wirtschaftlich guten Jahren Überschüsse gebildet, um die darauf folgenden mageren Jahre zu überstehen. Hingegen hätten die europäischen Staaten Jahr für Jahr neue Schulden gemacht, anstatt Geld für schlechte Zeiten zu sparen. Heute sei es für Staaten kaum vorstellbar, Überschüsse zu bilden. Während Josef den Test der Weisheit bestanden habe, hätten die heutigen Ökonomen versagt. Europa müsse von Josef lernen. Es dürfe Wirtschaftswachstum nicht zum Fetisch machen. Vielmehr müsse es künftig auf neue Schulden verzichten und dafür langsamer wachsen.


Kritik an der Macht der Märkte

Sedlácek kritisierte die Macht der Märkte, die immer stärker den Wert des Lebens bestimmten. Der Markt sei nicht fair, objektiv und neutral, sondern beanspruche, ein eigener Gott zu sein. Es gebe jedoch zahlreiche Bereiche des Lebens, für die sich kein Preis bestimmen lasse, die aber dennoch wertvoll seien. Dazu zählten etwa saubere Luft, Freundschaft, Liebe und Glaube. Nach den Worten Sedláceks würde die Wirtschaft ohne die Prinzipien des jüdisch-christlichen Glaubens nicht funktionieren. Zugleich sei die Bibel zutiefst von ökonomischen Prinzipien bestimmt. So bete Jesus im Vaterunser „Vergib uns unsere Schulden“.

Soll Griechenland Gesetz oder Gnade erfahren?

Sedlácek äußerte sich auch zur Griechenland-Krise. Dabei gehe es nicht allein um eine ökonomische, sondern auch um eine theologische Frage. Die Staaten müssten sich entscheiden, ob sie Griechenland „nach dem Gesetz oder nach der Gnade“ behandeln wollen. Wenn es nach dem Gesetz gehe, müsse Griechenland selbst zurückzahlen. Wenn man sie nach dem Prinzip der Gnade behandle, müsse man ihnen die Schulden erlassen. Er erinnerte daran, dass das Alte Testament ein „Jubeljahr“ fordere, in dem die Schulden gestrichen werden. Heute erkenne man, dass dieses biblische Prinzip auch Tausende Jahre später von großer Aktualität sei.

Sabbat-Gebot wird heute am häufigsten übertreten

Sedlácek erinnerte ferner an das biblische Sabbat-Gebot. Von den Zehn Geboten werde das Gebot „Du sollst den Sabbat heiligen“ heute am häufigsten übertreten. Es sei zu einem „netten Vorschlag“ degradiert worden. Sedlácek forderte dazu auf, den Sabbat konsequenter zu halten, um zu entspannen und neue Kräfte zu sammeln. Der Mensch sei nicht nur zum Arbeiten geschaffen worden, sondern auch, um die Früchte seiner Arbeit zu genießen.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Wirtschaft

  1. Woke und erfolgreich? Experten warnen Unternehmen vor falschen Erwartungen
  2. Neu an der Börse: Ein ‚katholischer’ MSCI-World-ETF
  3. US-Unternehmen führt Babybonus für Mitarbeiter ein
  4. Wegen LGBT-Produkten: Konservativer Investmentfonds verkauft Target-Aktien
  5. Großinvestor BlackRock warnt vor wirtschaftlicher Instabilität und Inflation
  6. Wir brauchen Spitzenleistungen statt Stakeholder-Kapitalismus.
  7. Ölmulti Exxon Mobil verbietet LGBT- und Black Lives Matter Flaggen vor seinen Niederlassungen
  8. Nick Vujicic will Pro-Life Bank gründen
  9. "Ein Armutszeugnis, Herr Bischof!"
  10. Verluste bei Pandemie-Anleihen: Märkte erwarten weltweite Ausbreitung






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG noch bis 22. JUNI!
  2. ZDF hasst Katholiken
  3. EWTN-Chefin Maria Montserrat Alvarado wird neue Kommunikationspräfektin
  4. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  5. Schottischer Pfadfinderjunge verweigert Verbeugung vor Allah in der Moschee
  6. "Ich musste ihm unglücklicherweise ein paar Schläge verpassen"
  7. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  8. Warum haben alte Kirchen einen verborgenen Raum unter dem Altar?
  9. Papst kommt unpünktlich und scherzt auf Deutsch: "Ich bin Ausländer"
  10. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  11. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  12. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  13. Wahrheit ist heilsrelevant
  14. Eine katholische Heldin
  15. „Silere non possum“: „Die Führung dieses Dikasteriums war ein Desaster“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz