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| ![]() Führungskräftekongress: Europa ist Sklave seiner Schulden geworden18. Jänner 2013 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen Chefvolkswirt: Politiker müssen tun, was die Märkte von ihnen verlangen Leipzig (kath.net/idea) Die europäischen Staaten sind Sklaven ihrer Schulden geworden. Die Politiker müssen tun, was die Märkte von ihnen verlangen. Diese Ansicht vertrat der Hochschullehrer und Chefvolkswirt der tschechischen Handelsbank AG, Tomá Sedlácek (Prag), beim Kongress christlicher Führungskräfte, der vom 17. bis 19. Januar 2013 in Leipzig stattfindet. Sedlácek zufolge ist die Staatsverschuldung eine verführerische Macht. Sie vergrößere zunächst das Ausmaß an Freiheit. Indem der Staat Schulden aufnehme, könne er in Infrastruktur und Bildung investieren, und die Wirtschaft wachse schneller. Zunehmend würden die Staaten jedoch Sklaven ihrer Schulden und verlören ihre Freiheit. Was die Bibel zur Finanzkrise sagt Als ersten Wirtschaftszyklus der Menschheit bezeichnete Sedlácek die Geschichte von Josef in Ägypten (1. Mose 41). Er habe als Statthalter des Pharaos in den wirtschaftlich guten Jahren Überschüsse gebildet, um die darauf folgenden mageren Jahre zu überstehen. Hingegen hätten die europäischen Staaten Jahr für Jahr neue Schulden gemacht, anstatt Geld für schlechte Zeiten zu sparen. Heute sei es für Staaten kaum vorstellbar, Überschüsse zu bilden. Während Josef den Test der Weisheit bestanden habe, hätten die heutigen Ökonomen versagt. Europa müsse von Josef lernen. Es dürfe Wirtschaftswachstum nicht zum Fetisch machen. Vielmehr müsse es künftig auf neue Schulden verzichten und dafür langsamer wachsen. Kritik an der Macht der Märkte Sedlácek kritisierte die Macht der Märkte, die immer stärker den Wert des Lebens bestimmten. Der Markt sei nicht fair, objektiv und neutral, sondern beanspruche, ein eigener Gott zu sein. Es gebe jedoch zahlreiche Bereiche des Lebens, für die sich kein Preis bestimmen lasse, die aber dennoch wertvoll seien. Dazu zählten etwa saubere Luft, Freundschaft, Liebe und Glaube. Nach den Worten Sedláceks würde die Wirtschaft ohne die Prinzipien des jüdisch-christlichen Glaubens nicht funktionieren. Zugleich sei die Bibel zutiefst von ökonomischen Prinzipien bestimmt. So bete Jesus im Vaterunser Vergib uns unsere Schulden. Soll Griechenland Gesetz oder Gnade erfahren? Sedlácek äußerte sich auch zur Griechenland-Krise. Dabei gehe es nicht allein um eine ökonomische, sondern auch um eine theologische Frage. Die Staaten müssten sich entscheiden, ob sie Griechenland nach dem Gesetz oder nach der Gnade behandeln wollen. Wenn es nach dem Gesetz gehe, müsse Griechenland selbst zurückzahlen. Wenn man sie nach dem Prinzip der Gnade behandle, müsse man ihnen die Schulden erlassen. Er erinnerte daran, dass das Alte Testament ein Jubeljahr fordere, in dem die Schulden gestrichen werden. Heute erkenne man, dass dieses biblische Prinzip auch Tausende Jahre später von großer Aktualität sei. Sabbat-Gebot wird heute am häufigsten übertreten Sedlácek erinnerte ferner an das biblische Sabbat-Gebot. Von den Zehn Geboten werde das Gebot Du sollst den Sabbat heiligen heute am häufigsten übertreten. Es sei zu einem netten Vorschlag degradiert worden. Sedlácek forderte dazu auf, den Sabbat konsequenter zu halten, um zu entspannen und neue Kräfte zu sammeln. Der Mensch sei nicht nur zum Arbeiten geschaffen worden, sondern auch, um die Früchte seiner Arbeit zu genießen. Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() LesermeinungenUm selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen. Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. | ![]() Mehr zuWirtschaft
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