16 Januar 2013, 11:52
Was ist das eigentlich: Offenbarung?
 
Hildegard13
 
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Benedikt XVI.: die Offenbarung des Antlitzes Gottes in Jesus Christus. Die Eucharistie: die große Schule, in der wir lernen, das Antlitz Gottes zu sehen und in eine innige Beziehung mit ihm zu treten. Tweet des Tages. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Was ist eigentlich Offenbarung? Diese Frage erläuterte Papst Benedikt XVI. in seiner Katechese bei der dritten Generalaudienz des Jahres 2013 am Vorabend der Gebetswoche für die Einheit der Christen vor rund 6.000 angemeldeten Pilgern und Besuchern.

Was und wie hat Gott sich offenbart? Die Offenbarung hat sich in Stufen vollzogen, so Benedikt XVI.: „Die Schöpfung selbst ist eine Offenbarung Gottes, durch die er durchscheint, durchleuchtet, und wenigstens in den Augenblicken, in denen wir ihrer Schönheit groß begegnen, spüren wir es, sehen wir durch sie hindurch den Schöpfer, den lebendigen, guten Gott“.

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Unsere Augen und unser Herz aber seien stumpf. Daher reiche die Schöpfung nicht aus. So habe Gott eine zweite Stufe beschritten: „Er schickt Propheten, Menschen, die er erfüllt und die von ihm angerührt zu den anderen sprechen und ihnen Gott irgendwie zeigen können, von Abraham über Mose und die Propheten hin“.

Die höchste und eigentliche Stufe der Offenbarung sei schließlich Jesus Christus, „in dem Gott selbst ein Mensch ist und wir in einem Menschen Gott sehen können, wirklich sehen können“. Der Papst erinnerte an die heutige Lesung vor der Generalaudienz aus den Abschiedreden Jesu im Johannesevangelium, wo schließlich Philippus „irgendwie ungeduldig wird und zu Jesus sagt: Du sprichst immer vom Vater – zeig uns doch den Vater, das reicht uns dann!“. Jesus scheine verwundert zu sein und sage: „So lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt. Wer mich sieht, sieht den Vater“.

In Jesus „ist das Gesicht Gottes selbst sichtbar, und wir müssen Jesus sehen lernen, dann sehen wir Gott, sehen wir, wer er ist und wie er ist, und sind Freunde, werden Freunde mit ihm“.

Offenbarung sei so „die Begegnung mit Jesus selbst, der zu uns spricht, in der Heiligen Schrift, in der wir aber wirklich ihm selbst zuhören, das Herz auftun müssen, ihm entgegengehen müssen, damit wir nicht nur irgendwelche Wörter der Vergangenheit hören, sondern in den Wörtern das Wort, ihn selbst, damit wir so lange bei ihm seiend nicht sind wie Philippus, der ihn immer noch nicht erkannt hatte – Philippus ist ein Bild für uns selbst. Wir sind als Christen so lange mit ihm und haben Gott doch nicht gesehen“.

„Wir müssen ihn näher kennenlernen“, so der Papst, „näher bei ihm sein, inwendig mit ihm sein, damit wir ihn kennenlernen und dann Gott sehen“. Das ganze Leben „muss auf die Begegnung mit ihm ausgerichtet sein“, so Benedikt XVI., „auf die Liebe zu ihm“.
Wenn wir Gott in Christus sehen, „dann sehen wir Gott auch in den Armen, in den Verlassenen, weil dann seine Liebe in uns anzündet, und durch die Liebe hindurch wir in denen, die der Liebe bedürfen, wiederum den lebendigen Gott sehen“.

Dies werde nur möglich, „wenn das wahre Antlitz Jesu im Hören des Wortes und vor allem im Geheimnis der Eucharistie vertraut geworden ist“. Der Papst erinnerte an den Bericht über die Emmausjünger, die Jesus im Brechen des Brotes erkennen, doch durch den Weg mit ihm und das Gespräch vorbereitet seien, das ihr Herz erglühen lassen habe: „Auch für uns ist die Eucharistie die große Schule, in der wir lernen, das Antlitz Gottes zu sehen und in eine innige Beziehung mit ihm zu treten. Gleichzeitig lernen wir, den Blick auf den die Geschichte abschließenden Augenblick zu richten, wenn er uns mit dem Licht seines Antlitzes sättigen wird“.

So sei Weihnachten für die Christen eine Aufforderung, „den Gott, der so gütig ist, dass er sich einen Menschen, ein Kind gemacht hat, näher kennenzulernen, uns mit Jesus wirklich zu befreunden, damit wir Gott sehen und dann im Nächsten Jesus erkennen können und dann recht zu leben lernen“.

Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Ganz herzlich grüße ich alle Brüder und Schwestern deutscher Sprache. Ich sagte schon: Wenn wir Gottes Antlitz sehen wollen, müssen wir Christus nachfolgen. Als Zeugen seiner Liebe wollen wir es tun. Der Heilige Geist schenke euch allen Frieden und wahre Freude.



Der Tweet des Tages:
Wenn wir unsere Mitmenschen lieben, werden wir in jedem Armen und Kranken, in jedem, der ein Leid trägt, Christus entdecken.

Video: Katechese in dt. Sprache mit Begrüßung der deutschen Gruppen





Gesamte Katechese in ital. Sprache mit Übersetzung









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