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| ![]() Zukünftiger Regensburger Bischof auf bayrische Verfassung vereidigt14. Jänner 2013 in Deutschland, 3 Lesermeinungen Rudolf Voderholzer, designierter Bischof von Regensburg, weist in Rede darauf hin, dass der Vorrat an vor-politischen Voraussetzungen des freiheitlichen Rechtsstaates einmal auf-gezehrt sein könnte. Gott mit dir, du Land der Bayern! - VIDEOS München (kath.net/pdr) Der künftige Bischof von Regensburg, Prof. Rudolf Voderholzer, leistete am Freitagvormittag im Münchner Prinz-Carl-Palais in Anwesenheit der Bayerischen Staatsregierung den Eid auf die Verfassung des Freistaats Bayern. In seiner Ansprache wies er auf die Bedeutung dieses Bekenntnisses zum Rechtsstaat hin. Im Wortlaut der Text der Rede: Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Dr. Horst Seehofer, das Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Bayerischen Staat von 1924 interpretiert im Licht des Reichskonkordats von 1933 sieht vor, dass der Bischof einer bayerischen Diözese vor seinem Amtsantritt Deutschland und Bayern die Treue schwört. Es gehört zu den unverzichtbaren Errungenschaften der neuzeitlichen Geistesgeschichte, dass dem Staat nicht ein Totalanspruch auf den Menschen zukommt und der Staat seinen Bürgern nicht die Religion, den Glauben und ein bestimmtes religiös geprägtes Rechtssystem vorschreiben darf, ihm vielmehr die Freiheit der Religionsausübung einräumen muss. Umgekehrt hat auch die Kirche die Freiheit der Religionsausübung zu achten und darf nicht mit staatlichen Zwangsmaßnahmen versuchen, den Glauben der Kirche für alle verbindlich zu machen. Es ist die Erklärung über die Religionsfreiheit des Zweiten Vatikanischen Konzils Dignitatis humanae, die diese Einsicht mit Berufung auf die Praxis Jesu und die Kirche der Märtyrer höchstverbindlich als Lehre der Kirche formuliert hat. Dieser grundsätzlichen Unterscheidung von Staat und Kirche steht die innere Hinordnung gegenüber, wie sie im so genannten Böckenfördeschen Paradoxon zum Ausdruck kommt: Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann. Jürgen Habermas hat es bei seinem Gespräch mit Kardinal Ratzinger in der Katholischen Akademie 2004 sogar noch schärfer formuliert: der moderne Staat zehrt von diesen Voraussetzungen, die vor-politischer, ja letztlich religiöser Natur sind. Und im Wort zehren ist auch die Gefahr mit angedeutet, dass der Vorrat an vor-politischen Voraussetzungen des freiheitlichen Rechtsstaates einmal auf-gezehrt sein könnte. (2) Oberste Bildungsziele sind Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung und vor der Würde des Menschen, Selbstbeherrschung, Verantwortungsgefühl und Verantwortungsfreudigkeit, Hilfsbereitschaft und Aufgeschlossenheit für alles Wahre, Gute und Schöne und Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt. Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, meine sehr verehrten Damen und Herren. Ich bekenne mich nicht nur zu dieser Bayerischen Verfassung und dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, die den Grund gelegt haben für eine für unser Land beispiellose Friedenszeit. Ich möchte diesen Eid auch verstanden wissen als ein Versprechen an Sie, Herr Ministerpräsident, stellvertretend für alle Frauen und Männer, die politische Verantwortung tragen: Ich werde als Bischof Ihr Partner sein, wenn es darum geht, sich für Gerechtigkeit einzusetzen und dem Wohl der Menschen in diesem Lande zu dienen. Insbesondere können Sie auf mich zählen, wenn es um die Sicherung der vor-politischen Fundamente unseres Zusammenlebens geht, den Glauben an Gott, der nach unserer christlichen Überzeugung den Menschen nicht klein, sondern wahrhaft groß macht. In diesem Sinne: Gott mit dir du Land der Bayern! Ich danke Ihnen. kathTube-Video: Rudolf Voderholzer, zukünftiger Bischof von Regensburg, wurde vereidigt Foto: Bei der Veranstaltung, designierter Bischof Voderholzer mit dem bayrischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer - © Bistum Regensburg Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() LesermeinungenUm selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen. Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. | ![]() Mehr zuBistum Regensburg
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