14 Januar 2013, 09:30
Paris: Mindestens 650.000 Teilnehmer bei Demo gegen Homo-Ehe
 
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Medienberichte: 800.000 Teilnehmer - Vorsitzender der Bischofskonferenz, Kardinal Vingt-Trois, kam zum Abschluss der Demo auf die Place Denfert-Rochereau, um Organisatoren Dank auszuspreche kathTube: FILME von der Demo

Paris (kath.net/KAP/red) Mit einem Sternmarsch haben am Sonntag in Paris mehr als 650.000 Franzosen, wie die Veranstalter bekanntgaben, gegen die Einführung gleichgeschlechtlicher Ehen demonstriert. In Pressemeldungen ist sogar von 800.000 Teilnehmern die Rede. Die Veranstalter zeigten sich Medienberichten begeistert über die große Teilnehmerzahl. Auch Kirchenvertreter mit Kardinal Philippe Barbarin an der Spitze waren darunter.

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Bereits im November hatten in Frankreich Hunderttausende gegen die sogenannten Homo-Ehe protestiert. Organisator der Aktionen war das unabhängige Bündnis "Manifpourtous". Eine Gegendemonstration von Befürwortern gleichgeschlechtlicher Ehen ist für den 27. Jänner geplant.

Onlinemedien zufolge nahm mindestens ein Dutzend prominenter Abgeordneter der konservativen Oppositionspartei UMP an der Demonstration teil. Dazu gehörte neben dem Parteivorsitzenden Jean-Francois Cope und Ex-Innenminister Brice Ortefeux der ehemalige Europaminister Laurent Wauqiez. Er will eine Volksabstimmung über das umstrittene Thema erreichen.

Mittlerweile haben Medienberichten zufolge 115 Abgeordnete der Nationalversammlung eine entsprechende Petition an Staatspräsident Francois Hollande unterzeichnet. Angesichts der gesellschaftlichen Zerrissenheit in dieser Frage sei ein Referendum unerlässlich.

Im Vorfeld der "Manifpourtous"-Kundgebung hatten sich Kirchenvertreter gegen Eheschließungen oder Adoptionen homosexueller Paare ausgesprochen. Der Vorsitzende der Französischen Bischofskonferenz, Kardinal André Vingt-Trois, kam zum Abschluss der Demo auf die Place Denfert-Rochereau, um den Organisatoren Dank auszusprechen. Auch Vertreter anderer Weltreligionen engagieren sich gegen die Öffnung des Ehebegriffs.

Der Ministerrat hatte im November einen Gesetzentwurf zur Einführung gleichgeschlechtlicher Ehen und ein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare verabschiedet. Die Nationalversammlung befasst sich damit Ende Jänner. Nach dem Willen Hollandes sollen die Neuregelungen noch im ersten Halbjahr in Kraft treten.

Unterdessen veröffentlichte das Meinungsforschungsinstitut Ifop am Wochenende eine Umfrage, nach der 62 Prozent der Franzosen der Meinung sind, es werde zu viel über die "Homo-Ehe" gesprochen. Das Thema nehme in der gesellschaftlichen Debatte zu großen Raum ein, so die Mehrheit in der Umfrage.

Filme von der Demo in Paris















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