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Japanischer Übersetzer: Thomas von Aquin ist 'wie Bach'

7. Jänner 2013 in Chronik, 9 Lesermeinungen
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Ryosuke Inagaki (84), emeritierter Philosophieprofessor der Universität Kyushu, hat nach 52 Jahren seine Übersetzung von Thomas von Aquins «Summa theologica» ins Japanische vollendet


Bangkok (kath.net/KNA) Ryosuke Inagaki (84), emeritierter Philosophieprofessor der Universität Kyushu, hat nach 52 Jahren seine Übersetzung von Thomas von Aquins «Summa theologica» ins Japanische vollendet. «Thomas' Schriften sind wie ein Stück von Bach, mit einem Rhythmus, der den Zugang erleichtert. Nachdem ich einmal in der Übersetzung drin war, ging es ziemlich schnell», sagte Inagaki dem Pressedienst Ucanews (Montag). Er habe die Arbeit nicht als Last empfunden.

Der Gelehrte hatte 20 der 45 Bände der japanischen Gesamtausgabe selbst übersetzt und das Projekt bis zum Abschluss im September begleitet. Die «Summa» des Dominikanermönchs und Kirchenlehrers Thomas von Aquin (um 1225-1274) zählt zu den bedeutendsten theologisch-philosophischen Werken des Mittelalters.


Inagaki, der selbst erst als Student getauft wurde, hatte dem Bericht zufolge das große theologische Werk des Thomas von Aquin unter anderem durch einen in Japan stationierten US-Offizier nach dem Zweiten Weltkrieg kennengelernt. Später forschte er zum Begriff des Naturgesetzes bei Thomas. Zum Übersetzungsprojekt stieß er beim elften Band hinzu.

Seine Lieblingsausgabe der «Summa theologica» blieb laut Ucanews ein 1952 erschienenes Taschenbuchexemplar für den breiten US-amerikanischen Markt mit dem Titel «My Way of Life». Der Titel bringe treffend zum Ausdruck, dass Thomas eine Gebrauchsanweisung für Leute habe schreiben wollen, «die wirklich und wahrhaftig glücklich werden wollen», so Inagaki.

An der japanischen Übersetzung waren der Agentur zufolge 15 Wissenschaftler beteiligt. Die Hälfte von ihnen erlebte den letzten Band nicht mehr. Der Gründer des Verlagshauses, in dem die japanische «Summa» erscheint, starb zwei Tage nach Fertigstellung der Druckfahne für den letzten Band. Eine lateinisch-deutsche, auf 34 Bände angelegte Ausgabe wurde 1933 begonnen. Sie ist noch unvollendet.

(C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.



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