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Britischer Richter: Statt ‚Homo-Ehe‘ Familien stärken

30. Dezember 2012 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Gesellschaft leidet viel stärker unter dem Zerfall von Ehe und Familie.


London (www.kath.net/ idea)
Der Zerfall der Institution Familie ist ein viel größeres gesellschaftliches Problem als die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe. Die Politik sollte sich viel mehr mit den Folgen von Scheidung für die Kinder befassen als mit der Einführung der „Homo-Ehe“.

Diese Ansicht vertritt ein führender Zivilrichter Großbritanniens. Sir Paul Coleridge (London), der eine Stiftung für den Erhalt der Ehe gegründet hat, sagte der Londoner Zeitung The Times, nur 0,1 Prozent der britischen Bevölkerung sei von der „Homo-Ehe“ betroffen, aber über 99 Prozent vom Zerfall von Ehe und Familie. In ihren Erhalt müsse investiert werden. Der 63-jährige Jurist war 30 Jahre lang Familienrichter, bevor er im Jahr 2000 an das höchste Zivilgericht, den High Court, berufen wurde. Der konservative britische Premierminister David Cameron will religiöse „Trauungen“ von Homosexuellen zulassen.


Gegen den Gesetzentwurf, der „Ehe“ neu definiert und im Januar ins Parlament eingebracht werden soll, regt sich Widerstand von Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie einer Gruppe von Unterhausabgeordneten aus allen Parteien.

Die anglikanische „Kirche von England“ soll von der Regelung ausgenommen bleiben. Ehen ohne Trauschein gehen eher auseinander Wie Coleridge erläuterte, seien die Auswirkungen des Auseinanderbrechens von Familien auf die Gesellschaft viel stärker. Die Politik sollte sich daher auf eine Stabilisierung dieser Institution konzentrieren. Der Richter beklagt eine zunehmende „Recycling-Mentalität“: Viele Bürger wollten lieber ihren Partner „entsorgen“, statt zu versuchen, kaputte Beziehungen zu reparieren.

Hauptleidtragende seien die Kinder. 3,8 Millionen seien von Familienprozessen in England und Wales betroffen. 42 Prozent aller Ehen würden geschieden, so die Times. Noch größer sei die Gefahr des Auseinanderbrechens von Familien, die ohne Trauschein zusammenleben. Die Wahrscheinlichkeit einer Trennung der Eltern vor dem siebten Lebensjahr der Kinder sei doppelt so hoch wie in Ehen. Die Zahl der „Ehen ohne Trauschein“ habe sich binnen zwei Jahrzehnten auf 2,9 Millionen verdoppelt. 45 Prozent aller 15-jährigen Kinder hätten bereits eine Trennung ihrer Eltern erlebt. Gleichzeitig bleibe der Wunsch, eine Ehe zu schließen, in der Bevölkerung hoch. 70 Prozent der 20- bis 35-Jährigen wollten heiraten; das gelte auch für 75 Prozent der Paare, die ohne Trauschein zusammenleben.



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