29 Dezember 2012, 11:32
Ägypten: Christin legt Mandat aus Protest nieder
 
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Nadja Henry: Minderheiten werden nicht angemessen vertreten.

Kairo/Washington (www.kath.net/ Idea)
In Ägypten hat eine christliche Spitzenpolitikerin ihr Mandat im Oberhaus aus Protest gegen die Minderheitenpolitik von Präsident Mohammed Mursi niedergelegt. Die Vertreterin der Anglikanischen Kirche, Nadja Henry, trat einem Bericht der „Christian Post“ (Washington D.C.) zufolge am 27. Dezember von ihrem Amt zurück.

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Sie begründete das damit, dass das Oberhaus von Mitgliedern der islamistischen Muslimbruderschaft dominiert werde. Ihr gehört auch Präsident Mursi an. Minderheiten hingegen würden nicht angemessen repräsentiert, so die Kritik Henrys. Sie war eine von insgesamt 90 Oberhaus-Mitgliedern, die Präsident Mursi erst vergangene Woche ernannt hatte. Wie sie waren darunter auch einige Christen sowie Vertreter weiterer Minderheiten.

Die Mehrheit sind jedoch Muslimbrüder oder Salafisten, die einen Gottesstaat errichten und die Scharia als Gesetz einführen möchten. In ihrem Rücktrittsschreiben betonte Henry, dass sie der Ernennung zugestimmt habe unter der Voraussetzung, dass alle gesellschaftlichen Gruppen angemessen repräsentiert würden. „Da dies nicht geschehen ist, hoffe ich, dass Sie meine Entschuldigung dafür akzeptieren, dass ich die Ernennung nicht annehmen kann.“

Obwohl Präsident Mursi in der Vergangenheit immer wieder betont hatte, die Probleme im Land gemeinsam lösen zu wollen, ist Henry nicht die erste christliche Politikerin, die ihr Amt aus Protest niedergelegt hat. Vertreter der koptischen Kirche äußerten sich jüngst ebenfalls besorgt darüber, dass die Rechte der Christen, die etwa zehn Prozent der ägyptischen Bevölkerung ausmachen, nur unzureichend vertreten würden.

Von Seiten der Anglikanischen Kirche hieß es nach Henrys Rücktritt, man habe nicht vor, sich aus dem Oberhaus zurückzuziehen. Man werde einen anderen Vertreter nominieren.

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