27 Dezember 2012, 10:01
Offener Brief an Präsident Obama: Sie haben recht
 
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Ihre Ansprache in Newtown über die „Abschlachtung von Unschuldigen“ war bewegend und bedacht. Tun Sie auch genug dafür, dass nicht länger Kinder im Mutterleib abgeschlachtet werden? Von Jennifer Hartline /Catholic Online)

Washington D.C. (kath.net/Catholic Online)
Präsident Obama,
Seit mehr als fünf Jahren gehöre ich zu Ihren heftigsten Kritikern und ich werde mich gewiss nicht dafür entschuldigen. Aber heute möchte ich Ihnen in aller Aufrichtigkeit sagen: Ihre Ansprache an die trauernde Gemeinde in Newtown am 16. Dezember war bewegend, bedacht, herzlich und vor allem – wunderbar ironisch.

Ich frage mich, ob Sie selbst diese Ironie überhaupt wahrgenommen haben, ja ob Sie die tiefere Bedeutung Ihrer Worte überhaupt selbst verstanden haben.

Ich bete aus ganzem Herzen, dass diese schreckliche und unvorstellbare „Abschlachtung von Unschuldigen“ Ihr Gewissen berührt und Ihr Herz bewegt, um so die andere schreckliche und unvorstellbare „Abschlachtung von Unschuldigen“, die täglich in den Vereinigten Staaten stattfindet, zu erkennen. Denn Sie selbst nehmen daran aktiv teil und verteidigen sie: Die Ermordung von Kindern im Mutterleib durch die Abtreibung.

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Sie sagten in Ihrer Ansprache in Newtown:
“Das ist unsere erste Aufgabe: für unsere Kinder zu sorgen. Das ist unser erster Job. Wenn wir diese Aufgabe nicht richtig erfüllen, dann können wir nichts richtig machen. Danach werden wir, als Gesellschaft, gerichtet.
Ausgehend von diesem Standard frage ich: Können wir wahrhaft als eine Nation sagen, dass wir diese Verpflichtung erfüllen?
Können wir ehrlich sagen, dass wir genug tun, um unsere Kinder, und zwar alle von ihnen, vor allem Bösen zu beschützen?“


Nun, Mr. Obama, die Antwort ist eindeutig „NEIN“. Mit Sicherheit tun wir nicht genug, um unsere Kinder – UND ZWAR ALLE VON IHNEN – vor allem Bösen beschützen. Und ja, als Gesellschaft werden wir mit Gewissheit danach gerichtet – von Gott!

Sie haben vollkommen recht zu sagen, wenn wir unsere erste Aufgabe nicht erfüllen – unsere Kinder zu schützen – dann können wir nichts richtig machen. Ich hätte das selber nicht besser ausdrücken können. Und langfristig gesehen erfüllen wir unsere Aufgabe bei weitem nicht.

Im Gegenteil, täglich opfern wir unsere Babys und vergießen ihr Blut im Namen der „Wahlfreiheit“. Wir haben entschieden, dass unsere Kinder den Preis zahlen müssen: für unsere Bedürfnisse, unseren Erfolg, unseren Fortschritt und unsere Freiheit von ihnen. Sie müssen sterben, damit wir so leben können, wie wir wollen.

Glauben Sie ja nicht, dass wir Amerikaner nicht mit Gewalt umgehen können oder sie rechtfertigen können. Wir tun es jeden Tag. Aber wir bevorzugen es, diese Gewalt zu tarnen mit Worten wie „Wahlfreiheit“, „Recht auf Abtreibung“ oder „Reproduktive Medizin“. Man muss Abtreibung nur anders bezeichnen, als das, was es wirklich ist und plötzlich ist es kein Verbrechen mehr – ja es ist etwas, das wir feiern und verteidigen.

Jedes einzelne Kind, das in Newtown ermordet wurde, hat sein Leben im Mutterschoß begonnen. Der Tod jedes einzelnen Babys im Mutterschoß ist genau so schrecklich wie der Tod der Kleinkinder in Newtown. Nur machen sie keine weltweiten Schlagzeilen und es gibt keine tränenbenetzte Fotos von ihnen.

Und dennoch: sie sind menschliche Lebewesen – ALLE. Sie sind unsere Kinder – ALLE. Wir haben sie nicht nur „nicht beschützt“, sondern im Gegenteil, wir selbst als Gesellschaft töten sie.

Wir werden niemals Frieden haben, solange wir nicht aufhören, unsere eigenen Kinder zu töten. Wir werden nie frei sein von schrecklichen Ereignissen wie dem in Newtown, wenn wir nicht anerkennen, dass jedes Kind – eingeschlossen das im Mutterleib – UNSER Kind ist. Wir müssen unsere erste Aufgabe erfüllen und für alle sorgen.

Mr. Obama, ich bete, dass Sie noch heute erkennen, dass all das, was Sie in Ihrer Ansprache gesagt haben, richtig ist. Wir werden unseren Kindern nicht gerecht. Wir müssen es besser machen. Und es muss mit den Kindern im Mutterleib beginnen.

Das Blut unserer Kinder schreit zum Himmel, Mr. Obama – und nicht nur in Newtown. Das Blut unserer Kinder klebt an unseren Händen. Ob sich das ändert, hängt ganz von Ihnen ab. Ich bete, dass Sie vom Licht der Wahrheit erleuchtet werden, besonders jetzt, wo wir uns vorbereiten, die Geburt unseres Erlösers zu feiern.

Er kam und ist Mensch geworden, ist „Fleisch geworden“, und das bedeutet nichts anderes, als dass er sein menschliches Leben als diese „Ansammlung von Zellen“ begonnen hat, die wir so gerne zerstören in der Besessenheit von unseren eigenen „Rechten“. Die Majestät Gottes war verborgen in einem Embryo. War er deswegen weniger Gott? Weniger Mensch? Trauen Sie sich wirklich zu behaupten, dass er erst ab seiner Geburt in Bethlehem wirklich Mensch war?

Es ist Zeit für Sie, Mr. Obama, innezuhalten und nachzudenken. Hören Sie auf, sich gegen die Wahrheit zu stellen. Öffnen Sie Ihre Augen, Mr. Obama. Unsere Kinder – ALLE VON IHNEN – warten darauf, dass Sie etwas tun, um sie zu schützen.

Der Friede sei mit Ihnen und Ihrer Familie an diesem Weihnachtsfest.
+++

Übersetzung und Zusammenfassung P. Bernhard Speringer
© by Catholic Online. Used by permission.
Original: http://www.catholic.org/national/national_story.php?id=48966
Jennifer Hartline: http://catholicmoxie.wordpress.com


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