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Tschechien: Neue Kommunismus-Nostalgie durch Wirtschaftskrise

22. Dezember 2012 in Chronik, keine Lesermeinung
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Kardinal besorgt über Wahlerfolge: "Wiederstarken jener Stimmen, die den Eisernen Vorhang neu aufstellen wollen“ – Dominikanerprovinzial: auf die leichte Schulter Nehmen zieht tragische Folgen nach sich


Prag (kath.net/KAP) Die Kirche in der Tschechischen Republik ist besorgt über eine wachsende Kommunismus-Nostalgie. Sie ist vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise und des Sparkurses stark gewachsen und fand Niederschlag in den jüngsten Regionalwahlen mit teilweise fulminanten Wahlerfolgen der kommunistischen KSCM-Partei. In neun der 13 Kreise kam die KSCM stimmenmäßig auf den zweiten Platz, davon in acht Fällen nach den Sozialdemokraten (CSSD). In zwei Kreisen errangen sie die relative Mehrheit vor den Sozialdemokraten. Im Kreis Usti nad Labem wurde mit Oldrich Bubenicek erstmals seit der territorialen Neuordnung der Tschechischen Republik ein Kommunist zum Landeshauptmann gewählt.


KSCM und CSSD polemisieren aktuell vehement gegen das Inkrafttreten des Gesetzes zur Restitution von nach 1948 enteigneten Kirchengütern. Das Gesetz tritt am 1. Jänner 2013 in Kraft.

Kardinal Dominik Duka sprach vor kurzem u.a. von einem "Wiederstarken jener Stimmen, die den Eisernen Vorhang neu aufstellen wollen." Der tschechischen Dominikanerprovinzial P. Benedikt Mohelnik wiederum sagte, wenn es jetzt eine "Welle des Widerstands gegen die Rückkehr der Kommunisten" gebe, sei das "keine überflüssige Hysterie". Vielmehr zeige das "historische Gedächtnis, dass ein Auf-die-leichte-Schulter-Nehmen in einem solchen Augenblick in der Regel tragische Folgen" nach sich ziehe.

In seinem diese Woche von der Pressestelle der Bischofskonferenz verbreiteten Statement verweist Mohelnik auf das Kommunistische Manifest. In ihm werde "offen der Klassenhass gepredigt", dennoch habe es die KSCM auf ihrer offiziellen Website nach wie vor als eines ihrer "Bücher der Klassiker" stehen.

Die tschechischen Dominikaner unterstützten daher "alle Missfallenskundgebungen angesichts der Einbindung der KSCM in Koalitionen in den Kreisen". Der Orden werde "seinerseits mit diesen Kreisen keinen direkten Kontakt aufnehmen". Er wolle damit zum Ausdruck bringen, dass er sich "nicht an der faktischen Rückkehr der Kommunisten an die politische Macht beteiligen" wolle, so der Ordensobere.

Copyright 2012 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich. Alle Rechte vorbehalten.


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