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Nahost: Wiege der Christenheit in Gefahr

17. Dezember 2012 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Im Mittleren Osten sieht die Zukunft der Christen düster aus


Washington (kath.net/idea) Im Nahen Osten könnten Christen bald zu einer aussterbenden Art werden. Diese Prognose stellt der US-amerikanische Schriftsteller Noah Beck. Gerade in der Wiege der Christenheit – etwa in Syrien, dem Libanon, Irak und Ägypten – seien die Nachfolger Jesu Christi besonders bedroht. Die einzige Ausnahme bilde Israel, wo die Freiheit der Religionsausübung gesichert sei, schreibt der Autor des Romans „The Last Israelis“ (Die letzten Israelis) in einer Kolumne für die Internet-Zeitung Christian Post (Washington). Trotz der muslimischen Vorherrschaft seit dem siebten Jahrhundert hätten die Christen im Nahen Osten bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein rund 20 Prozent der Bevölkerung ausgemacht. Heute seien es noch etwa fünf Prozent, und ihre Zahl gehe stark zurück. Bis 2020 könnte sie sich halbieren – wegen sinkender Geburtenzahlen und zunehmender Verfolgung, die zur Auswanderung führe.


Arabischer Frühling verschlimmert die Lage

Der Arabische Frühling habe die Lebensbedingungen der christlichen Minderheiten verschlechtert. In allen Ländern außer Israel sehe ihre Zukunft düster aus. In Ägypten hätten die Christen, die etwa zehn Prozent der rund 80 Millionen Einwohner stellen, bereits unter dem früheren Alleinherrscher Hosni Mubarak vielfach als „Bürger zweiter Klasse“ leben müssen. Dies werde sich unter Präsident Mohammed Mursi und den radikal-islamischen Muslim-Bruderschaften wahrscheinlich noch verschärfen. Begleitet von schweren Konflikten stimmen die Ägypter derzeit über einen Verfassungsentwurf ab, der stark vom islamischen Religionsgesetz, der Scharia, geprägt ist.

Christen im Libanon in Gefahr

Der Libanon weist laut Beck zwar den höchsten christlichen Bevölkerungsanteil der Region auf – knapp 40 Prozent der 4,3 Millionen Einwohner sind Christen – aber mit dem wachsenden Einfluss der von Iran finanzierten Terrorbewegung Hisbollah verschlimmerten sich auch hier ihre Zukunftsperspektiven. Hinzu komme die Gefahr, dass durch den Bürgerkrieg im Nachbarland Syrien die Gewalt auch auf den Libanon übergreife. Dann sei eine Auswanderungswelle von Christen vorhersehbar.

Syrien: Was kommt nach Assad?

In Syrien stellten die etwa 2,5 Millionen Christen etwa zehn Prozent der Bevölkerung. Unter der sozialistischen und oft brutal regierenden Assad-Dynastie hätten sie zumindest einen gewissen Schutz genossen, erläutert Beck. Der könnte nach einem Sturz des Diktators und einer Machtübernahme durch radikal-islamische Kräfte dahin sein. Schon jetzt seien Christen von Aufständischen verfolgt und getötet worden.

Einziger Lichtblick: Israel

Im Irak habe sich die Zahl der Christen nach der Invasion der USA und ihrer Alliierten im Jahr 2003 dezimiert. Mindestens die Hälfte der rund 800.000 Christen habe das Land wegen gewalttätiger Anschläge verlassen. Laut Beck können die Christen im Nahen und Mittleren Osten nur mit Sorge in die Zukunft schauen. Mehr und mehr Länder gestalteten die Staatsordnung auf der Grundlage der Scharia. Der einzige Lichtblick sei Israel; dort seien Christen sicher, schreibt Beck.


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