15 Dezember 2012, 16:00
Lombardi: Kritik an Friedensbotschaft des Papstes einseitig
 
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Vatikansprecher Federico Lombardi hat Kritik von Politikern und Homosexuellen-Verbänden an der Papstbotschaft zum Weltfriedenstag 2013 zurückgewiesen.

Vatikanstadt (kath.net/KNA) Vatikansprecher Federico Lombardi (Foto) hat Kritik von Politikern und Homosexuellen-Verbänden an der Papstbotschaft zum Weltfriedenstag 2013 zurückgewiesen. In einem Kommentar für Radio Vatikan warf er ihnen am Samstag vor, das Dokument einseitig und verzerrt zu lesen. Der Papst habe in einer kurzen Passage des 20-seitigen Textes die bekannte Position der Kirche zur Ehe zwischen Mann und Frau wiederholt. Und er habe deutlich gemacht, welches Menschenbild verteidigt werden müsse, wenn man einen stabilen Frieden schaffen wolle.

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Auch in Deutschland stießen die Aussagen des Papstes auf Kritik. Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion im Bundestag, Volker Beck, warf dem Papst vor, «Unfrieden» zu säen. Mit seiner Aussage verlasse Benedikt XVI. die «Grundlage der Menschenrechte und des demokratischen Diskurses», so Beck. Der Lesben- und Schwulenverband Deutschland, sprach von «menschenverachtenden Ausfällen». Der Papst diffamiere die rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare.

In der am Freitag veröffentlichten Botschaft, hatte Benedikt XVI. die Anerkennung der Ehe zwischen Mann und Frau gefordert. Zugleich wandte er sich gegen Bestrebungen «sie rechtlich gleichzustellen mit radikal anderen Formen der Verbindung, die in Wirklichkeit die Ehe beschädigen und zu ihrer Destabilisierung beitragen, indem sie ihren besonderen Charakter und ihre unersetzliche gesellschaftliche Rolle verdunkeln».

Dabei betonte er, dass diese Grundsätze «in die menschliche Natur selbst eingeschrieben, mit der Vernunft erkennbar und so der gesamten Menschheit gemeinsam» seien. Der Einsatz für diese Grundsätze sei umso nötiger, «je mehr diese Grundsätze geleugnet oder falsch verstanden werden, denn das stellt eine Beleidigung der Wahrheit des Menschen dar, eine schwere Verletzung der Gerechtigkeit und des Friedens», so der Papst.

Vatikansprecher Lombardi sagte, die Kritik an der Papstbotschaft ähnle mehr einem Aufschrei, als einer Argumentation, so als wolle man diejenigen einschüchtern, die ihre eigene Ansicht in der Öffentlichkeit frei äußern. Der Sprecher bedauerte, dass die Aussagen des Papstes zum Friedenseinsatz, zum Recht auf Arbeit, zu neuen Entwicklungsmodellen oder zur Nahrungsmittelkrise, die schwerwiegender als die Finanzkrise sei, durch diese «Polemik» zurückgedrängt werde.

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