11 Dezember 2012, 18:30
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Zur Debatte um das Internet-Portal "kreuz.net" - Ein Gastkommentar von Tobias Wilhelm / Paulinus / Wochenzeitung im Bistum Trier

Trier (kath.net/paulinus.de )
Dass »kreuz.net« Anfang Dezember vom Netz gegangen ist und das hoffentlich auch bleibt, ist eine gute Nachricht, die man als Christ nur mit »Gott sei Dank« quittieren kann. Unter der Anmaßung, »katholische Nachrichten« zu verbreiten, hat das Hetzportal zynisch-vulgäre Menschenverachtung betrieben, die selbst in den schier unendlichen Weiten des Internets ihresgleichen suchte.

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Wer die Seite auch nur einmal aus Neugier angeklickt hatte, weiß genau, dass das dort verbreitete Menschenbild eines ganz bestimmt nicht war: christlich. Katholische Bischöfe, in der Regel abschätzig als »alt-liberal« tituliert, waren als erklärtes Feinbild die Lieblings-Zielscheibe für »kreuz.net«-Häme schlechthin.

Wer wie die Macher der Seite unter dem Deckmantel feiger Anonymität alle Menschen mit abweichender Weltanschauung erbarmungslos verunglimpft, ist alles andere als »gut katholisch«. Extremismus, Hass, Rassismus - all das ist und bleibt mit unserem Glauben, der ja der Nächstenliebe verpflichtet ist, schlicht unvereinbar.

Die Deutsche Bischofskonferenz, die hierzulande das Copyright auf den Begriff »katholisch« hat, aber gegen den auf Auslands-Rechnern gelagerten »kreuz.net«-Schmutz juristisch einfach nicht ankam, hat sich schon vor Jahren und immer wieder so deutlich von dem Hass-Portal distanziert, wie man nur kann.

Umso erstaunlicher, dass sich selbst renommierte Medien jetzt die Dreistigkeit von »kreuz.net« zu eigen machen und die Hintermänner bar jeglicher Anhaltspunkte und journalistischen Sorgfalt in Kirchenkreisen zu orten glauben. Die Nachrichtenseite »kath.net«, vor allem durch ihre Treue zu Papst und Lehramt bekannt, wird bei der Suche nach Drahtziehern ebenso zu Unrecht in Sippenhaft genommen wie das konservative, aber unbescholtene »Netzwerk katholischer Priester«. Dass einer von dessen Begründern fahrlässigen Umgang mit »kreuz.net« pflegte, ohne aber jemals selbst als Hetzer in Erscheinung zu treten, ist bedauerlich naiv, aber kein Gegenbeweis.

Wenn Gläubige medial ohne jeden Beleg in die Nähe von Extremisten gerückt werden, ist das unjournalistisch und fahrlässig. Für virtuelle Claqueure offenbar ein Freibrief, um auf redaktionell kontrollierten (!) Internetforen à la »Spiegel online« ungeniert die Kirche zu diffamieren - anonyme Hetze übelster Sorte. Ganz wie bei »kreuz.net« - nur ohne Aufschrei.

Der Text wird in "Paulinus", der Wochenzeitung im Bistum Trier, am 16. 12. 2012, veröffentlicht. "Paulinus" auf Facebook,

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