13 Dezember 2012, 12:30
Protestanten offen für Bußgottesdienst bei Reformationsjubiläum
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Ökumene'
EKD-Präses Nikolaus Schneider: Der Vorschlag von Kurienkardinal Kurt Koch zum Bußgottesdienst bei Reformationsjubiläum sei «interessant» - Schneider zeigte Verständnis für die Schwierigkeiten von Katholiken mit dem Jubiläum.

Bonn (kath.net/KNA) Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, ist offen für einen gemeinsamen Bußgottesdienst von Katholiken und Protestanten zum Reformationsjubiläum 2017. Dieser Vorschlag von Kurienkardinal Kurt Koch sei «interessant», sagte der Präses der rheinischen Landeskirche am Montag dem Internetportal katholisch.de in Bonn.

Werbung
ninive 4


Schneider zeigte Verständnis für die Schwierigkeiten von Katholiken mit dem Jubiläum. Er rief jedoch dazu auf, die gemeinsamen Chancen zu sehen: «Die Reformation war der Versuch, die Kirche zu einer Umkehr zu Christus zu bewegen. Und das können wir doch eigentlich feiern!» Unter Verweis auf die Trennung der Christenheit und die vielen Opfer der Religionskriege lehnen katholische Bischöfe eine Feier des 500. Geburtstags der Reformation ab.

Als wenig dramatisch bewertete Schneider die unterschiedlichen Auffassungen beider Kirchen in sozial- und bioethischen Fragen. «Wir sind immer noch in all diesen Fragen zu mindestens 95 Prozent beieinander», sagte er. Zuletzt hatte es mit Blick auf Äußerungen Schneiders zur seelsorgerischen Begleitung von suizidwilligen Menschen Differenzen zwischen beiden Kirchen gegeben. Schneider hatte Anfang November gesagt, er würde im Extremfall auch Schwerkranke seelsorgerlich begleiten, die sich zum Suizid entschieden haben. Diese Äußerungen hatte der katholische Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen als «schwere Belastung für die Ökumene» bezeichnet.

Schneider lobte in dem Interview die Fortschritte der Ökumene: So habe es in den vergangenen Jahren im Verhältnis von katholischer und evangelischer Kirche «Riesenschritte» gegeben. «Wenn man sich klar macht, was wir uns in den vergangenen 50 Jahren an Gemeinsamkeit erarbeitet haben und mittlerweile leben, das ist ein mittleres Wunder», sagte er.

(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Foto Nikolaus Schneider: (c) Wikipedia/Stepro







kath.net ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.

Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

Der Skandal von Altomünster (179)

Papst Franziskus lehnt pastorale Handreichung der DBK ab! (101)

Kardinal Marx fordert „Denken im Horizont der Gegenwart“ (52)

Keine einsame Romreise für Kardinal Marx - Woelki und Genn kommen mit (45)

Die Freiheit der Kinder Gottes: nicht das Gesetz, der Heilige Geist! (32)

Bischof Ackermann greift die sieben Bischöfe an (31)

Alfie: Krankenhaus stellte Geräte ab, doch ER will nicht sterben (31)

Kloster Altomünster: „Es ist nicht wahr...“ (29)

Evangelisierung – von Situationen ausgehen, nicht von ‚Theorien’ (26)

Welcher DBK-Maulwurf hat Joachim Frank den Brief zugespielt? (25)

Kardinal Schönborn möchte Muslimen keine Kirche überlassen (18)

Zu viel vorgetäuschte Harmonie zwischen Kirchen wäre kontraproduktiv (16)

Moslems bitten katholischen Priester um Exorzismus (15)

Appell an Kardinal Marx: „Fallen Sie nicht vor Karl Marx auf die Knie“ (14)

Kriegsspiele mit "Kindersoldaten" in Wiener Moschee (13)