10 Dezember 2012, 12:30
Chur: Konsequenzen für Unterstützer der Pfarrei-Initiative
 
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Das Bistum Chur: Dechant von Winterthur, Hugo Gehring, kritisiert öffentlich seinen Bischof, Vitus Huonder - Schweizer Bischöfe hatten erklärt, eine Seelsorgepraxis, die im Widerspruch zum kirchlichen Lehramt stehe, führe in eine „Sackgasse“.

Winterthur/Zürich (kath.net/KNA/red)
Der Churer katholische Bischof Vitus Huonder hat den Unterstützern der sogenannten „Pfarrei-Initiative“ offenbar dienstliche Konsequenzen angekündigt. Wer im Dekanat Winterthur die in einigen Teilen der kirchlichen Lehre widersprechende Initiative unterschrieben habe, dem würden in Zukunft kirchliche Ämter verweigert, bestätigte der Dechant von Winterthur, Hugo Gehring, der Schweizer Presseagentur Kipa (Sonntag). Bischof Huonder werde in den nächsten Tagen mit den meisten der Unterzeichner in seinem Bistum Kontakt aufnehmen, sagte Diözesansprecher Giuseppe Gracia auf Anfrage.

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Ein direktes Gespräch mit Bischof Huonder in dieser Angelegenheit habe es nicht gegeben, so kritisierte Gehring öffentlich seinen eigenen Bischof. Ihm seien aber mögliche Stellenveränderungen innerhalb des Dekanates übermittelt worden. Hintergrund sei die Ankündigung des Bischofs, Unterzeichnern eine Erneuerung ihrer kirchlichen Seelsorge- und Lehrbeauftragung, der Missio, zu verweigern, so der Dechant. Er wisse nur von dieser Ankündigung für sein Dekanat. Es sei aber anzunehmen, vermutete Gehring weiter, dass sie für das gesamte Bistum gelte.

Die Schweizer Bischöfe hatten am Donnerstag nach ihrer Vollversammlung erklärt, eine Seelsorgepraxis, die im Widerspruch zum kirchlichen Lehramt und den Weisungen der Bischöfe stehe, führe in eine „Sackgasse“. Zur Bewältigung der von der Initiative angesprochenen Fragen sei die „Einheit mit dem Bischof und dem Papst entscheidend“. Die Bischöfe kündigten Gespräche mit den Unterzeichnern der „Pfarrei-Initiative“ in ihren jeweiligen Bistümern an.

Rund 460 Personen unterstützen mit ihrer Unterschrift die Schweizer „Pfarrei-Initiative“. Sie spricht sich unter anderem für einen Kommunionspendung für wiederverheiratete Geschiedene und Mitglieder anderer christlicher Kirchen sowie für die Laienpredigt aus und ist damit nicht in allen Teilen in Übereinstimmung mit der Lehre der katholischen Kirche.

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Foto: (C) Bistum Chur






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