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Trost – auch mit Tumoren im Kopf

30. November 2012 in Chronik, 4 Lesermeinungen
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Ein Ehepaar aus Hessen erfüllt sich einen Traum und renoviert ein altes Bauernhaus. Doch dann erkrankt der Mann schwer, und die Frau wird arbeitslos. Hilft da der christliche Glaube? Ein Beitrag von Klaus Rösler.


München (kath.net/idea.de)
Stephan Hayen (47) sitzt im Rollstuhl, seine Frau Henni (56) ist ganz für ihn da. Die beiden freuen sich, dass sie sich haben. Denn selbstverständlich ist das nicht. Schmerzen beim Laufen hat Stephan schon immer – Spätfolgen einer misslungenen Hüftoperation in der Kindheit. Damit hat er sich arrangiert. Mit 26 wird er Christ. Seine Frau lernt er drei Jahre später durch eine Anzeige in einer christlichen Jugendzeitschrift kennen.

Liebe auf den ersten Blick

Es ist Liebe auf den ersten Blick. Bereits nach einem Dreivierteljahr heiraten die beiden. Doch schon im ersten Ehejahr erhält Stephan eine schlimme Diagnose. Er hat Tumore im Kopf. Obwohl sie gutartig sind, geben ihm die Ärzte nur noch ein halbes Jahr. Doch er weiß sein Leben in Gottes Hand. Und er überlebt. Die nächsten zehn Jahre lebt er fast „normal“. Aber die Schmerzen in der Hüften und Knien werden so schlimm, dass er als Mitarbeiter bei der Telekom vier Monate lang krankgeschrieben wird. Schließlich versetzt man ihn in den vorzeitigen Ruhestand. Die beiden sind dankbar, dass Henni eine Arbeitsstelle als Chefsekretärin findet und Stephan einen Mini-Job als Hausmeister ausüben kann. Es geht den beiden sogar so gut, dass sie sich 2004 ein altes Bauernhaus in Heuchelheim nahe Gießen in Hessen kaufen und es renovieren. Obwohl die Arbeit anstrengend ist, macht sie Stephan Freude. Ein Jahr später ändert sich alles schlagartig. Die Tumore machen sich wieder bemerkbar. Stephan muss am Kopf operiert werden.


Halbseitig gelähmt

Seitdem ist er halbseitig gelähmt. Es folgen mehrere Operationen, Reha-Aufenthalte und Bestrahlungen. Er hat ständig Kopfschmerzen und Schwindelgefühle. Erst kann er noch wenige Schritte gehen. Doch seit einem Jahr ist auch das nicht mehr möglich. Die Treppe vor dem Haus ist ein unüberwindbares Hindernis. Nun kann er nicht mehr mit seiner Frau den Gottesdienst der Freien evangelischen Gemeinde in Gießen besuchen. Im März 2011 wird Henni Hayen arbeitslos. Ihr Arbeitgeber muss sparen. Ihre Stelle wird gestrichen.

Traktate und Süßes für den Postboten

Einerseits freuen sich die beiden, dass sie so mehr Zeit für sich haben. Andererseits geben sie zu, dass sie das alles belastet: „Wir sind beide etwas dünnhäutig geworden. Es gibt Missverständnisse.“ Da ist es gut, dass sie sich als Christen immer wieder vergeben können: „Wir reden viel miteinander.“ Henni Hayen schätzt an ihrem Mann, dass er sich nicht aufgibt. Manchmal bringt er sie sogar zum Lachen. Beide beten dafür, dass ihr Leben eine positive Wende nimmt – konkret, dass sie ihr Haus verkaufen können und ein anderes, rollstuhlgerechtes Haus finden. Bis dahin macht Stephan das Beste aus seiner Lage. Therapeuten, Ärzten und Paketboten schenkt er schon mal eine Süßigkeit, eine missionarische Verteilschrift oder eine Bibel. Und in manchen Gesprächen mit ihnen geht es auch um Gott. Sauer auf ihn ist er nicht. Vielmehr freut er sich über alle Glaubenserfahrungen, die er trotz seiner Krankheit machen kann. Er bekennt: „Das Leben mit Jesus ist ein Abenteuer!“


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