27 November 2012, 09:00
Evangelischer Landesbischof für Schuldbekenntnis der Kirchen
 
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Bayerischer Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm: Beim Reformationsjubiläum sollten auch die dunklen Seiten Luthers beleuchtet werden, sowie „das Leid, das aus der Kirchenspaltung und den sich anschließenden Konfessionskriegen entstanden ist“.

Hof (kath.net/idea) Für ein gemeinsames Schuldbekenntnis von evangelischer und katholischer Kirche zum 500jährigen Reformationsjubiläum am 31. Oktober 2017 hat sich der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (Foto) ausgesprochen. Bei den Gedenkfeiern sollten „die dunklen Seiten Martin Luthers, insbesondere seine antijudaistischen Ausfälle“, ebenso angesprochen werden wie „das Leid, das aus der Kirchenspaltung und den sich anschließenden Konfessionskriegen entstanden ist“, sagte der Bischof am 26. November vor der Landessynode in Hof. Zusammen mit der katholischen Kirche sollten sich die Protestanten „des eigenen Versagens, der eigenen konfessionalistischen Engstirnigkeit und der eigenen Lernverweigerung bewusst werden“.

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So werden Menschen glücklicher

Den Schwerpunkt des Bischofsberichts bildeten Ausführungen zum politischen Engagement der Kirche. Die Umwelt- und Klimaarbeit ist laut Bedford-Strohm ein „Ausdruck der kirchlichen Verantwortung für die Schöpfung“. Damit „das gute Leben“ in Deutschland nicht länger auf der Zerstörung der Erde beruhe, müssten Wohlstand neu definiert und wirtschaftliche Mechanismen verändert werden. „Ist es Wohlstand, wenn wir uns die große Fernreise leisten können? Ist es Wohlstand, wenn wir neue Möbel kaufen, obwohl die alten eigentlich noch gut sind, oder neue Kleider, obwohl der Kleiderschrank schon voll ist?“ fragte der Bischof. Seiner Ansicht nach haben die Kirchen bei der notwendigen sozialkulturellen Umorientierung eine Schlüsselrolle. Ihre Botschaft erreiche nicht nur die Köpfe, sondern auch die Herzen. „Wenn wir es geschafft haben werden, die Wirtschaft so umzugestalten, dass wir und andere mit uns gut leben können, ohne die Natur zu zerstören, werden wir glücklichere Menschen sein“, erklärte Bedford-Strohm.

Mehr Mitgefühl für Griechenland

Ferner plädierte der Bischof für mehr Sensibilität im Umgang mit Griechenland. Kommentare, in denen die Griechen als Faulenzer und Lebemänner dargestellt würden, seien für die Betroffenen demütigend und trügen nicht zur selbstkritischen Erneuerung der griechischen Gesellschaft bei.

Außerdem sprach sich der Bischof für die Aufnahme von Asylbewerbern aus den Balkanstaaten aus: „Wir können nicht Denkmäler für die verfolgten Sinti und Roma in der Zeit des Nationalsozialismus einweihen und zur gleichen Zeit Stimmung gegen Mitglieder dieser Volksgruppe machen, die hierher kommen.“ Im Neuen Testament werde die Aufnahme von Fremdlingen als Teil der unlösbaren Verbindung von Gottes- und Nächstenliebe verstanden.

Foto Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm: © www.bayern-evangelisch.de

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