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'Wir gehen dorthin, wo keine Priester sind'21. November 2012 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Frauen im Einsatz für Leib und Seele: die Seelsorgeschwestern Lateinamerikas setzen sich vom Hochgebirge bis in die Niederungen des tropischen Regenwaldes für die Menschen ein Von Kirche in Not
Wien (kath.net/KIN) Vom Hochgebirge bis in die Niederungen des tropischen Regenwaldes: Die Misioneras de Jesús Verbo y Victima (Missionarinnen vom ehrenden und sühnenden Heiland) leben und wirken an den entlegensten Orten Lateinamerikas. Sie kümmern sich um diejenigen, zu denen sonst selten jemand findet, den Armen und Vergessenen in Argentinien, Bolivien, Chile, Paraguay, Peru. Gegenwärtig sind mehr als 400 Schwestern in 38 Missionsstationen tätig, die von den Ordensfrauen Patmos genannt werden, nach der griechischen Insel, auf der der Apostel Johannes in der Verbannung lebte. Von den Stationen aus fahren und laufen die Schwestern oft stunden-, manchmal tagelang, um auch die verlassensten Dörfer, kleinen Ansiedlungen oder einzelne Familien aufzusuchen, wie Schwester Maria Immaculata bei einem Besuch des internationalen katholischen Hilfswerks Kirche in Not erzählt. Sie ergänzt: Wir gehen dorthin, wo keine Priester sind, wo sie über Monate, Jahre nicht hinkommen. Bis auf 5.000 Meter und weiter. Wir helfen denen, denen sonst niemand hilft. In Caraveli, einer Kleinstadt in der Arequipa-Region im Südosten Perus, führt der Orden eine Ausbildungsstätte. Der Ort hat 35.000 Einwohner und liegt 1.700 Meter hoch. 1961 hatte der erste Bischof von Caraveli, Friedrich Kaiser, hier zusammen mit Schwester Wilibrordis, die mit bürgerlichem Namen Therese Bonefeld hieß, die Gemeinschaft der Misioneras de Jesús Verbo y Victima gegründet. Die inzwischen verstorbenen Initiatoren stammten aus Deutschland und gehörten den Hiltruper Missionaren bzw. Missionsschwestern an. Ihr Anliegen: Die neue Gemeinschaft sollte in den Dörfern wirken, wo es keine Priester gab, in kaum zugänglichen Gegenden ohne Ärzte, Apotheken und Krankenstationen. Dafür suchten sie Kandidatinnen, die bereit waren, eine fundierte und vielseitige Ausbildung zu absolvieren: Sie sollten die Sprachen der Einheimischen lernen, unter ihnen als Seelsorgerinnen wirken und ihnen auch eine grundlegende medizinische Betreuung anbieten können. Das Konzept überzeugte, der Orden wuchs. Bis heute kümmern sich die Seelsorgeschwestern um alle und um alles: Wo Priester selten hinkommen, halten sie Wortgottesdienste und verteilen die Kommunion. Sie führen Glaubensgespräche und bilden Katecheten aus. Sie hören zu, trösten, schlichten Streitigkeiten. Sie kümmern sich um alte wie kranke Menschen, besorgen und verteilen Medikamente, lindern körperliche Beschwerden aller Art bis hin zu Zahnschmerzen. Sie helfen Schwangeren bei der Entbindung. Sie sind Lehrerinnen und Erzieherinnen, geben Koch- und Nähkurse für Mädchen und Frauen. Sie kämpfen unermüdlich gegen Analphabetismus, aber auch Alkoholismus. Trotz der beschwerlichen Aufgaben, der ermüdenden, manchmal gefährlichen Fußwege, haben die Missionarinnen keine Nachwuchssorgen. Rund ein Viertel der etwas mehr als 400 Schwestern sind junge Frauen, die je nach Länge der Zugehörigkeit zum Orden Novizinnen, Postulantinnen oder Aspirantinnen genannt werden, wie Schwester Maria Immaculata erklärt. Die gebürtige Peruanerin gehört seit 32 Jahren zu den Seelsorgeschwestern. Mit 18 trat sie dem Orden bei. Wie viele ihrer Mitschwestern ist sie gebildet, hat Philosophie und Theologie studiert, Pädagogik und Pastoral, mehrere Sprachen, darunter Deutsch, sowie Krankenpflege. Das Leben der Ordensfrauen ist nach den Worten von Schwester Maria Immaculata einfach und von Arbeit geprägt. Gartenbau und Viehhaltung sichern den täglichen Bedarf auf den Missionsstationen. Um den Unterhalt für Krankendienst und Medikamente, die weiten und oft kostspieligen Reisen, Kleidung und anders zu sichern, sind die Schwestern allerdings auf Unterstützung angewiesen. Einen Teil leisten die Diözesen, in denen sie wirken. Auch Kirche in Not hilft: Unter anderem in Peru bei der Ausbildung von jungen Schwestern und von Katecheten, mit Finanzhilfen bei Baumaßnahmen sowie in Bolivien mit Reisezuschüssen für die Seelsorge. _________________________________ KIRCHE IN NOT ist ein internationales katholisches Hilfswerk. Das Werk leistet weltweit geistliche und materielle Hilfe für Christen, die wegen ihres Glaubens bedroht oder verfolgt werden. Infos: www.kirche-in-not.at KIRCHE IN NOT Hernalser Hauptstraße 55/1/8 1172 Wien Tel: +43(1) 405 25 53 E-Mail: [email protected] Spendenkonto: Kirche in Not / Ostpriesterhilfe, PSK, Konto-Nr. 92.065.338, BLZ 60.000. Kirche in Not: Spendenform 
Foto: © Kirche in Not
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Lesermeinungen| | Wischy 22. November 2012 | | | | Was wäre, ... ...wenn man diesen Frauen auch priesterliche Funktionen übertragen würde? Wäre nicht allen ihnen anvertrauten Menschen geholfen? |  0
| | | | | qowiboy 21. November 2012 | | | | korrigenda... ich möchte noch kurz korrigieren, sprachlich differenzieren:
\"...haben es auch hierzulande in ihrer Tour nicht überall und immer einfach, stossen trotz vielerorts vorhandener Bereitschaft zur Hilfe und Spende manchmal auch auf Ablehnung und Härte...\"
und
\"...Da sie korrekt katholischen Glauben vermitteln und danach leben, stossen sie auch diesbzgl. manchmal auf Ablehnung oder werden zumindest belächelt...\" Ich wollte nicht den Anschein erwecken, dass die Schwestern hier bei uns nur auf Ablehnung stossen... im Gegenteil! Verzeihung für das Missverständnis! |  1
| | | | | qowiboy 21. November 2012 | | | | herzlichen Dank! Mit grosser Freude und Emotionen habe ich DIESEN Artikel gelesen und danke für die Bekanntmachung hier bei kath.net für diese strapaziöse, harte Arbeit der Missionsschwestern MJVV in Lateinamerika, die vielfach nur im stillen Arbeiten und den Vergessenen beistehen. Die jeweiligen Schwestern, die nach D-A-CH kommen und quasi von Pfarrei zu Pfarrei ziehen, um auf ihre Projekte aufmerksam zu machen und um Hilfe bitten, haben es auch hierzulande in ihrer Tour nicht einfach, stossen auf Ablehnung und Härte, aber können immer wieder auf hilfsbereite Menschen zählen, die sie freiwillig unterstützen, sei es mit Publikationen, Rundbrief-Übersetzungen oder Transportdienste für ihre Hilfsgüter. Da sie korrekt katholischen Glauben vermitteln und danach leben, stossen sie auch diesbzgl. auf Ablehnung oder werden zumindest belächelt.
Für mich persönlich ist es eine Ehre und Freude, ihnen hier in der Schweiz zu helfen, durch Transport und Beistand. Gott sei Dank für ihre Arbeit! Francis |  1
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