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Bistum Mainz: Keine Vorverurteilungen gegenüber Pfarrer Jolie

16. November 2012 in Deutschland, 79 Lesermeinungen
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Bistum kündigt ein "amtliches, förmliches Gespräch" mit dem Pfarrer an. Grünen-Politiker Beck möchte Druck auf Bischofskonferenz ausüben. Sprecher Kopp: Beck hat Unkenntis der kirchlichen Strukturen UPDATE: 13.45


Mainz (kath.net)
Das Bistum Bistums Mainz hat am Freitag zu denen vom „Spiegel“ erhobenen medialen Vorwürfen gegen Pfarrer Hendrick Jolie im Zusammenhang mit Veröffentlichungen beim rechtsradikalen kreuznet Stellung genommen und dazu aufgerufen, die Situation insgesamt „sorgfältig zu beachten“ und keine Vorverurteilungen zu fällen.

Das Bistum stellt klar, dass man bei den Veröffentlichungen von Pfarrer Jolie keine Hetze gegen Ausländer, Muslime, Juden, Homosexuelle usw. feststellen könne. Die Veröffentlichungen haben eine „kirchenpolitische“ Ausrichtung. Eine Vermischung mit „Rechten“ oder gar nazistisch orientierten Parolen sei nicht ersichtlich.“Deshalb haben auch Versuche, ihn mit solchen Hetzen in Verbindung zu bringen, nach unserer Erkenntnis
keine Grundlage. Kennzeichnungen, wie „Hassprediger“, dürfen hier keine Anwendung finden.“


Das Bistum erklärt, dass von den Verantwortlichen des Bistums Mainz mit Herrn Pfr. Jolie über seine kirchenpolitische Meinungsbildung öfter gesprochen worden sei. Man hatte bis jetzt aber keine Veranlassung, dies mit einer Aktivität von Pfr. Jolie in kreuz.net in Verbindung zu bringen. Unabhängig von dieser Position sei Pfr. Jolie in seiner Pfarrei als engagierter Seelsorger bekannt und auch offen für die ökumenische Zusammenarbeit.

In der Erklärung des Bistums wird dann aber festgestellt, dass sich dies jetzt sich insofern geändert habe, als Herr Pfr. Jolie in den letzten Tagen einen „leichtfertigen Umgang“ mit kreuz.net eingeräumt habe. Wörtlich schreibt das Bistum: „Daraufhin muss jetzt geklärt werden, ob dies einen unmittelbaren Verkehr mit der Redaktion von kreuz.net bedeutet, welchen Umfang diese Kontakte haben und welche Inhalte damit berührt sind.“

Um dies zu klären, werde das Bistum Mainz in der kommenden Woche über die bisherigen Kontakte hinaus ein amtliches, förmliches Gespräch mit Herr Pfr. Jolie führen. Erst danach werde sich eine "verantwortliche Bewertung" der Vorwürfe vornehmen lassen.

Pfarrer Jolie hatte sich bereits gestern mit einer Erklärung zu Wort gemeldet und klargestellt, dass er kein ausgewiesener Autor von kreuz.net sei. "Postings im Kommentarbereich - wie sie Gegner und Befürworter von kreuz.net seit Jahren wie in einem Forum üblich hinterlassen - oder auch E-Mails an die Redaktion (mit dem ich z.B. die Löschung einiger mit meinem Namen bezeichneten Beiträge auf besagter Plattform gefordert habe) sind zu dieser Aussage kein Widerspruch." Als "leichtfertigem“ Umgang bezeichnet er die Tatsache, dass er gegen die Veröffentlichung von Artikel auf den Seiten des anonymen Portals nicht früher eingeschritten sei. „Leichtfertig“ sei auch den Umstand, dass er durch Postings im Kommentarbereich möglicherweise den Eindruck erweckt habe, Stil und Inhalt dieser Seite zu billigen. "Ich halte fest, dass es für mich als katholischem Priester selbstverständlich war und ist, mich von jeglicher Form von Diffamierung und Diskriminierung zu distanzieren."

Unterdessen versucht Grünen-Politiker Volker Beck, auf die Bischofskonferenz wegen Pfarrer Jolie öffentlichen Druck auszuüben. DBK-Sprecher Kopp erklärte am Freitag auf Anfrage gegenüber der KNA, dass ein Brief Becks bisher nicht eingegangen sei, dass aber die Forderung an die Bischofskonferenz nach Maßnahmen gegen Jolie von Unkenntnis der kirchlichen Strukturen zeugen. Über entsprechende Schritte habe - so Kopp - die Diözese Mainz zu befinden, in der der Priester tätig ist.


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