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| ![]() Da möchte man sofort die Ärmel hochkrempeln14. November 2012 in Buchtipp, keine Lesermeinung "Und warum ist dann dieser Ort so verwahrlost, wenn er so ein wichtiges Zeugnis für die Christen darstellt?" Leseprobe aus dem archäologischen Geschichtsroman Expedition Emmaus von Karl-Heinz Fleckenstein Jerusalem (kath.net) Eine verwahrlostes Ruinenfeld. Überwuchert von Disteln und Dornen. Unkraut sprießt zwischen Mosaikfeldern. Dennoch wird das Gelände von den Resten einer ehemals mächtigen Kirche dominiert: Der Ort des Brotbrechens. Mirjam versucht mit beredten Worten den 52 Besuchern Emmaus etwas näher zu bringen: "Auch wenn diese ehrwürdige biblische Stätte heute eher einem verlassenen Ruine gleicht, so sind ihre verfallenen Mauern immer noch ein sprechendes Zeugnis für die Realität des auferstandenen Christus. Die Menschen des Alten Testaments warteten jahrhundertelang auf das Herankommen des verheißenen Messias, bis sich endlich vor 2000 Jahren durch seine Geburt in der Grotte von Betlehem leiblich erkenntlich gezeigt hat. Auch die Jünger von Emmaus warteten auf die Ankunft des Messias. Aber sie deuteten ihn politisch. Sie glaubten, er würde der Fremdherrschaft der Römer ein Ende setzen. Hingegen müssen sie seinen eigenen Tod als ein schmähliches Scheitern am Kreuz miterleben. Ihr Adventus, ihr Reiseziel heißt jetzt Emmaus- ein bescheidenes Dorf, weit weg vom Schauplatz des Geschehens. Ein Ziel ohne Hoffnung. Doch der adventicius, der Fremde, der herankommt, bringt ihnen einen neuen Advent. Mit dem Zerbrechen seines irdischen Lebens erfährt Jesus eine zweite Geburt in seinem göttlichen, verklärten Leib. Emmaus ist die Ankunft des erhöhten Herrn. Bedeutet nicht auch unser Leben ein Advent auf das Heute Gottes hin? An Weihnachten ist Gott in Jesus in der Grotte von Betlehem Mensch geworden. Seine Botschaft lädt uns ein, offen dafür zu sein, dass noch Größeres sich ereignen kann; denn der Herr ist erneut im Kommen, da er mitten in unserem Leben neu geboren werden will." "Und warum ist dann dieser Ort so verwahrlost, wenn er so ein wichtiges Zeugnis für die Christen darstellt", möchte Herrn Schaumberger gern wissen. "Die Eigentümer des Grundstücks sind die Karmelitinnen in Betlehem. Diese Nonnen leben als Klaussurschwestern hinter dicken Klostermauern. Was können sie schon tun?" "Für mich gilt die Emmausstelle überhaupt als eine der schönsten Erzählungen bei Lukas", unterstreicht Rudolf. "Weil sie ein Stück unser eigenes Leben wiederspiegelt mit unseren Ängsten, zerbrochenen Illusionen und neu aufkeimenden Hoffnungen. Die Stätte hier spricht für sich selbst. Sie gehört zu den fünf topographischen Orten, an denen sich der Auferstandene selbst gezeigt hat. Ein Beweis dafür, dass wir Christen nicht irgend einem Phantom, einem Fantasma nachlaufen. Gerade hier können wir uns auf seine Fährte setzen, um ihm auch heute neu zu begegnen. "Dabei ist es ein Jammer, mit ansehen zu müssen, wie die kostbaren Mosaike von Emmaus, die Kulturgüter einer vergangenen Glaubensepoche, durch Witterungseinflüsse und Vandalismus zugrunde gehen," seufzt Mirjam. "Sehen sie dort diese Schulklasse. Die trampeln achtlos auf den Mosaikfeldern herum. Gerade kratzen ein paar Halbwüchsige bunte Steinchen zusammen und stecken sie als Souvenir in die Hosentasche. Und wir stehen da und müssen untätig das mit ansehen. "Da möchte man am Liebsten sofort die Ärmel hochkrempeln und anfangen, aus Emmaus wieder einen pilgerwürdigen heiligen Ort zu machen", meint Rudolf unternehmungslustig. "Wo sind denn eigentlich hier die Toiletten", unterbricht Frau Meisel mit ihrer irdisch-menschlichen Frage seinen idealistischen Sturm und Drang. "Emmaus muß wieder seinen würdigen Stellenwert finden", bläst Rudolf mit dem vollen Brustton der Überzeugung ins gleiche Horn. Das sind wir alle diesem Ort schuldig."
Karl-Heinz Fleckenstein Alle Bücher und CDS können direkt bei KATH.NET in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung CHRIST-MEDIA (Auslieferung Österreich und Deutschland) und der RAPHAEL Buchversand (Auslieferung Schweiz) bestellt werden. Es werden die anteiligen Portokosten dazugerechnet. Die Bestellungen werden in den jeweiligen Ländern (A, D, CH) aufgegeben, dadurch nur Inlandportokosten. Für Bestellungen aus Österreich und Deutschland: [email protected] Für Bestellungen aus der Schweiz: [email protected] Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() LesermeinungenUm selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen. Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. | ![]() Mehr zuHeiliges Land
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