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'Ganz leicht ist der Tod für niemanden'

2. November 2012 in Spirituelles, 7 Lesermeinungen
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„Wer zum Thron Christi und zur Herrlichkeit des Himmels kommen soll, darf nicht klagen und trauern.“ – Ein kath.net-Impuls zu Allerseelen von Bischof Andreas Laun


Salzburg (kath.net) Plagiat ist, wenn jemand, vor allem in einer wissenschaftlichen Arbeit, abschreibt, aber glauben macht, er hätte diesen Text selbst verfasst! Nun, ich sage sofort: Nein, der Haupttext zum Thema Sterben, den ich hier vorlege, stammt nicht von mir, sondern von Cyprian von Karthago aus dem 3. Jh. nach Christus und entdeckt habe ich ihn im Brevier des Priesters, einer Sammlung von geistlichen Kostbarkeiten.

Zunächst aber: Die Menschen können resignieren, sie können toben, sie können wissenschaftliche Forschungen anstellen, ob sie nicht doch den Alterungsprozess „abschalten“ und dann auch das Sterben genetisch abschalten können, sie können die Lebenserwartung wenigstens der Wohlhabenden nach oben schieben, den Tod werden sie nicht abschaffen!

Ähnlich ist es mit der Angst vor dem Sterben: Man kann sie leugnen, man sich „locker und souverän“ geben, man kann sie einschränken auf einen „Aspekt“ des in der Regel ohnehin nicht genau vorhersehbaren Sterbens, man sich den Tod selbst geben oder sogar „gesetzeskonform“ durch Euthanasie geben lassen: Ganz leicht ist der Tod für niemanden, und das gilt wohl auch für Heilige und tief gläubige Menschen! Wen wundert es, der Tod ist schließlich eine Folge der Sünde!

Auch das 2. Vatikanische Konzil versucht mit keinem Wort den Tod schön zu reden, wenn es schreibt: „Der Mensch erfahrt nicht nur den Schmerz und den fortschreitenden Abbau des Leibes, sondern auch, ja noch mehr, die Furcht vor immerwährendem Verlöschen. Er urteilt aber im Instinkt seines Herzens richtig, wenn er die völlige Zerstörung und den endgültigen Untergang seiner Person mit Entsetzen ablehnt. Der Keim der Ewigkeit im Menschen läßt sich nicht auf die bloße Materie zurückführen und wehrt sich gegen den Tod.“


Es ist es kein Widerspruch dazu, wenn einer der Lübecker Märtyrer kurz vor seiner Hinrichtung seinen Eltern schreibt: „Ich bin glücklich, weil ich in drei Stunden Jesus sehen werde!“ Seine „Todesangst“ hat er damit nicht bestritten, sondern ihr nur die Hoffnung gegenübergestellt, die aus dem Glauben kommt, Hoffnung, die die Angst nicht aufhebt, aber Hoffnung, die lehrt, mit ihr, mit der Angst zu leben und auch zu sterben! Das Glück dieses Nazi-Opfers folgt, so banal der Vergleich scheinen mag, der gleichen „Logik der Gefühle und Gedanken“ wie der eines Menschen, der an quälenden Zahn-Schmerzen leidet und seiner Frau sagt: „Es tut so weh, aber jetzt bin ich glücklich, endlich einen Termin beim Zahnarzt bekommen zu haben, ich gehe jetzt gleich zu ihm!“

In der Geschichte der Kirche, vor allem der Heiligen und unter ihnen besonders der Märtyrer, gibt es viele, viele Berichte über die Gelassenheit und sogar Freude von Christen angesichts des nahenden Todes, sogar wenn dieser sich in besonders grausamer Form präsentierte!

Soll man sich auf den Tod vorbereiten, indem man sich ihn vorstellt und dazu noch, wie „tapfer“ man selbst sein werde? Nein, das hat keinen Sinn, die einzig wirklich christliche Vorbereitung auf den Tod vertieft sich wieder und wieder in das, was der Glaube dazu sagt.

Und die Ungläubigen, was ist mit denen? Leider, ihnen ist nicht zu helfen, sie sind Menschen ohne Hoffnung, und ihnen kann man nur raten, sich endlich Gott, endlich dem Grund der Hoffnung und damit der Quelle allen Trostes zuzuwenden! Aber genug der Worte, da ist endlich das, was der hl. Cyprian den Menschen vor rund 1700 Jahren gesagt hat! Es kann nie veralten, weil die Menschen immer dieselben bleiben, weil der Tod immer derselbe ist und weil die Hoffnung des Christen, die die Kirche verkündet, immer dieselbe bleibt:

„Wenn wir vorerst sterben, gehen wir durch den Tod in die Unsterblichkeit ein. Gäbe es das Scheiden nicht, könnte auch die Folge nicht eintreten: das ewige Leben. Es ist kein Weggehen, sondern ein Hinübergehen. Es ist nach Durchmessen des irdischen Weges der Übergang zur Ewigkeit. Wer sollte nicht eilen, um zum Besseren zu gelangen? Wer sollte nicht wünschen, möglichst schnell verwandelt und umgeformt zu werden, zur Schönheit Christi und zur Würde himmlischer Herrlichkeit zu gelangen, da doch der Apostel verkündet: „Unsere Heimat ist im Himmel. Von dorther erwarten wir auch Jesus Christus, den Herrn, als Retter, der unseren armseligen Leib verwandeln wird in die Gestalt seines verherrlichten Leibes.“

Diese Zukunft verheißt uns auch Christus, der Herr, da er für uns zum Vater betet, dass wir immer bei ihm sein, mit ihm auf den Thronen des Himmels sitzen und im Himmelreich glücklich sein dürfen: „Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor der Erschaffung der Welt.“ Wer zum Thron Christi und zur Herrlichkeit des Himmels kommen soll, darf nicht klagen und trauern. Nach der Verheißung des Herrn und dem wahren Glauben soll er sich auf seine Abreise und sein Hinübergehen freuen.

Was liebst du die Welt, da sie doch den Christen hasst? Warum folgst du nicht lieber Christus, der dich erlöst hat und liebt? Johannes ruft in seinem Brief und Mahnt uns, nicht irdischen Wünschen zu folgen und die Welt zu lieben: „Liebt nicht die Welt und was in der Welt ist. Wer die Welt liebt, hat die Liebe zum Vater nicht. Denn alles, was in der Welt ist, die Begierde des Fleisches, die Begierde der Augen und das Prahlen mit dem Besitz ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Die Welt und ihre Begierde vergeht. Wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit.“

Liebe Brüder, mit reinem Herzen, festem Glauben und starken Mut lasst uns zu allem bereit sein, was Gott will. Ohne Schrecken vor dem Tod wollen wir an die Unsterblichkeit denken, die auf ihn folgt. So wollen wir zeigen, dass wir auch sind, was wir glauben. Meine Lieben, wir sollen bedenken und nicht vergessen, dass wir der Welt entsagt haben und vorerst als Gäste und Fremdlinge hier leben. Mit Freude wollen wir den Tag begrüßen, der einem jeden sein Heim zuweist, den Tag, der uns von hier wegnimmt, uns von den Fallstricken der Welt befreit und uns dem Paradies und dem Reich Gottes zurück gibt. Wer sollte nicht eilends in die Heimat zurückkehren, wenn er in der fremde ist? Wir halten das Paradies für unsere Heimat. Dor erwartet uns die große Zahl der Lieben: Die stattliche Schar der Eltern, Geschwister und Kinder wartet auf uns. Der eigenen Rettung sind sie schon sicher, aber sie sind wegen unseres Heiles in Sorge. Wie groß ist unsere und ihre gemeinsame Freude, wenn wir einander wiedersehen und uns umarmen können. Wie groß ist dort das Glück des Himmelreiches ohne Furcht vor dem Tod. Welch höchste und ewige Seligkeit ist es, in der Ewigkeit zu leben.


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Lesermeinungen

 rosengarten1997 3. November 2012 

Danke Bischof Laun

es ist immer wieder ermutigend Ihre Texte zu lesen ! Vergelts Gott


1
 
 Albertus Magnus 3. November 2012 
 

@Descartes

Das griechische Wort \"kosmos\" (z. B. Kosmetik) bedeutet nicht nur Welt, sondern auch Schmuck. Mit der Welt ist genau dieses mehr-sein-zu-wollen gemeint, das man durch ein mehr-scheinen erreichen will. Es ist damit nicht gemeint, dass das Materielle böse ist, wie es beispielsweise die Manichäer und und deren geistige Nachkommen, die Katharer behaupteten. In der Genesis lesen wir, dass Gott die Welt gut geschaffen hat. Und so sollten wir es auch halten.


0
 
 M.Schn-Fl 3. November 2012 
 

Lieber @Descartes

Es lohnt sich wirklich, die ganze Offenbarung zu kennen, weil die Bibel die Bibel erklärt.
Wenn die Bibel von der \"Welt\" im negativen Sinn spricht, dann meint sie immer die in sich verkrümmte, Gott ferne Welt, die meint sie wäre ohne Gott besser dran und freier.
Das ist kein Widerspruch zu all den wunderbaren Stellen im Alten und im Neuen Testament, in der die Schöpfung mit ihrem Schöpfer gepriesen wird.
Gerade der Psalm 8 macht uns klar, wer wir sind und wirklich sein sollen und von der Schöpfung sagt die Schrift: \"ER lässt nicht fahren das Werk seiner Hände.\"
Wir sind vom Himmel aber in der Welt für die Welt.
Wenn mit Welt die Schöpfung gemeint ist, so sollen wir sie als Gottes Werk lieben und hüten.
Aber oft spricht die Hl: Schrift von der \"Welt\" als Ort der Versuchung und der Gottesferne, als die Welt der Macht, wie sie Satan als 3. Versuchung Jesus in der Wüste zeigt.
Zur Medizin siehe das Buch \"Jesus Sirach\", das zu den Weisheitsbüchern


1
 
 Rodolpho 2. November 2012 
 

Alles andere wäre auch unzumutbar

Man stelle sich nur mal vor, der Mensch würde weit mehr als 1000 Jahre hier leben.Welch eine Überfüllung der Welt wäre das? Aber die 70 oder 100 Jahre in der Welt können nicht alles gewesen sein.Im Sterben verlassen wir die Welt und gehen heim in unser wirkliches Zuhause.Die Mühsal und Ängste des Lebens hier sind dann ohne Bedeutung.Der Tod ist wohl für jeden schwer,der fest an die Welt gebunden ist.In GOTT aber ist das ewige Leben,die Liebe,die Vergebung.Auf ihm ruht die Hoffnung,welche Christus uns in seiner Auferstehung gab.Alles andere sind menschlicher Irrtum und weltliche Fesseln.


0
 
  2. November 2012 
 

Heimat

\"Der Weg ist zu Ende, wo die Heimat erreicht ist.\" schreibt Franz Rosenzweig im Stern der Erlösung.

Eigentlich schade, dass die Welt uns hasst, bloss weil wir unsere Heimat bei Gott haben. Was nützt es der Welt?


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 Descartes 2. November 2012 
 

Was genau ist die \"Welt\", die der Johannes-Brief ablehnt?

Also ich sehe in der Welt mehr als \"die Begierde des Fleisches, die Begierde der Augen und das Prahlen mit dem Besitz\". Auch denke ich, dass es unabdingbar zur Existenz gehört, dass es Ursache und Wirkung gibt, logische Schlussfolgerungen und Naturgesetze. Sonst wären keine Aussagen, keine Erkenntnisse, keine Wissenschaft und Technik möglich. Dass es aber z.B. Medizin gibt, finde ich gut, obwohl sie \"von der Welt\" ist.


0
 
 kreuz 2. November 2012 

\"Ganz leicht ist der Tod für niemanden,

und das gilt wohl auch für Heilige und tief gläubige Menschen!\"

gut gepredigt, WB Laun, danke!


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