
Mexiko-Stadt (kath.net/KNA) Ein unehelicher Sohn des Ordensgründers der «Legionäre Christi», Raul Gonzalez Lara, ist laut mexikanischen Medien nach Zahlung einer Kaution wieder aus der Untersuchungshaft entlassen. Das berichtet die Tageszeitung «El Diario» (Mittwoch). Gonzales war am Montag unter dem Vorwurf der Erpressung festgenommen worden. Die «Legionäre Christi» beschuldigen ihn, die Ordensgemeinschaft mit Informationen über das Doppelleben seines Vaters Marcial Maciel (1920-2008) erpresst zu haben. Gonzales habe umgerechnet rund 22 Millionen Euro gefordert, um nicht an die Öffentlichkeit zu gehen.
Dem katholischen Priester und Ordensgründer Maciel wurde seit 1997 vorgeworfen, sich an Seminaristen sexuell vergangen zu haben. 2006 maßregelte ihn der Vatikan und erlegte ihm einen Rückzug aus der Öffentlichkeit auf, verzichtete aber auf ein kirchenrechtliches Strafverfahren. Später bestätigten sich Vorwürfe, dass Maciel nicht nur Seminaristen missbraucht, sondern auch ein Doppelleben geführt und drei Kinder gezeugt hatte.
Im Mai 2010 attestierte der Vatikan Maciel ein «objektiv unmoralisches Verhalten». Parallel zu den Nachforschungen über die Vergangenheit Maciels prüfte eine vatikanische Ermittlungskommission 2009 die inneren Leitungsstrukturen. 2010 ordnete Papst Benedikt XVI. eine umfassende Neuordnung des Ordens an. Die Gemeinschaft distanzierte sich unterdessen offiziell von ihrem Gründer.
Die «Legionäre Christi» zählen nach eigenen Angaben weltweit 920 Priester in rund 20 Ländern sowie 2.500 Seminaristen. Angeschlossen ist die Laiengemeinschaft «Regnum Christi».
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