24 Oktober 2012, 12:01
Was heißt Glauben heute? Jenseits der spirituellen Wüsten
 
Hildegard13
 
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Benedikt XVI. setzt seine Katechesen zum Glauben fort und kündigt für den 24. November ein Konsistorium zur Kreierung von sechs neuen Kardinälen an. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Während der zweiten Generalaudienz des Jahres des Glaubens setzte Papst Benedikt XVI. vor rund 25.000 Pilgern und Besuchern seine Katechesenreihe zum Glauben fort, mit der er dieses besondere Jahr begleiten wird. Gleichzeitig kündigte der Papst für den 24. November ein neues Konsistorium an, bei dem er sechs neue Kardinäle kreieren wird. Keiner der neuen Purpurträger stammt aus Europa. Das Kardinalskollegium zählt heute 116 wahlberechtigte Kardinäle. Die Zahl wird bis zum Ende des Jahres auf 114 sinken. Nur zwanzig von diesen stammen aus Lateinamerika, elf aus Afrika, acht aus Asien und einer aus Ozeanien gegenüber 63 Wählern aus Europa.

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Bei den neuen Purpurträgern handelt es sich um:
1. Erzbischof JAMES MICHAEL HARVEY (63), Präfekt des Päpstlichen Hauses. Harvey wird zum Erzpriester der Päpstlichen Basilika St. Paul vor den Mauern ernannt werden.
2. Seine Seligkeit BÉCHARA BOUTROS RAÏ (72), Patriarch von Antiochia der Maroniten (Libanon);
3. Seine Seligkeit BASELIOS CLEEMIS THOTTUNKAL (53), Großerzbischof von Trivandrum der Syro-Malankaresen (Indien);
4. JOHN OLORUNFEMI ONAIYEKAN (68), Erzbischof von Abuja (Nigeria);
5. RUBÉN SALAZAR GÓMEZ (70), Erzbischof von Bogotá (Kolumbien);
6. LUIS ANTONIO TAGLE (55), Erzbischof von Manila (Philippinen).

Was ist der Glaube? Was heißt es heute zu glauben? Heute bedarf es für den Papst einer neuen Erziehung zum Glauben. Oft scheine die „spirituelle Wüste“ immer größer zu werden, so Benedikt XVI. Eine gewisse Kultur des Machbaren als des allein Gültigen lasse den Menschen dann im Tiefsten orientierungslos zurück: „Es steigen Fragen auf: Welchen Sinn hat das Leben? Ist es gut, ein Mensch zu sein? Gibt es eine Zukunft für den Menschen?“

„Wir brauche nicht nur technisches Können“, so der Papst, „ wir brauchen auch Liebe, Sinn, Hoffnung. Ein sicheres Fundament, das uns hilft zu leben“. Dieses Fundament gebe der Glaube, der „ein Sichanvertrauen an ein Du ist, an Gott, der mir Hoffnung und Zuversicht schenkt, der mich liebt“.

Glaube „heißt also, in lebendiger Beziehung zu Gott stehen, der Liebe Gottes zu trauen, dem Geheimnis Christi, der ganz in unser Menschsein herabgestiegen ist, um uns zu sich hinaufzuziehen“. So sei der Glaube ein Geschenk, das Gott allen Menschen anbiete „und das den Sinn gibt, den wir selber uns nicht geben können und den wir doch brauchen“: „Wir können auch heute an Gott glauben, weil er uns nahe kommt und uns anrührt“.

Dem Glaubensweg liege die Taufe zugrunde, „das Sakrament, das uns den Heiligen Geist schenkt und in Christus zu Kindern Gottes macht in der Gemeinschaft mit der Kirche“. Denn „man glaubt nicht von sich aus, ohne die Gnade Gottes, und man glaubt nicht allein, sondern zusammen mit den Brüdern und Schwestern“.

Zugleich sei der Glaube ein zutiefst freier und menschlicher Akt: „der Glaubende überschreitet sich selbst, seine eigenen Sicherheiten und Denkmuster, um in voller Freiheit und Freude, mit Verstand und Herz Ja zu sagen zu Gott. Und dieses Ja verwandelt unser Leben und führt es zur Fülle seines Seins“.


Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Gerne grüße ich alle Pilger deutscher Sprache sowie die Gäste aus den Niederlanden. Unsere Zeit braucht Menschen, die vom Herrn ergriffen sind und durch die Vertrautheit mit der Heiligen Schrift und durch die Sakramente im Glauben wachsen. So wollen wir von der Erfahrung eines neuen Lebens in Christus und von der Gegenwart Gottes erzählen. Unser Leben sollte wie ein aufgeschlagenes Buch sein, aus dem unsere Begegnungen mit Gott lesbar werden, der uns offen macht für ein neues Leben in Fülle. Der Herr mache uns alle froh und stark im Glauben.

kathTube: Die Ansprache von Papst Benedikt XVI. bei der Generalaudienz:







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