
London (kath.net/CWN/jg)
Rowan Williams, scheidender anglikanischer Erzbischof von Canterbury, legt der Generalsynode der Kirche von England nahe, die Bischofsweihe von Frauen einzuführen. Würde das Vorhaben abgelehnt, riskiere die anglikanische Kirche eine Phase interner Konflikte, deren Ausgang ungewiss sei, schreibt Williams in einem Beitrag für die anglikanische „Church Times“.
Die Generalsynode wird im November dieses Jahres zusammentreffen. Sie ist die letzte Versammlung der Führung der Kirche von England vor Williams’ Rücktritt als Erzbischof von Canterbury im Dezember. Wird die Bischofsweihe für Frauen abgelehnt, kann sie frühestens bei der nächsten Generalsynode in zehn Jahren eingeführt werden.
Williams bezeichnet die Tatsache, dass Frauen zwar zu Priesterinnen aber nicht zu Bischöfinnen der anglikanischen Kirche geweiht werden könnten als „Anomalie“, die „Unklarheit“ in die anglikanische Theologie brächte. Die anglikanische Theologie kenne nur „das Priestertum Jesu Christi“. Es sei daher „inkonsistent, eine getaufte Person prinzipiell vom Weihedienst auszuschließen“. Sein Vorstoß sei keine Konzession gegenüber dem säkularen Feminismus, schreibt Williams weiter. Die anglikanische Kirche müsse aber zugestehen, dass sie ohne den säkularen Feminismus die Dringlichkeit dieser Frage und die Inkonsistenz der gegenwärtigen Position nicht bemerkt hätte.
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