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Wissenschaftler sehen neuen ‚Kulturkampf‘ in Deutschland

20. Oktober 2012 in Deutschland, 14 Lesermeinungen
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Moralische Fragen und Traditionen werden immer unterschiedlicher beurteilt und gelebt.


Berlin (www.kath.net/ KNA)
Ein neuer „Kulturkampf“ zeichnet sich nach Einschätzung evangelischer und katholischer Wissenschaftler in Deutschland ab. Es sei ein Konflikt zwischen „religiös sensiblen und religiös unsensiblen Menschen“, sagte der evangelische Berliner Theologe Rolf Schieder am Donnerstagabend in der Katholischen Akademie der Bundeshauptstadt.

Der Streit werde etwa in der Debatte um das Beschneidungsurteil des Kölner Landgerichts deutlich, erklärte der Professor an der Humboldt-Universität. Die Richter hatten die religiös motivierte Beschneidung eines Jungen als unzulässige Körperverletzung gewertet. Dies ignoriere, dass auch religiöse Traditionen für das Kindeswohl maßgeblich seien, kritisierte Schieder.


Nach Auffassung des Historikers Siegfried Weichlein gibt es einen „Kulturkampf“ etwa in der Bewertung von Abtreibung und Euthanasie. Der Professor für Zeitgeschichte an der Universität Freiburg (Schweiz) wandte sich zugleich gegen Forderungen, die katholische Kirche müsse ihre Geschlossenheit wiedererlangen, die sie im 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gezeigt habe. „Katholisch zu sein, war nie klar und eindeutig“, betonte Weichlein. Er wandte sich damit gegen die These des Publizisten Lorenz Jäger, der deutsche Katholizismus sei wegen seiner inneren Zerwürfnisse „strukturell kampfunfähig“.

Schieder, Weichlein und Jäger äußerten sich bei einer Veranstaltung zum 200. Geburtstag von Ludwig Windthorst (1812-1891). Er war im 19. Jahrhundert der bedeutendste katholische Politiker und wichtigste Gegenspieler von Reichskanzler Otto von Bismarck im Reichstag. Als Führer der katholischen Zentrumspartei erreichte Windthorst auch in seiner Kirche eine starke Machtposition, mit der er sich zeitweise gegen den Vatikan stellte.

Das Jubiläumsjahr für den Politiker solle diese geistesgeschichtliche Entwicklung des Katholizismus in Erinnerung rufen, betonte der Vorsitzende der Ludwig-Windthorst-Stiftung, Hermann Kues (CDU). Er ist auch Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfamilienministerium.

(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Jegliche mediale Nutzung und Weiterleitung nur im Rahmen schriftlicher Vereinbarungen mit KNA erlaubt.


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Lesermeinungen

  22. Oktober 2012 
 

Ja, eine gute Beobachtung

Unterschwellig gibt es wohl immer einen \"Kulturkampf\" und er ist wohl ganz offen ausgebrochen (nicht nur bei uns, sondern gerade auch in den USA) wie das Beispiel Beschneidung deutlich zeigt.
Es gibt ihn deswegen, weil die Neuheiden nicht mehr weiter wissen. Denn was sie tun, kann die Seele nicht erfüllen. Und sie gehen nicht beichten und schleppen ihre Sünden mit sich herum. Kurz und gut: sie sind am Ende, wissen nicht mehr weiter.
Aber anstatt umzukehren, attackieren sie das Gute, das als Gegner begriffen wird. Denn gäbe es nicht Gott und das Gute, würde es ihnen besser (gut) gehen. Ein Irrsinn- dieses Denken. Aber die Folgen bekommt jeder zu spüren- vom ungeborenen Kind bis zum alten Menschen. Es ist eine Barbarei, dei sich ausbreitet.


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 stefan maria elias 21. Oktober 2012 

Ester

Wenn die ganze Gemeinde glaubt, dann kann der Bischof gar nicht anders. Das ist Magie. Nicht der Mensch zwingt einen Willen auf, sondern der Heilige Geist setzt es um wie er (der Heilige Geist) will.
Das kann jeder mal beim Spazieregehen testen: das \"beeing human\" in fremden Menschen suchen und lieben.


1
 
 stefan maria elias 21. Oktober 2012 

(Marx blieb religiös durchsäuert).

Hat es Marx denn geholfen, dass er \"religiös durchsäuert\" war? - Nicht Ja, nicht Nein.

Er wollte etwas und hat es bekommen. Von Gott? Höchstens bis zu einem gewissen Grad.

Durchsäuert ist ein Mix von sensibel und unsensibel? Nach Meinung der Wissenschaftler gibt es keine Gläubigen?

Das ist Diskriminierung und erinnert an die Anfänge der PSS.


1
 
  21. Oktober 2012 
 

Zeichen der Teilung

Wer sich Gott völlig entzogen hat wie ein Stern, der seine Galaxie verlässt, denkt wie Mao: „Wenn nur 20 Mio Chinesen einen Atomkrieg überleben, sind wir die Herrn der Welt“.
Wer wie Marx denkt, wiedersetzt sich Gott, kreist aber weiterhin um ihn (Marx blieb religiös durchsäuert). Oft verharren „Gottlose“ anteilig im Wertekanon der Christen.
Ohne Akzeptanz eines göttlichen Vorbehalts wäre ein Abtreibungs- oder Euthanasieverbot sinnlos. Daran ist nichts neu. Neu ist die quantitative Dimension der Auseinadersetzung:
Die beharrenden Kräfte dünnen beständig aus bis zur Paralyse.
Wenn es dann zugeht wie (früher) „im Polnischen Parlament“, dann steht eine Teilung an.
Man verharmlose die Zeichen nicht !


1
 
 Ester 21. Oktober 2012 
 

@ stefan maria elias

stimme Ihnen zu, dass die Kirche alle Sorten Charaktere brauchen kann und der liebe Gott sich was bei der Erschaffung der sensiblen und unsensiblen, der Genies und der einfach gestrickten u.s.w. gedacht hat.
Aber es ging mir genau darum, das es nicht auf der einen Seite, die religiös sensiblen und auf der anderen Seite die religiös unsensiblen gibt.
Das ist einfach eine unzutreffende Annahme.
Es geht immer um die civitas dei und die civitas terrena und zu ersteren sind alle gerufen, ohne Ausnahme, aber es hören halt viele nicht. Und das ist schon immer so und keine besondere Erscheinung des Jahres 2012.


1
 
 stefan maria elias 20. Oktober 2012 

Ester - Nilpferde können Trampelpfad machen

Selbst \"religiöse Nilpferde\" könnte die Kirche sehr gut gebrauchen, um z.B. einen Trampelpfad anzulegen. Die Kripo macht das auch an Tatorten, damit keine Trugspuren gemacht werden.


1
 
 tempo 20. Oktober 2012 

Markus-NRW - eingeschränkte Vielfalt

Eine Gruppe von Theologen hat sich getroffen und folgendes festgestellt: Es herrscht ein Kulturkampf zwischen religiös sensiblen und religiös unsensiblen Kirchenmitgliedern.

Ich habe selten von wissenschaftlichen Teams mit so einer dermaßen eingeschränkten Vielfalt gehört.
Wie langweilig einige Wissenschaftler doch sein können. Für das Vorhaben mit der Neuevangelisierung sehr sehr unproduktiv.

Nichts gegen die Personen, aber so eine Teamzusammenstellung ist absolut uneffektiv.


2
 
 Wischy 20. Oktober 2012 
 

Eindeutig katholisch

Wenn in unseren Tagen inmitten der gesellschaftlichen Meinungsvielfalt auch in der Kirche unterschiedliche Positionen miteinander ringen, sollte man sich daran erinnern, dass schon Paulus in Korinth mit unterschiedlichen Gruppen zu tun hatte, dass auf dem \"Apostelkonzil\" in Jerusalem auch zwischen verschiedenen Auffasungen zu entscheiden war, dass Paulus selbst dem Petrus (Galaterbrief) \"ins Angesicht widerstand.\" Sicherlich muss man die Einheit anstreben, aber das kann nicht totale Uniformität heißen.


3
 
 Ester 20. Oktober 2012 
 

Ginge es um Religiös sensibel versus religiöse Nilpferde, dann hätte die Esoterik keinen solchen Zulauf.
Zu Zeiten des dritten Reiches , sah mal die Sache klarer und sprach von \"Neuheidentum\".
Und genau darum geht es immer noch.


4
 
 Dismas 20. Oktober 2012 

Ich wende mich u.a. gegen die These

„Katholisch zu sein, war nie klar und eindeutig“. DA denke ich insbesondere an die klaren Definitionen durch das Tridentinum. Gerade was römisch-katholisch ist ist klar definierbar. Im Gegensatz zum Protestantismus in dem fast alles möglich ist.Wo natürlich mancher Priester oder Bischof glaubt sein eigener \"Papst\" sein zu können, kommt vieles ins Wanken, DAS ist aber nicht mehr Katholisch.
\"Religiös unsensibel\"- wieder ein Unsinnsbegriff. Jeder ist reli. sensibel, nur sind viele von der Ideologie der Moderne, der Selbstverwiklichung , Sport besessen. Dies sind, wie auch die Esoterik Ersatzreligionen geworden!


6
 
 rosengarten1997 20. Oktober 2012 

Es ist mit unter amüsierend

aber hin und wieder nervt es einfach, wie manche vermeintlich wissenschaftliche Erkenntnisse oft Dinge und Vorgänge beschreiben, wenn sie eigentlich schon längst jedem bekannt und offensichtlich sind.


4
 
 Markus-NRW 20. Oktober 2012 
 

@tempo - Kulturkampf ist ein Begriff aus der Geschichte des 19. Jahrh. und eng mit Windhorst verknüpft. - Der Kulturkampf ist in Deutschland schon längst im Gange. Rot-grün Sozialisten mit atheistischem oder esoterisch-pseudoreligiösem Backround und dem Glaube an von Menschen gemachte Gesetzte gegen Christen, Juden, Moslem die ihre Religion ausüben wollen, die ihre Kirchen und religiösen Stätten gesichert sehen wollen und die nach ihren religiösen Vorstellungen und Sitten leben wollen, ohne das diese permanent lächerlich gemacht, diskriminiert oder bagatellisiert werden. Und das vorallem nach einer unheilvollen säkularen Geschichte, die von 1933 bis 1989 Deutschland im Würgegriff hatte


3
 
 tempo 20. Oktober 2012 

Manche Formulierungen sind eine Zumutung und Provokation zugleich.

Das ist eine Zumutung mit dem Blick auf die deutsche säkularisierte Vergangenheit.

Ein absolutes \"Geht-Nicht\" für die Begriffe im Artikel verwendeteten Wörter und Begriffe:
\"Kulturkampf\"
„religiös sensiblen Menschen\"

Ein bisschen mehr Respekt vor der Religion!


5
 
 dominique 20. Oktober 2012 
 

dass auch religiöse Traditionen für das Kindeswohl maßgeblich seien

insbesondere und immer dann, wenn sie nicht mit den Grundrechten des Menschen in Konflikt geraten.


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